Iza Wiese: „Ich sehe es als meine Aufgabe, den Kindern im Training Freude zu bereiten“

Der Platz bei Altona 93 ist Iza Wieses fußballerisches Zuhause

Auf dem Jahresempfang des HFV wurde Iza Wiese als „Junge Trainerin des Jahres 2023“ ausgezeichnet. Bei Altona 93 engagiert sich die 23-Jährige seit 2018 als Trainerin im Jugendbereich. Da zog es die damals 18-Jährige für ein FSJ vom schwedischen Ratan ins über 1.600 Kilometer entfernte Hamburg. Trainerin des Jahrgangs 2014, Kinderfußballkoordinatorin, Leiterin der Fußballschule – bei Altona 93 hat sich Iza seither beeindruckend entwickelt.

Wir haben mit der jungen Frau gesprochen, die so weit entfernt von ihrer schwedischen Heimat als Fußballtrainerin so großartige Arbeit leistet, dass sie nun vom HFV dafür ausgezeichnet wurde.            

HFV: Wie bist Du zum Fußball gekommen?

Iza Wiese: Durch meine Familie, da alle sehr fußballbegeistert sind. Am meisten aber wohl durch meine Mutter, die auch für die deutsche Nationalmannschaft und für den TSV Siegen in der deutschen Bundesliga gespielt hat.

HFV: Wer war Deine erste*r Trainer*in und welche besondere Erinnerung hast du an sie/ ihn?

Ich kann mich nicht mehr an meinen ersten Trainer erinnern, aber ich hatte als Kind größtenteils meine Mutter als Trainerin. Ihre Trainingsart hat mich auch sehr geprägt. Sie hat immer auf einen guten Umgang beim Miteinander geschaut und hatte eine tolle Teamführung. Jede*r Spieler*in war ein Teil des Großen und Ganzen. Und mir haben ihre Trainingsinhalte gefallen.

HFV: Was hast Du für Dich in den zurückliegenden Jahren gelernt?

Iza Wiese: Ich habe Vieles gelernt, aber vor allem, dass es wichtig ist, flexibel und geduldig zu sein. Denn nicht jede Situation im Fußball und im Vereinsbetrieb ist gleich. Mal ändert sich die Spieleranzahl und mal kommen die Kinder müde aus der Schule. Man muss sich auch auf die äußeren Umstände einstellen und vor allem die Kinder miteinbeziehen.

Verbandssportlehrerin Magdalena Schiefer übergab den Preis beim HFV-Jahresempfang an Iza Wiese – Foto HFV

HFV: Welche Bedeutung hatte die HFV-Ausbildung zur Trainerin an deiner Entwicklung?

Iza Wiese: Ich habe sehr Vieles gelernt und versuche diese Sachen auch in mein Training umzusetzen. Mein Werkzeugkasten wurde durch die Lizenzen vergrößert.

Durch meine Zeit als HFV-Stützpunkttrainerin habe ich gelernt zu improvisieren und, dass man nicht viel braucht, um Großes zu schaffen. Es war auch schön, mit leistungsorientierten Spielerinnen zu trainieren und auch mal einen Einblick in die Talentförderung zu bekommen und die Unterschiede des Vereins- und des Verbandsfußballs zu sehen.

HFV: Welche schwierigste Situation hast du als Trainerin erlebt?

Iza Wiese: Einige Trainings laufen besser als andere und ich lerne gerne aus jeder Situation und auch aus jedem Fehler. Von daher sehe ich jede Herausforderung auch als schönen Lernmoment.

HFV: Welche Lösung hast du dafür gefunden?

Iza Wiese: Ich finde es wichtig, Spieler einzubeziehen und auf ihre Bedürfnisse einzugehen, denn sie sollen Freude am Spielen haben.

HFV: Welche Fähigkeiten einer Trainerin sind deiner Meinung nach von großer Bedeutung?

Iza Wiese: Geduld, Flexibilität, Empathie, Kommunikationsfähigkeit und Fachwissen

HFV: Was ist deine persönliche Stärke als Trainerin?

Iza Wiese: Ich bin geduldig und ich kann sehr gut meine Ruhe beibehalten.

HFV: Wie wichtig ist Dir Teamgeist?

