25.05.2019

Mission Titelverteidigung geglückt: Kurzynski machte Dassendorf zum ODDSET-Pokalsieger

Oberligist bezwingt vor 2936 Zuschauern Regionalligist Norderstedt mit 2:1

Kurzynski trifft zum 2:1 für Dassendorf - Foto Public Address

25.05.2019 – Die TuS Dassendorf ist ODDSET-Pokalsieger 2019 – und hat damit ihren Titel aus dem Vorjahr verteidigt. Vor 2936 Zuschauern im Stadion Hoheluft setzte sich der Oberligist, der in der Abschlusstabelle auf Rang drei eingelaufen und damit erstmals seit fünf Jahren kein Meister in Hamburgs höchster Amateurspielklasse geworden war, gegen Nord-Regionalligist FC Eintracht Norderstedt knapp mit 2:1 durch. Auf den Siegtreffer musste die Mannschaft von Trainer Jean-Pierre Richter dabei bis in die Nachspielzeit warten... 

Brown bringt den Regionalligisten in Führung

ODDSET-Pokalsieger TuS Dassendorf - Foto Gettschat

Die ersten beiden Gelegenheiten des Spiels gehörten der TuS Dassendorf: Rinik Carolus setzte sich zunächst links gegen Juri Marxen durch und prüfte Johannes Höcker, der den Schuss allerdings aus dem rechten Eck fischte (2.). Auch gegen Mattia Maggio blieb der Schlussmann der Eintracht drei Minuten später der Sieger. Danach kam auch Norderstedt erstmals gefährlich vor den Kasten, doch TuS-Torwart Christian Gruhne konnte nach einem Querpass von Jordan Brown gerade noch vor Sinisa Veselinovic klären (6.). Es folgte das dickste Ding für den Regionalligisten, als Johann von Knebel nach 13 Minuten den Ball aus zwölf Metern an die Oberkante der Latte hämmerte. Eine Zeigerumdrehung später lag die Kugel dann tatsächlich im Netz: von Knebel tauchte Blank vor Gruhne auf, legte quer und fand mit diesem Zuspiel Brown, der nur noch einschieben musste (14.).

Auch in der Folgezeit blieb das Team von Jens Martens gefährlich. Erst verzog Nils Brüning (20.), dann konnten Kerim Carolus und Amando Aust gegen Brüning und von Knebel die Gefahr bannen (27.). Doch auch Dassendorf sollte sich noch vor dem Seitenwechsel Gelegenheiten erarbeiten: Erst köpfte Pascal Nägele links am Pfosten vorbei (30.), dann wurde Sven Möllers Schuss von Marxen geblockt (32.) und auch Maggio hatte mit seinem Kopfball kein Glück (36.). Nägele vergab in der 39. und 42. Minute. Auch die Eintracht sollte vor dem Pausenpfiff nicht mehr zu einem weiteren Treffer kommen, obwohl es noch eine Chance gab, als sich der starke von Knebel mit einem Solo durchtankte und mit seinem Schuss nur knapp neben den linken Pfosten zielte. Anschließend reklamierte Dassendorf Strafstoß, als Möller mit einem Schuss aus dem Gewühl die Hand von Marin Mandic traf. Referee Stephan Timm (SC Egenbüttel) ließ jedoch weiterlaufen (44.).   

Als alle schon mit der Verlängerung rechnen, schlägt Kurczynski zu

Dassendorfer Jubel mit dem ODDSET-Pokal - Foto Gettschat

Zu Beginn des zweiten Durchgangs tat sich zunächst wenig – bis zur 63. Minute. Dann lag die Kugel zwar im Tor, nachdem Brown sie Richtung Kasten abgefeuert hatte, Aust das Spielgerät abfälschte und Veselinovic traf. Der einzige Haken daran: Der Eintracht-Stürmer stand bei seinem Schuss im Abseits. Den Treffer markierte dafür Dassendorf: Ein Einwurf von Nägele wurde zu kurz geklärt, der anschließende Schuss von Kerim Carolus landete bei Henrik Dettmann, der ins linke untere Eck zielte und so den Ausgleich besorgte. Zwölf Minuten vor dem Ende brachte Möller einen Freistoß aus rund 23 Metern platziert aufs rechte untere Toreck. Eintracht-Keeper Höcker tauchte ab und parierte. Nach 80 Minuten zielte dann Hinze am linken Pfosten vorbei. In der letzten regulären Minute entschärfte Nägele, der mit zurückgeeilt war, einen Querpass von Juri Marxen.

