Hamburger Schiris beim DFB-Beobachterlehrgang in Frankfurt

Die Hamburger Schiris on Tour: Frank Behrmann, Stephan Timm, Kirstin Warns-Becker, André Neumann, Mike Gielow und Sven Ehlert (v. l.) – Foto HFV

Am ersten Juli-Wochenende fand der Beobachterlehrgang für die DFB-Beobachter des Hamburger Fußball-Verbandes in Frankfurt am Main statt. Am 01.07.2023 trafen sich die Hamburger DFB-Beobachter Frank Behrmann, Sven Ehlert, Mike Gielow, André Neumann, Kirstin Warns-Becker und Stephan Timm in Frankfurt zum Lehrgang, der von Udo Penßler-Beyer vom Schiedsrichterausschuss offiziell eröffnet wurde.

Stephan Timm gibt Einblicke in den Lehrgang:

Nach der Begrüßung übergab Udo an Lutz Wagner, der uns in einem Saison-Rückblick unterstützt durch Videoszenen schon erste Hinweise zur praktischen Regelauslegung gab. Dieses Bemühen den Graubereich dabei zu minimieren und zu einer möglichst einheitlichen Beschreibung und Bewertung von Schiedsrichter-Leistungen zu kommen, setzte sich als roter Faden durch die zwei Tage fort.

Das neue Leistungsprofil für die Schiedsrichter*innen wurde uns präsentiert, so dass der bzw. die Schiedsrichtende zukünftig über das DFBnet Vergleichsdaten zu den Leistungen der anderen Schiedsrichter*innen ihrer Leistungsklassen erhalten und farblich unterstützt schnell sehen kann, wo die eigenen Stärken und Lernfelder liegen. Auch die auswertenden Ausschüsse können so eine gute Gesamtübersicht über ihre Schiedsrichtenden erhalten.

Dabei ist es wichtig, eine möglichst einheitliche Erwartungshaltung an die Schiedsrichtenden durch die Beobachter*innen zu erreichen. Dies war der Schwerpunkt des nächsten Punktes auf der Tagesordnung, der wieder von Lutz Wagner mit einigen Videosequenzen präsentiert wurde, bevor es in eine Kaffee-Pause ging. Hier wurden bereits bei den Fachgesprächen untereinander die gehörten Inhalte ausgetauscht und vertieft.

Dank der guten Vorbereitung durch unseren Landeslehrwart Frank Behrmann konnten alle Hamburger Teilnehmenden die folgende Lernerfolgsüberprüfung mit dem allseits geschätzten Konformitätstest gelassen angehen. Die teilweise kniffligen Spielsituationen wurden von allen souverän und richtig bewertet, sodass die letzte Anspannung des Tages vollends verflogen war.

In Kleingruppen wurde das Thema „Erwartungshaltung“ in Abgrenzung zu komplexen Entscheidungen an einen Schiedsrichter in den DFB-Klassen mit weiteren Videoszenen vertieft. Hier standen auch Videos aus den zu beobachtenden Spielklassen der Jugend-Bundesligen zur Verfügung, sodass praxisnahes Lernen und Diskutieren gut möglich wurden.

Im Plenum gab es dann von Lutz Wagner moderiert 30 Handspielszenen zu sehen, wo es teilweise kontroverse Entscheidungen zu sehen gab. Dazu wurden alle Szenen von den Teilnehmenden nach strafbar und nicht strafbar und deren Komplexität von 1 bis 3 bewertet. Aus der Auswertung konnte man die häufigsten Fehlbeurteilungen erkennen und nochmal zeigen und erläutern. Ziel war hier, die Intention und Regelauslegung beim strafbaren Handspiel zu schärfen, um auch hier Graubereiche zu minimieren.

Szenen aus dem letzten WM-Finale zwischen Argentinien und Frankreich dienten als Übung für das Erstellen von Notizen zu einer Spielleitung und dem Einordnen und Bewerten der Schiedsrichterentscheidungen in den Beobachtungsbogen.

Nach diesem intensiven Tag ging es dann in die Abendveranstaltung mit Buffet und Getränken und vielen informellen Gesprächen, wo natürlich auch der Fachaustausch zwischen den Teilnehmenden der unterschiedlichen Landesverbände nicht zu kurz kam.

Tag 2: Gruppenarbeit und Analyse

Das minimalistische Ambiente des Hotels förderte auch am zweiten Tag den konzentrierten und fokussierten Fachaustausch. Am Morgen des zweiten Tages wurden die Ergebnisse der Aufzeichnungen zu den Einzelszenen aus dem Spiel Argentinien gegen Frankreich zunächst in Kleingruppen diskutiert und die Leistung des Schiedsrichters in den Beobachtungsbogen eingeordnet. Dabei lag ein Schwerpunkt auf dem Identifizieren von sinnvollen Coaching-Hinweisen für den/ die Schiedsrichter*in, weil auf dem Entwickeln und Fördern von Schiedsrichter*innen durch den Beobachter immer ein Augenmerk liegen sollte. Im Plenum wurden die Ergebnisse zusammengetragen und unterstützt von Lutz Wagners Hinweisen zu einem einheitlichen Ergebnis zusammengeführt. Dem Finalschiedsrichter Szymon Marciniak wurde von den Teilnehmenden eine herausragende Leistung bescheinigt.

Nach der Vorstellung der Ergebnisse mit den Fehlerschwerpunkten aus dem Konformitätstest und den Handspielszenen gab es noch Hinweise von der Geschäftsstelle für einen reibungslosen organisatorischen Ablauf der kommenden Saison.

Nach dem Mittagsbuffet machten sich die Hamburger DFB-Beobachter wieder auf den Heimweg nach Hamburg. Ein intensives und erfolgreiches Lehrgangswochenende ging zu Ende und alle freuen sich nun hochmotiviert auf die anstehenden Beobachtungsaufträge für die kommende Saison.

Stephan Timm

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