Rückblick auf die Fußballhelden-Bildungsreise 2025

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HFV-Fußballhelden in Barcelona: Jan Schlößer (2.v. l.) und Patrick Schneidewind (2. v. r.), links: Peter Frymuth (DFB-Vizepräsident), rechts: Jörg Gernhardt (DFB Kommission Ehrenamt)

Die Fußballhelden-Bildungsreise 2025 im Oktober führte rund 220 junge Ehrenamtliche aus Deutschland, Österreich und der Schweiz an die sonnige Küste Spaniens. Fünf Tage lang drehte sich alles um Fußball, Weiterbildung und Gemeinschaft: Von intensiven Trainingseinheiten, lockeren Austausch-Runden zum Thema Ehrenamt, inspirierenden Workshops bis hin zu einem Ausflug nach Barcelona. Promiente Persönlichkeiten wie DFB-Vizepräsidenten Peter Frymuth und 1. Vizepräsident Ronny Zimmermann sowie Experten wie Hannes Wolf und Knut Kircher gaben den jungen Engagierten wertvolle Impulse für ihre Arbeit im Jugendfußball. Doch wie fühlt sich diese besondere Woche für jemanden an, der selbst dabei war? Patrick Schneidewind, einer unserer Hamburger Fußballhelden, schildert in seinem Erlebnisbericht seine ganz persönlichen Eindrücke.

Als ich mich im Oktober 2025 nach Barcelona aufmachte …

… wusste ich noch nicht, dass diese Woche zu den eindrucksvollsten Erfahrungen meines Ehrenamts gehören würde. Schon auf dem Hinflug zeigte sich das, was die gesamte Reise prägen sollte: Zusammenhalt. Noch bevor wir überhaupt gelandet waren, bot mir ein anderer Teilnehmer – zu diesem Zeitpunkt noch völlig unbekannt – an, mich vom Flughafen mitzunehmen.

Dieses spontane Miteinander zog sich wie ein roter Faden durch die gesamte Woche. Während sich einige der Teilnehmenden bereits am Strand zum ersten Kennenlernen trafen, ein Treffen, das ich leider verpasst habe, ging es für mich direkt ins Hotel. Dort wurden wir herzlich empfangen, bekamen unsere Ausstattung ausgeteilt und hatten den ersten Fototermin, bei dem ich weitere Fußballhelden kennenlernen durfte.

Ab in die Sonne: Die rund 24-stündige Busfahrt zwischen Hamburg und Santa Susanna vertreiben sich die Fußballheld*innen mit Spielen und Bundesliga-Schauen.

Leider waren wir durch kurzfristige Absagen in diesem Jahr nur zwei Fußballhelden aus Hamburg. An dieser Stelle möchte ich hier einfach noch einmal die HFV-Vereine ermutigen: Wenn man engagierte Ehrenamtliche kennt, sollte man sie unbedingt für die Fußballhelden-Reise vorschlagen. Es lohnt sich wirklich und man gönnt jedem diese Erfahrung von Herzen. Anmerkung der Redaktion: Der HFV informiert hier über den Ausschreibungszeitraum, vsl. Mai/Juni 2026.

Am Abend folgte die offizielle Begrüßungsveranstaltung. Die Atmosphäre war locker, offen und gleichzeitig inspirierend. Ein Highlight des Abends war die Vorstellung von Hannes Wolf, der in einem kurzweiligen Entweder-oder-Interview spannende Einblicke in seine Sicht auf Fußball, Training und Talententwicklung gab. Dabei wurde auch schon angekündigt, dass er im Laufe der Woche noch ausführlicher über seine „Trainingsphilosophie Deutschland“ sprechen würde – etwas, worauf sich viele bereits an diesem Abend freuten.

Beeindruckende Plätze mit Blick aufs Meer

Der nächste Tag begann direkt mit einem starken Praxisteil auf einem der beeindruckendsten Plätze, die ich bisher gesehen habe: ein Kunstrasen direkt am Strand von Santa Susanna, mit Blick aufs Meer. Vormittags arbeiteten wir intensiv mit unseren beiden sehr kompetenten Kursleitern an einem Trainingsprogramm. Am Nachmittag kam Hannes Wolf zu uns auf den Platz. Er besuchte jede Gruppe und stellte eine Einheit aus seiner Trainingsphilosophie vor, die sowohl inhaltlich als auch praktisch sehr viel gebracht hat. Neben all dem Fachlichen entwickelten sich gleichzeitig die ersten echten Freundschaften. Schon am zweiten Tag fühlte es sich an, als würde man sich seit Jahren kennen – sei es beim Karten spielen, abendlichen Zusammensitzen oder spontanen Gesprächen am Strand.

Am Mittwoch starteten wir mit einer Theorieeinheit, bevor wir wieder auf den Platz fuhren. Die Mischung aus Input, Austausch und Praxis war perfekt abgestimmt. In den Übungen, die wir sowohl als Trainer als auch als Spieler durchführten, stand neben der Vermittlung der Inhalte immer auch der Spaß im Vordergrund, sodass man ständig in Bewegung war und mit viel Freude lernte.

