Kinderfußball & Twin Games
Unter Kinderfußball im Hamburger Fußball-Verband (HFV) versteht man die altersgerechte Spielweise im Fußball für Kinder von der G- bis zur E-Jugend. Dabei steht der Spaß am Spiel, die individuelle Entwicklung und die Förderung von Teamgeist im Vordergrund. Seit der Saison 2021/22 setzt der HFV auf neue Spielformen, die vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) empfohlen werden.
Bei Twin Games wird eine Mannschaft in zwei möglichst gleich große und ausgewogene Teams aufgeteilt. Beide Teams spielen parallel auf kleineren Feldern gegen zwei Teilteams desselben Gegners. Twin Games wird im HFV im Bereich der D-Mädchen sowie C- und D-Junioren gespielt.
Kinderfussball
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenAltersgerechte Spielformen im HFV
Die Spielformen im Kinderfußball orientieren sich an den Altersklassen und sollen den Kindern möglichst viele Ballkontakte und Erfolgserlebnisse ermöglichen.
Es gibt keine Tabellen oder Wertungen, um den Fokus auf die Entwicklung und den Spaß am Spiel zu legen.
Ziele des Kinderfußballs im HFV
Der HFV verfolgt mit dem Kinderfußball folgende Ziele:
- Förderung der individuellen Entwicklung: Kinder sollen durch häufige Ballkontakte ihre Fähigkeiten verbessern und Selbstvertrauen gewinnen.
- Spaß und Freude am Spiel: Der Wettbewerbsdruck wird reduziert, um die Begeisterung für den Fußball zu erhalten.
- Soziale Kompetenzen stärken: Durch das Spielen im Team lernen Kinder, Verantwortung zu übernehmen und fair miteinander umzugehen.
- Flexibilität und Vielfalt: Die variierenden Spielformen ermöglichen abwechslungsreiche Spielerlebnisse und berücksichtigen unterschiedliche Bedürfnisse der Kinder.
Twin Games
Kinder lernen Fußball vor allem dadurch, dass sie selbst spielen
Durch viele Ballkontakte, eigene Entscheidungen, unmittelbare Rückmeldungen und möglichst viel aktive Spielzeit lernen Kinder und Jugendliche Fußball am Besten. Genau hier setzen Twin Games an.
Bei Twin Games wird eine Mannschaft in zwei möglichst gleich große und ausgewogene Teams aufgeteilt. Beide Teams spielen parallel auf kleineren Feldern gegen zwei Teilteams desselben Gegners. Bei den D-Mädchen und den D-Junioren wird grundsätzlich höchstens im 6+1 und bei den C-Junioren 7+1 gespielt; kleinere Formate sind möglich. Der Grundsatz lautet: „Kleiner geht immer“.
Die Spielform ist kein Selbstzweck und kein Bruch mit dem Fußball. Sie überträgt zentrale Prinzipien einer modernen, kindgerechten Ausbildung in den Spielbetrieb: mehr Beteiligung, mehr spielnahe Lernmomente und mehr Verantwortung für jede einzelne Spielerin / jeden einzelnen Spieler.
Wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen den grundsätzlichen Vorteil kleinerer Spielformen. In einer Studie mit 103 rund zehnjährigen Spielerinnen und Spielern wurden im 4-gegen-4 durchschnittlich 5,59 technisch-taktische Aktionen pro Kind und Minute gemessen. Im 7-gegen-7 waren es 2,78 Aktionen. Die Zahl der Aktionen hat sich im kleineren Spielformat damit ungefähr verdoppelt.
Besonders stark profitierten Kinder, die im größeren Spielformat zuvor weniger am Spiel beteiligt waren: Ihre Zahl an Aktionen erhöhte sich im 4-gegen-4 durchschnittlich um 143 Prozent. Die Ergebnisse unterstreichen das zentrale Prinzip der Twin Games: Weniger Spielerinnen und Spieler pro Feld schaffen mehr individuelle Spielsituationen, mehr Entscheidungen und zusätzliche Lerngelegenheiten.
Die konkreten Werte lassen sich nicht eins zu eins auf jedes Spiel und jeden Twin-Modus übertragen. Sie hängen unter anderem von der Feldgröße, der Teamgröße, den Spielregeln und dem Leistungsstand der Beteiligten ab. Die wissenschaftliche Tendenz ist jedoch eindeutig: Kleinere Spielformen erhöhen die aktive Beteiligung der einzelnen Kinder.
Ziele des Twin Modus im HFV
Der Hamburger Fußball-Verband verfolgt das Ziel, die Ausbildung im Mädchen- und Juniorenfußball weiterzuentwickeln und möglichst viele Spieler und Spielerinnen langfristig für den Vereinsfußball zu begeistern. In großen Spielformen sind einzelne Kinder häufig nur selten am Ball oder über längere Phasen kaum in das Spiel einbezogen. Zwei parallele, kleinere Spiele erhöhen dagegen die Zahl der Aktionen und Entscheidungssituationen.
