ODDSET-Pokalfinale: Victoria feiert fünften Titelgewinn!

Schlangen bereits über eine Stunde vor Spielbeginn, der ODDSET-Pokal bewegte die Massen, eine traumhafte Kulisse bei Hamburger Schmuddelwetter. Die Mannschaften spielten dann auch voll mit und lieferten sich über 120 Minuten einen packenden Pokalfight. Das bessere Ende hatte der SC Victoria auf seiner Seite, 2:1 nach Verlängerung.

Unter den Fangesängen der beiden lautstarken Fanlager pfeift Schiedsrichter Ralph Vollmers das ODDSET-Pokalfinale 12/13 an. Vicky sofort mit Angriffspressing, den Oberligisten gleich einmal einschüchtern scheint die Devise zu sein. Gelingt aber nur mäßig, denn der erste Warnschuss kommt von Elmshorns Jan Lüneburg, kein Problem für Tobias Grubba im Kasten der Victorianer. Beim nächsten Geschoss sieht die Sache schon etwas anders aus. Lüneburg schickt Ziller, der hält aus rechter „Flanken-Position“ einfach mal drauf – Unterkante der Latte (9.).

Aufmarsch der „Gladiatoren“: Angeführt von Schiri Ralph Vollmers und seinem Gespann betreten die Teams das Spielfeld vor der vollbesetzten Tribüne – Foto: HFV

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Victoria hoch überlegen, Elmshorn stellt taktisch um
Victoria dominiert insgesamt die Anfangsphase, hat mehr Ballbesitz. Aussetzer Sottorf auf der linken Verteidigerposition, Brüning im Zentrum Nutznießer, der Ball im Netz, aber Referee Vollmers sieht vorher ein Halte-Vergehen von Azong (11.). Nichts zu beanstanden drei Minuten später: Gersdorf mit Standproblemen, Hoose mit Zug in Strafraum und per Linksschuss aus sechs Metern durch die Hosenträger von Springer – 1:0 (14.). Der SCV weiter mit der Musik, Elmshorn mit zu vielen Fehlpässen im Aufbau. Resultat: Schnelles Umschalten und Chancen für Victoria. Sachs auf Brüning, aus fünf Metern verfehlt der Jungspund per Kopf (24.) Im Minutentakt der Regionalligist, Sachs aus halbrechter Position frei durch, aber am langen Eck vorbei (26.). Dann Hoose mit Alutreffer auf 18 Metern (28.). Hollerieth reagiert, nimmt Thorben Reibe vom Acker (32.), mit Milos Ljubisavljevic erhofft sich der Trainer anscheinend mehr Druck auf den Spielaufbau der Gelb-Blauen. Taktisch stellt der FCE von einem 4-2-3-1 auf ein 4-3-3 um.
Wirkliche Besserung tritt nicht ein, alle zweiten Bälle landen beim Titelverteidiger, von frühzeitigem Stören der Spieleröffnung nichts zu sehen – der FC Elmshorn ohne Zugriff auf die Partie. Die Halbzeit kommt wie gerufen. „Ich habe der Mannschaft gesagt, dass sie nicht zu verlieren hat. Sie sollen es genießen“, so Hollerieth.

Pokaljubel. Nach der Übergabe durch HFV-Präsident Dirk Fischer, LOTTO-Hamburg-Geschäftsführer Torsten Meinberg streckt Victoria-Kapitän Marcus Rabenhorst den ODDSET-Pokal in die Höhe

Jeske gleicht per Karate-Kick aus
Einfach das Spiel abgeben, kommt für den FCE nicht in Frage. Den Jungs ist anzumerken, dass sie Wiedergutmachung betreiben wollen. Zehn Minuten Stückwerk, dann hält Lüneburg aus 30 Meter drüber (60.). Im Gegenzug Hoose auf das kurze Eck gezogen, guter Meter vorbei. Hollerieth geht auf Risiko, nimmt den defensiven Lange runter, bringt Pokal-Wunder Ude (65.). Das Bild der zweiten Hälfte besteht aus Fehlpässen und Unzulänglichkeiten, der Unterschied zur Hälfte eins ist, dass Victoria jetzt mitmacht. Aus dem Nichts ein (zu) weiter Ball, Jeske per Karatekick aus zwölf Metern – Grubba verdutzt und ohne Chance, das überraschende 1:1 (77.). Die zweite Luft für Elmshorn, aber keine Entscheidungsmöglichkeit. „Jetzt mussten wir uns irgendwie über die Zeit retten“, so Göttling zu den schwindenden Kräften. Es geht in die Verlängerung.