Iza Wiese: Sehr wichtig. Man braucht ein gutes Umfeld und eine gute Umgebung damit man sich weiterentwickeln kann und auch aufblühen kann. Es ist auch eine Grundvoraussetzung dafür, dass die Spieler mehr Spaß haben und auch gerne ins Training kommen.

HFV: Wie wichtig sind dir Spaß und Freude deiner Spieler*innen?

Iza Wiese: Das steht an erster Stelle bei mir. Ich sehe es als meine Aufgabe, den Kindern im Training Freude zu bereiten. Wenn ich das nicht erreiche, dann habe ich persönlich als Trainerin im Kinderfußball versagt.

HFV: Wo erlebst Du am meisten Freude als Trainerin?

Iza Wiese: Wenn ich die Spieler beim Dribbeln aufs Tor sehe und wenn ihre Augen dabei strahlen, dann finde ich es großartig. Und wenn ich sehe, dass die Spieler über ihre eigenen Fehler lachen können, und das Team es auch zulässt, dann finde ich es schön.

HFV: Was war für Deinen sportlichen Werdegang der entscheidende Impuls?

Iza Wiese: Ich habe mein FSJ bei Altona 93 gemacht und war sehr viel auf dem Platz. Über den Jahresverlauf habe ich gemerkt, dass es mir sehr viel Spaß macht. Ich habe auch sehr viel Unterstützung bekommen und habe vor Ort ein schönes Umfeld, und deshalb mache ich auch weiter.

HFV: Aus welcher Erfahrung hast du am meisten gelernt?

Iza Wiese: Ich lerne aus jeder Erfahrung, jedem Training und jedem Spiel. Es hört nie auf, da ich sehr gerne analysiere.

HFV: Vor was sollten sich talentierte Spieler*innen am meisten abschotten/ schützen, um Erfolg zu haben?

Iza Wiese: Es ist wichtig, den Fokus auf die eigene Entwicklung zu legen und, dass die intrinsische Motivation bestehen bleibt. Dafür ist es wichtig, die eigenen Ziele und Gründe zu erörtern. Und natürlich sich nicht von negativen Erlebnissen stoppen lassen, sondern weiterzumachen und immer an sich selbst zu glauben.

HFV: Wie können sich Spieler*innen am meisten vor Verletzungen schützen?

Iza Wiese: Auf jeden Fall mit Präventionstraining. Entlastung und Trainingspausen sollten auch nicht zu kurz kommen.

HFV: Welchen Mehrwert erhält ein Mensch aus der Tätigkeit als Trainer*in?

Iza Wiese: Der soziale Umgang mit verschiedenen Personen. Man hat Spaß an dem Miteinander, aber man muss auch lernen mit jeder Person umgehen zu können.

Iza in ihrem Element: Beim Training auf dem Platz

HFV: Was wäre noch wichtig für die Vereine und den Verband, um bessere Bedingungen für talentierte Trainerinnen zu schaffen?

Iza Wiese: Mehr finanzielle Unterstützung, damit der Job auch attraktiver ist.

In den Vereinen wäre es gut, dass es einen Mentor oder eine Mentorin gibt und man sich immer an diese Person wenden kann und diese auch immer für einen da ist.

HFV: Wie wichtig schätzt Du deine Erfahrungen als Spielerin für den Trainerin-Job ein?

Iza Wiese: Sehr wichtig. Wenn ich mein Training plane, dann versetze ich mich gerne als Spielerin in mein geplantes Training. Als Spielerin war ich auch sehr analytisch und hab durch meine Erfahrung gelernt, was für Einheiten Freude bereitet haben, und welche auch einen guten Effekt auf meine Entwicklung hatten. Diese Erfahrung hilft mir bei meiner Gestaltung.

HFV: Welchen Tipp hast Du für junge Trainer*innen?

Iza Wiese: Sei und bleib authentisch. Geh deinen eigenen Weg. Nicht nur die Spieler*innen, sondern auch alle Trainerinnen und Trainer sind Individuen. Es ist wichtig, sich nicht zu verstellen, sondern sich selbst treu zu bleiben.

Danke und viel Spaß am Coaching wünscht der HFV!

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