Twin Games greifen damit die Grundidee der DFB-Trainingsphilosophie Deutschland sowie international verbreitete Ansätze der Small-Sided Games auf: Kinder sollen Fußball in altersgerechten Spielformen erleben, in denen Wahrnehmung, Technik, Spielverständnis, Kreativität und Mut möglichst häufig gleichzeitig gefordert werden.
Die wichtigsten Vorteile
- Mehr Ballkontakte: Mehr Dribblings, Pässe, Ballannahmen, Zweikämpfe und Torabschlüsse schaffen zusätzliche technische Lerngelegenheiten.
- Mehr Entscheidungen: Kleinere Teams und Felder bringen jede Spielerin/ jeden Spieler häufiger in Situationen, in denen sie wahrnehmen, entscheiden und handeln muss.
- Mehr aktive Spielzeit: Mehr Spielerinnen und Spieler gleichzeitig auf dem Feld; Wartezeiten und lange Phasen ohne Beteiligung werden reduziert.
- Mehr Verantwortung: Jede Spielerin/ jeder Spieler ist für das eigene Team häufiger offensiv und defensiv gefordert.
- Mehr Erfolgserlebnisse: Mehr Aktionen bedeuten mehr gelungene Lösungen, mehr Torchancen und mehr unmittelbare Rückmeldungen.
- Mehr Entwicklung für alle: Sowohl weiter entwickelte als auch weniger erfahrene Spieler*innen erhalten mehr Lernmomente auf ihrem jeweiligen Niveau.
- Mehr Freude und Bindung: Wer häufig beteiligt ist, erlebt das Spiel intensiver. Das kann Motivation und langfristige Vereinsbindung stärken.
Was das konkret bedeutet
- Für Spielerinnen und Spieler:
- mehr Ballaktionen und Spielzeit
- mehr Verantwortung und Selbstvertrauen
- mehr Möglichkeiten, eigene Lösungen zu finden
- Für Trainerinnen und Trainer
- mehr Beobachtungs- und Coachinggelegenheiten
- leichtere individuelle Förderung und Differenzierung
- höhere Beteiligung des gesamten Kaders
- Für Vereine
- ein moderner und entwicklungsorientierter Spielbetrieb
- attraktivere Spielerlebnisse für unterschiedliche Leistungsstände
- bessere Voraussetzungen, Spielerinnen und Spieler langfristig zu binden
- Für Eltern
- mehr aktive Beteiligung des eigenen Kindes
- klarer Fokus auf Lernen, Freude und Entwicklung
- konkrete Unterstützungsmöglichkeiten beim Auf- und Abbau sowie durch positives Verhalten am Spielfeldrand
FAQs
Allgemeines
Was sind Twin Games?
Eine Mannschaft wird in zwei Teilteams aufgeteilt. Diese bestreiten parallel zwei Spiele auf kleineren Feldern gegen zwei Teilteams desselben Gegners.
Welche Mannschaftsgrößen sind vorgesehen?
Im Bereich der D-Mädchen und D-Junioren wird grundsätzlich höchstens im 6+1 gespielt. Im Bereich der C-Junioren wird im 7+1 gespielt. Kleinere Formate sind möglich. Je nach Jahrgang und Rahmenbedingungen kann beispielsweise im 5+1 oder 6+1 gespielt werden.
Warum werden Twin Games eingeführt?
Der HFV möchte mehr aktive Spielzeit, Ballkontakte, Entscheidungssituationen und Beteiligung für jede Spielerin und jeden Spieler schaffen und damit die individuelle Entwicklung verbessern.
Spielidee und Entwicklung
Was ist der Vorteil von zwei parallelen Spielen?
Mehr Spieler*innen sind gleichzeitig aktiv – einschließlich zweier Torhüter*innen. Dadurch entstehen mehr Aktionen, Lernmomente und Verantwortungsübernahme.
Steht das Ergebnis weiterhin im Mittelpunkt?
Der Wettbewerb bleibt erhalten. Der Schwerpunkt liegt jedoch stärker auf der Entwicklung, Beteiligung und dem Lernerlebnis der Spieler*innen als auf einem einzelnen Teilergebnis.
Fördert das System wirklich die Entwicklung?
Kleinere Spielformen erhöhen typischerweise die Beteiligung und Zahl der spielnahen Aktionen. Entscheidend bleibt, dass Trainerinnen und Trainer die Spielform entwicklungsorientiert begleiten.
Profitieren auch stärkere Spielerinnen und Spieler?
Ja. Sie erhalten mehr Aktionen, müssen häufiger Entscheidungen treffen und übernehmen mehr Verantwortung. Weniger erfahrene Spielerinnen und Spieler werden zugleich stärker einbezogen.
Organisation und Ablauf
Wie wird eine Mannschaft aufgeteilt?