Dribbling unter Palmen: Die Kunstrasenplätze direkt an der spanischen Küste bieten ein ganz besonderes Flair.

Ein besonders eindrucksvoller Moment war eine große koordinative Einheit mit allen rund 200 Teilnehmenden gleichzeitig. Wir standen in einem großen Rondell unter Palmen, begleitet von Musik, Lautsprechern und einer richtig mitreißenden Showatmosphäre. Es gab Koordinationsaufgaben, Ballaktionen und einen Papierflieger-Weitwurf-Wettbewerb, bei dem sogar Flammenwerfer-Elemente und Boxen in der Mitte für zusätzliche Stimmung sorgten. Diese Mischung aus Bewegung, Teamgeist und Showeffekt hat die Einheit zu einem echten Highlight gemacht.

Darauf folgte ein weiterer sehr besonderer Programmpunkt, der vielen noch einmal bewusst gemacht hat, wie viel Verantwortung und Wirkung Ehrenamt im Fußball haben kann.

Die DKMS stellte ihre Arbeit vor und berichtete von einem ehemaligen Fußballhelden, der sich während seiner Bildungsreise als Stammzellspender registriert hatte und später tatsächlich ein Menschenleben retten konnte. Die Geschichte war unglaublich berührend und führte dazu, dass sich spätestens an diesem Tag alle, die noch nicht registriert waren, direkt vor Ort eingetragen haben.

Direkt im Anschluss hielt der DFB-Schiedsrichter-Chef Knut Kircher einen Vortrag, der für mich persönlich einer der besten Vorträge war, die ich jemals hören durfte. Er war gleichzeitig lustig, informativ und beeindruckend authentisch. Wir wurden aktiv einbezogen, konnten Spielszenen bewerten und bekamen einen ehrlichen Einblick darin, wie anspruchsvoll, wichtig und herausfordernd der Schiedsrichterberuf wirklich ist. Dieser Vortrag hat bei vielen einen bleibenden Eindruck hinterlassen und war ein weiteres Highlight der Reise.

Ausflug in Kataloniens Metropole

Der Donnerstag brachte einen der besonderen Höhepunkte mit sich: den gemeinsamen Ausflug nach Barcelona. Zuerst fuhren wir auf einen Berg, von dem aus man das aktuelle Stadion des FC Barcelona sehen konnte.

Die Teilnehmenden erhielten wertvolle Impulse für ihre Arbeit im Jugendfußball, u. A. von Hannes Wolf..

Anschließend wurden wir im Stadtzentrum abgesetzt und hatten einige Stunden Zeit, die Stadt in unseren Gruppen frei zu erkunden. Wir gingen gemeinsam essen, schlenderten durch die Gassen und besuchten die Sagrada Família – ein eindrucksvoller Moment, der vielen noch lange im Gedächtnis bleiben wird. Zurück im Hotel fanden unterschiedliche Workshops statt, die man sich selbst auswählen konnte, bevor der Abend mit einem spannenden Headisturnier (Fußballtischtennis) ausklang.

Am Freitagmorgen stand die letzte Trainingseinheit zusammen mit der finalen Challenge an. Nachmittags folgte dann das große Abschlussturnier, das noch einmal richtig Spaß gemacht hat und die Woche sportlich abgerundet hat. Anschließend ging es kurz zum Duschen, bevor der gemeinsame Abschlussabend stattfand. Das ausgewählte katalanische Restaurant war wunderschön, das Essen hervorragend und die Atmosphäre sehr herzlich. Es gab verschiedene Danksagungen und kleinere Ehrungen für besondere Leistungen der Woche, bevor das offizielle Video der Reise gezeigt wurde, das viele schöne Momente wieder aufleben ließ und die Stimmung noch einmal emotional einfing.

Fazit: FUSSBALLHELDEN-Bildungsreise 2025 ist mehr als eine Fortbildung

Für die Rückreise war ich noch nicht sicher ob ich erneut fliege, oder die Busreise antrete, doch meine Gruppe überredete mich, die 24-stündige Bustour nach Hamburg mitzufahren. Trotz der langen Fahrt habe ich es keine Sekunde bereut. Wir haben gemeinsam Bundesliga geschaut, Spiele gespielt, Musik gehört und die Zeit richtig genossen. Es war ein perfekter Abschluss einer ohnehin unvergesslichen Woche, die am Samstagabend gegen 22 Uhr endgültig endete.

Die FUSSBALLHELDEN-Bildungsreise 2025 war weit mehr als eine Fortbildung. Neben dem fachlichen Input, den ich für mein Training mitnehmen konnte, sind vor allem viele wertvolle Begegnungen entstanden. Ich habe tolle Menschen kennengelernt, mit denen ich weiterhin in engem Austausch bin, und Freundschaften geschlossen, die sehr wahrscheinlich lange bestehen werden. Es war eine besondere Mischung aus Lernen, Gemeinschaft, Spaß und Wertschätzung – und eine Erfahrung, die ich jedem nur ans Herz legen kann.

220 junge Ehrenamtliche aus Deutschland, Österreich und der Schweiz profitierten von der FUSSBALLHELDEN-Bildungsreise
durch fachliche Erweiterung, Netzwerken und das Schließen neuer Freundschaften.