„What football expects“
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So lautete die von Norbert Grudzinski erläuterte Phrase zur Beurteilung bestimmter Spielszenen als vom 22. – 24. März 2019 der Norddeutsche Fußballverband wie gewohnt zum B2-Länderturnier der norddeutschen Verbände nach Hamburg lud. Das Turnier fand auf der Sportanlage Königskinderweg des TuS Germania Schnelsen statt. Beherbergt wurden sowohl die Mannschaften als auch die Schiedsrichter im Hotel Graf Zeppelin in der Frohmestraße in Schnelsen.
Nachdem die Schiedsrichter am frühen Freitagmittag ihre Zimmer bezogen, fiel der Startschuss zum Turnier durch die offizielle Begrüßung von Lutz Arp (NFV) und Dirk Rathke seitens der Gastgeber aus Hamburg. Eine kurze interne Absprache sowie die von den Schiedsrichtern mit Spannung herbeigesehnte Bekanntgabe der Gespanne erfolgte, dann ging es auch schon los. Pünktlich trafen die Schiedsrichter aus dem Nachwuchskader des Verbandsschiedsrichterausschuss am Königskinderweg ein, um sich mit den Gegebenheiten vor Ort vertraut zu machen. Trotz schlechtem Wetter der vergangenen Tage war der Naturrasen bespielbar und einem spannenden Turnier stand nichts mehr im Wege.
Am Samstag startete der Tag nach dem gemeinsamen Frühstück mit einer weiteren Analyse des Vortages. Gerade für das Ahnden von taktischen Fouls konnten exemplarische Szenen herausgearbeitet werden, die sich die Schiedsrichter in Zukunft bei der Bewertung im Spiel vor Augen führen können. Des Weiteren wurden Videoszenen (u.a. aus der Bundesliga) zur Bewertung von kappen Abseitsstellungen gezeigt und gemeinsam besprochen. Anschließend stand die obligatorische Regelarbeit auf der Tagesordnung, die von allen Lehrgangsteilnehmern bestanden wurde. Nach einer kleinen Mittagspause reisten die Schiedsrichter zu den nächsten Spielleitungen. Die Paarungen verliefen abermals fair. Die Vorgaben des Vortages wurden durchgesetzt, sodass der Zuschauer eine einheitliche Linie zu sehen bekam. Für die hauptsächlich in der Bezirksliga tätigen jungen Schiedsrichter war vor allem das Tempo der Spiele und der unüberwindbare Wille der Akteure auf dem Platz beeindruckend. „Die Spieler ließen sich selbst von einem klaren Foulspiel nicht stoppen und standen sofort wieder auf, um weiterzuspielen. Das kennen wir von den Spielen im Herrenbereich nicht in diesem Ausmaß“, berichtete Rasmus Renner nach seiner Spielleitung. Genau das sei jedoch gewünscht gewesen, schließlich wolle der eine oder andere selbst in den nächsten Jahren als Schiedsrichter oder Assistent in den schnellen Junioren-Bundesligen aktiv sein, erklärte der VSA-Vorsitzende Christian Soltow. Nach der Abreise von der Sportanlage und dem leckeren Abendessen, folgte wie gewohnt die für alle aufschlussreiche Analyse der Partien des Tages. Einige Teilnehmer sahen sich dabei zum ersten Mal selbst beim Pfeifen, was bei dem einen oder anderen durchaus ein Schmunzeln hinsichtlich ungewohnter Attitüden und Gesten hervorreif. Der Tag endete mit informellen Gesprächen im gemütlichen Beisammensitzen in der Gaststätte.
An dieser Stelle gilt der Dank Andreas Bandt, Christian Soltow und Norbert Grudzinski, die den Lehrgang durchführten. Unter den Teilnehmern herrschte Konsens, dass jeder individuell für sich etwas gelernt hat, was er für seine nächsten Spielleitungen mitnehmen kann. Selbst wenn bei einer kniffligen Situation alle Entscheidungsmechanismen versagen, reicht es vielleicht, sich zu fragen, was der gesamte Sportplatz nun sehen will. „What football expects“ eben.
Arvid Maiwald, Moorreger SVAus dem Nachwuchskader des VSA nahmen teil: Maximilian Rublik, Patrick Hiebert, Federico Krause Torres, Rasmus Renner, Gerhard Ludolph und Arvid Maiwald.