Die Trainerinnen und Trainer bilden zwei möglichst ausgewogene Teilteams. Die Aufteilung soll faire und entwicklungsfördernde Spiele ermöglichen.
Werden beide Spiele gleichzeitig angepfiffen?
In der Regel laufen beide Begegnungen parallel auf nebeneinanderliegenden Feldern.
Darf gewechselt werden?
Ja. Wechsel sollen flexibel genutzt werden, damit alle Spielerinnen und Spieler angemessene Einsatzzeiten erhalten. Maßgeblich sind die aktuellen Durchführungsbestimmungen.
Ist die Organisation komplizierter?
Der Aufbau unterscheidet sich zunächst vom gewohnten Einzelspiel. Mit klaren Abläufen, Aufbauplan und Aufgabenverteilung lässt sich ein Twin-Spieltag jedoch routiniert organisieren.
Was passiert bei ungleichen Mannschaftsstärken?
Die Verantwortlichen sollen im Sinne der Spieler*innen flexibel reagieren, beispielsweise durch eine angepasste Teamaufteilung. Verbindliche Eingriffe richten sich nach den geltenden Bestimmungen.
Auswirkungen für Spielerinnen, Spieler und Eltern
Hat mein Kind weniger Spielzeit?
Das Gegenteil ist beabsichtigt: Durch zwei parallele Spiele können mehr Spielerinnen und Spieler gleichzeitig aktiv sein.
Warum sehe ich zwei Spiele gleichzeitig?
Das ist der Kern der Spielform. Zwei parallele Spiele erhöhen die aktive Beteiligung des gesamten Kaders.
Wie können Eltern unterstützen?
Durch positives Anfeuern, Respekt gegenüber allen Beteiligten und einen entwicklungsorientierten Blick. Zusätzlich können Eltern beim Auf- und Abbau oder bei organisatorischen Aufgaben helfen.
Welches Ergebnis zählt?
Die konkrete Wertung richtet sich nach den Durchführungsbestimmungen. Pädagogisch sollte nicht ein einzelnes Teilergebnis, sondern die Gesamtentwicklung der Spieler*innen im Mittelpunkt stehen.
Wettbewerb, Meldung und Spielklassen
Gibt es weiterhin einen Wettbewerb?
Ja. Twin Games verbinden Wettbewerb mit einem stärkeren Entwicklungs- und Beteiligungsfokus.
Werden Tabellen geführt?
Nach dem vorliegenden Plan werden für die jeweiligen Spielklassen Tabellen geführt. Verbindlich ist die jeweils veröffentlichte Wettbewerbsregelung des HFV.
Gibt es weiterhin eine Meisterschaft?
Nach dem vorgesehenen Modell wird weiterhin eine Meisterschaft ausgespielt. Die konkrete Wertung ergibt sich aus den Durchführungsbestimmungen.
Wird der Pokal im Twin-Modus gespielt?
Nach der aktuellen Planung wird auch der Pokalwettbewerb der D-Mädchen und der D-Junioren im Twin-Modus durchgeführt werden. Die Ausschreibung des Wettbewerbs ist maßgeblich.
Wie erfolgt die Mannschaftsmeldung?
Die Vereine ordnen ihre Teams im Rahmen der Meldevorgaben den vorgesehenen Spielklassen zu. Erläuterungen zum Meldebogen und die offiziellen Meldefristen werden vom HFV veröffentlicht.
Für wen ist der Single-Modus vorgesehen?
Der Single-Modus ist eine alternative Melde- und Spielform für Teams, bei denen die Voraussetzungen für den Twin-Modus nicht verlässlich erfüllt werden können. Die konkreten Zulassungskriterien und Folgen der Meldung müssen den offiziellen HFV-Unterlagen entnommen werden.
Gibt es Auf- und Abstieg?
Ob und in welcher Form Auf- und Abstieg stattfinden, richtet sich nach der endgültigen Staffelstruktur und den Durchführungsbestimmungen. Diese Frage sollte in der veröffentlichten Saisonregelung ausdrücklich beantwortet werden.
Wettbewerb, Meldung und Spielklassen
Warum wird das System jetzt eingeführt?
Der Mädchen und Juniorenfußball entwickelt sich weiter. Twin Games schaffen einen altersgerechten Übergang und zusätzliche Entwicklungsmöglichkeiten in einer sensiblen Phase der Spieler*innenbindung.
Wird die Einführung begleitet?
Ja. Der HFV sollte Erfahrungen, Rückmeldungen und organisatorische Fragen gemeinsam mit den Vereinen auswerten und die Umsetzung bei Bedarf weiterentwickeln und ist dafür im Austausch mit den Vereinen.
Was ist das langfristige Ziel?
Ein moderner, entwicklungsorientierter Mädchen- und Juniorenfußball, in dem möglichst viele Mädchen & Jungs aktiv beteiligt, individuell gefördert und langfristig im Verein gehalten werden.