Alles rechnete bereits mit der Verlängerung, doch die dreiminütige Nachspielzeit war noch nicht vorbei – und die TuS sollte noch einen Pfeil im Köcher haben. Die Uhr zeigte bereits die 93. Minute an, als Marcel Lenz aus 17 Metern das Spielgerät auf den Norderstedt-Kasten feuerte. Höcker konnte den Schuss mit einem sensationellen Reflex noch entschärfen. Doch damit war die Situation noch nicht bereinigt. Der Ball landete beim eingewechselten Kristof Kurczynski, der das Leder völlig humorlos unter den Querbalken knallte und den Titelverteidiger TuS Dassendorf damit zum neuerlichen Pokalsieger machte. 

Stimmen

Ehrengäste: Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher und Uwe Seeler - Foto Public Address

Jens Martens (Trainer Eintracht Norderstedt): „Glückwunsch an Dassendorf. Es war am Ende das Spiel auf Augenhöhe, das wir vorher schon vermutet hatten. Dassendorf war letztlich der glückliche Sieger. Ich hatte gehört, dass die Eintracht ab und an mal Glück im Finale hatte. Heute haben wir das späte Gegentor bekommen. Das ist verdammt bitter für uns. Wir hatten uns schon auf die Verlängerung eingestellt und Gedanken gemacht, was wir verändern müssen, um dem Spiel in der Verlängerung die Wende zu geben. Das war uns nicht mehr gegönnt, weil der Gegentreffer fiel. Wir haben da überhaupt nicht auf den zweiten Ball geachtet und fangen uns dadurch so ein Traumtor. So ist dieser Sport. Das Lachen fällt mir nach acht Wochen mit der Mannschaft, die von großem Engagement und Wir-Gefühl geprägt waren, im Moment schwer. Unterm Strich müssen wir das akzeptieren. Unter dem untersten Strich bleibt, dass wir die Regionalliga erhalten haben. Das ist für die Mannschaft, mit dem, was sie in den letzten Wochen geleistet hat, ein großer Erfolg. Darauf kann Eintracht Norderstedt stolz sein.“

Jean-Pierre Richter (Trainer TuS Dassendorf):
„Vielen Dank für die Glückwünsche. Mein Fazit fällt mega positiv aus. Nach dem Pausenrückstand und dem Ausgleich war das ein Spiel, wo wir mit der Verlängerung rechnen konnten. Für uns war klar, dass uns ein Top-Gegner erwartet, der es uns sehr schwer gemacht hat. Am Ende können Kleinigkeiten in so einem Spiel entscheidend sein – das ist in der Nachspielzeit dann so gewesen. Wir belohnen uns mit dem zweiten Ball. Die Geschichte, die die Jungs heute geschrieben haben, ist eine, die man nicht besser schreiben kann. Der Gegner hatte keine Zeit mehr zum Antworten und der Spieler, der reingekommen ist, macht das Tor.“

Dirk Fischer (HFV-Präsident): „Es war insgesamt ein tolles Ereignis. Durch den früheren Beginn ist die Zuschauerzahl doch etwas niedriger gewesen. Das ist der Nachteil. Der Vorteil ist, dass wir die höchste Einschaltzeit hatten. Die späteren Zeiten teilen sich acht Verbände, die frühe nur vier. Die etwas reduzierten Zuschauerzahl hat dem Ereignis und der Begeisterung keinen Abbruch getan. Der Hamburger Fußball-Verband gratuliert der TuS Dassendorf sehr herzlich und wünscht ihr für die Hauptrunde als Gegner den FC Bayern München im Billtalstadion in Bergedorf.“

Statistik

Danke an das Ehrenamt! - Foto KBS

Eintracht Norderstedt: Höcker – Marxen (90.+4 Lüneburg), Coffie, Mandic, Marcos – Koch – Brown, Meien (69. Nyarko), von Knebel, Brüning (83. Facklam) – Veselinovic.

Trainer: Jens Martens 

TuS Dassendorf: Gruhne – K. Carolus, Aust, Lenz – Hinze, Dettmann – Dittrich, Möller, Nägele, R. Carolus (80. Kurczynski) – Maggio
Trainer: Jean-Pierre Richter 

Schiedsrichter: Stephan Timm (SC Egenbüttel) – Assistenten: Henry Wagner (GW Eimsbüttel), Ben Henry Uhrig (SC Egenbüttel), Vierter Offizieller: Kevin Rosin (SV Lieth) – mit einer souveränen Leistung

Zuschauer: 2936

Tore: 1:0 Brown (14.), 1:1 Dettmann (68.), 1:2 Kurczynski (93.)