Stilz-Knaller sorgt für Pokal-Erfolg
Nachschlag für das Volk und gleich eine Eröffnung der besonderen Art: Stilz schweißt das Leder aus 25 Metern in den Knick – 2:1 Vicky wieder vorn (95.)! Die Victorianer sehr ballsicher mit der Führung im Rücken, Azong muss den Deckel auf die Partie setzen (100.), vergibt aber kläglich. Alles auf eine Karte: Ziller scheitert mit Linksschuss an Grubba (113.). Kurz danach Ziller auf Lüneburg, plötzlich Jeske blank am Sechzehner. Sein Abschluss weit über den Fangzaun (115.). Gersdorf, der nun in der Sturmspitze die hohen Bälle ziehen soll, nähert sich mit einem Kopfball noch weiter, knapp über die Latte (117.). Der Ausgleich wäre jetzt verdient, mit dem Mute der Verzweiflung. Noch einmal Freistoß aus dem Halbfeld – 120. Minute, Keeper Springer mit im Strafraum, aber der Ball an Freund und Feind vorbei. Das war es, Abpfiff des guten Schiedsrichter Vollmers. Victoria streckt die Hände in den Himmel und feiert seinen fünften Titelerfolg im Pokalwettbewerb und kann sich auf die erste DFB-Pokalrunde freuen! Der FC Elmshorn ein würdiger Finalist, allerdings verschlief die Mannschaft den ersten Durchgang komplett und hatte am Ende nicht das nötige Glück.

So sehen Sieger aus: SC Victoria – ODDSET-Pokalsieger 2013!

Stimmen von der Pressekonferenz:
Achim Hollerieth (Trainer FC Elmshorn):
„Meine Glückwünsche gehen zu erst einmal an den SC Victoria. Wenn eine Mannschaft am Ende 2:1 führt, dann hat sie es sich auch verdient. Wir können die Partie in zwei Hälften teilen. In Durchgang eins war Victoria in allen Belangen überlegen. Wir hätten uns über drei, vier Gegentore nicht beschweren dürfen. Mit den zweiten 45 Minuten und der Verlängerung bin ich total zufrieden. Uns war klar, dass Victoria konditionell nach den vielen Spielen abbauen werden würde. Passend zu einem Finale macht Roger ein würdiges Tor. Aber wir lassen den Kopf nicht hängen, haben die Meisterschaft gepackt, haben einen Pokalfight geliefert und gehen jetzt in die Aufstiegsspiele.“

Lutz Göttling (SC Victoria):
„Achim hat es schon gesagt, wir sind sehr gut reingekommen und haben das Tempo bestimmt. Bis zur Halbzeit vergeben wir fünf Hundertprozentige. Mir war aber klar, dass es in Durchgang zwei schwer werden würde, da wir vor 48 Stunden ein schweres Spiel in Flensburg gehabt haben. Dann kommt das unglaubliche Tor von Jeske, der quer in der Luft liegt. In der Verlängerung haben wir auf ein 4-4-2 umgestellt, um mehr Ballsicherheit zu haben. Dann holt Roger so ein Ding raus und am Ende haben wir Grubba, der noch ein, zwei Bälle hält. Über 120 Minuten vor solch einem tollen Publikum waren wir einen Tick vor.“

Torsten Meinberg (Geschäftsführer LOTTO Hamburg GmbH):
„Ich bin sehr zufrieden, es ist eine Auszeichnung für den Hamburger Fußball, dass so viele Zuschauer dabei waren. Beide Mannschaften haben den Fans etwas geboten. Für LOTTO Hamburg ist es eine Ehre, dabei zu sein. Und das werden wir auch in den nächsten Jahren sein, ich freue mich schon auf das nächste Jahr.

Dirk Fischer (HFV-Präsident):
„Es war ein spannendes, tolles Finale. Der Publikumszuspruch war richtig schön, aber unter 4000 wollen wir es auch nicht mehr machen. Beide Teams haben ihre Regionalligatauglichkeit unter Beweis gestellt. Herzlichen Dank an LOTTO Hamburg für ihr Engagement und allen fleißigen Helfern, die die letzten Wochen daran gearbeitet, dass es so toll über die Bühne gegangen ist. Ich drücke dem SC Victoria im letzten Spiel im Kampf um den Klassenerhalt die Daumen, und ebenso dem FC Elmshorn, der vor den Relegationsspielen steht. Der Hamburger Fußball-Verband hat großes Interesse daran, dass viele Vertreter den Hamburger Fußball in der Regionalliga repräsentieren.“

Statistik:
SC Victoria: Grubba – Brück, Schumann (84. Eybächer), Rabenhorst, Seguro (81. Cetinkaya) – Stilz , Trimborn – Azong, Hoose, Sachs (72. Bambur) – Brüning
Trainer: Lutz Göttling

FC Elmshorn: Springer – Ansorge, Gersdorf, Kaetow, Sottorf – Böwig, Lange (65. Ude) – Ziller, Reibe (32. Ljubisavljevic), Jeske – Lüneburg
Trainer: Achim Hollerieth

Tore: 1:0 Hoose (14.), 1:1 Jeske (77.), 2:1 Stilz (95.)

Schiedsrichter: Ralph Vollmers (FSV Geesthacht); SR-Assistenten: Daniel Burmester (TSV Glinde) und Danny Stöver (SV Hamwarde)

Zuschauer: 4044

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