29.09.2021

„Wir wollen attraktiv für die Mädchen sein“

Interview mit Sven Lempfert vom VfL Pinneberg

Action auf dem Platz beim VfL Pinneberg am Tag des Mädchenfußballs 2021. Foto: HFV

Für den diesjährigen Tag des Mädchenfußballs (TdM) beim VfL Pinneberg galt: Der frühe Vogel fängt den Wurm! Und dass es bereits um 08:30 Uhr losging, hatte einen guten Grund: Als einziger HFV-Verein kooperierte der VfL mit einer Pinneberger Grundschule beim TdM. Anstatt Mathe und Deutsch stand für die Zweit-, Dritt- und Viertklässlerinnen an diesem Freitag Fußball auf dem Stundenplan. In die Hand genommen hatte das Projekt Sven Lempfert, Jugendleiter des VfL. Wir haben in Pinneberg vorbeigeschaut und mal bei Sven nachgefragt, warum der VfL im Mädchenfußball gerade so gut dasteht.

130 Mädels kicken heute beim VfL – und daran ist Sven Lempfert nicht ganz unschuldig. Seit über zehn Jahren engagiert er sich im Verein, fast genauso lange ist er die treibende Kraft im Mädchenfußball, hat den Mädchenbereich aufgebaut, trainiert heute die C-, D und F-Juniorinnen. „Ganz wichtig ist im Mädchenbereich, es muss einen Verrückten oder eine Verrückte geben, die dahintersteht, die Patin bzw. der Pate für den Mädchenfußball ist“, erzählte er. Als Sven die erste Mädchenmannschaft im Verein aufbauen wollte, gab es zwei Mädchen unter den Fußballern. „Heute sind es 130 Mädchen, die bei uns Fußball spielen“, erzählt er.

„Man muss wissen, wie Mädchen zum Fußball kommen"

Auch der (vielleicht) erwartete Rückgang durch Corona blieb aus – im Gegenteil sogar, erzählt er: „Seit den Sommerferien haben wir einen regelrechten Run bei uns im Mädchenbereich, wir haben eine Steigerung von ungefähr zehn Prozent der Mitgliederzahlen in den letzten zwei Monaten. Und jetzt werden durch den Tag des Mädchenfußballs wahrscheinlich nochmal viele im jüngeren Bereich bei uns anfangen“. Beim VfL läuft’s offenbar! Man muss an das Thema Fußball bei Mädchen anders herangehen als bei Jungs, erklärt Sven. „Man muss wissen, wie Mädchen zum Fußball kommen, sich ein bisschen was überlegen“. Welches Rezept sich der Verein da überlegt hat, welche Rolle Schulen und Freundinnen spielen, erzählt er im Interview.


Dass aller Anfang allerdings schwer ist, hat auch Sven Lempfert erlebt. „Wir haben ganz klein angefangen. Und das ist auch ein Tipp an andere Vereine, die vielleicht noch keine Mädchensparte haben: nicht zu viel auf einmal wollen“, rät er. „Wir haben damals im F-Mädchenbereich angefangen und sind Schritt für Schritt weitergewachsen. Wichtig ist, dass man jedes Jahr aufs Neue mit neuen Mannschaften unten wieder anfängt. Wir haben jetzt ungefähr sieben, acht Jahre gebraucht, um eine Durchgängigkeit in allen Jahrgängen zu haben – und ich denke, dass ist nicht nur in Pinneberg, sondern genauso gut in Hamburg oder anderen Regionen umsetzbar“. Ob es DAS Geheimrezept gibt und welche Tipps er noch für andere Vereine parat hat, erzählt uns Sven Lempfert im Video.

Wenn man so gut dasteht – hat man dann überhaupt noch Ziele? „Auf jeden Fall“, sagt er. „Wir wollen auch im Jüngeren-Bereich weiterhin wachsen und jedes Jahr aufs Neue auch die Mädchen in den jungen Jahrgängen anfangen. Ganz wichtig ist uns, dass wir den Mädchen perspektivisch anbieten, bei den Frauen zu spielen. Wir wollen attraktiv für die Mädels sein und erreichen, dass sie beim VfL bleiben.“ Auch über neue Projekte, die über die Vereinsgrenzen hinausgehen, die Hintergründe für den Erfolg und Meilensteine haben wir mit Sven Lempfert ausführlich gesprochen. Das ganze Interview gibt es hier im Video.


[Jana Münnig]