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Nachruf auf Frank „Bobby“ Schnehagen

Mit großer Trauer nimmt der Hamburger Fußball-Verband Abschied von Frank „Bobby“ Schnehagen, der am 15. August 2026 im Alter von 71 Jahren verstorben ist.

Mit Bobby verliert die Hamburger Schiedsrichterfamilie einen Menschen, der über Jahrzehnte hinweg zum festen Gesicht des Amateurfußballs gehörte. Seit März 1987 war er als Schiedsrichter für den SC Poppenbüttel aktiv und blieb dem Hamburger Schiedsrichterwesen stets eng verbunden. Zahlreiche Spiele leitete er bis zur Bezirksliga, darüber hinaus war er viele Jahre als Schiedsrichter-Assistent bis in die Oberliga im Einsatz. Über mehrere Jahre hinweg leitete er in jeder Saison rund 100 Spiele. Seinen letzten Einsatz hatte er im November 2024 ehe er krankheitsbedingt seine Pfeife an den Nagel hängen musste.

Doch wer von Bobby spricht, denkt nicht zuerst an Spielklassen oder die Anzahl seiner Einsätze. Wer von Bobby spricht, erinnert sich an einen Menschen, der mit seiner offenen Art, seinem Humor und seiner Herzlichkeit jeden willkommen hieß. Er war einer von denen, die eine Kabine mit wenigen Worten zum Lachen bringen konnten und deren bloße Anwesenheit dafür sorgte, dass man sich auf den gemeinsamen Einsatz freute.

Für viele Spielerinnen und Spieler, Trainerinnen und Trainer, Betreuerinnen und Betreuer, Zuschauende und Schiedsrichterkollegen und -kolleginnen war Frank Schnehagen schlicht „Bobby“. Einer, der fast immer gute Laune verbreitete und für jede Situation den passenden Spruch parat hatte. Seine lockere und menschliche Art machte ihn weit über den eigenen Verein hinaus bekannt und beliebt. Gleichzeitig besaß er eine natürliche Autorität, die ihm Respekt und Anerkennung im Hamburger Amateurfußball einbrachte.

Wer mit Bobby im Gespann unterwegs war, wird sich an einen seiner ganz typischen Momente erinnern: Wenn ein Angreifer gerade noch rechtzeitig gestartet war und kein Abseits vorlag, hallte häufig ein lautstarkes und unverwechselbares „Frei!“ über den Platz. Für viele Schiedsrichterkolleginnen und -kollegen gehört dieser Ruf bis heute untrennbar zu den Erinnerungen an Bobby. Solche kleinen Eigenheiten waren es, die ihn zu einem echten Original machten.

Seine Leidenschaft für das Schiedsrichterwesen und sein langjähriges Engagement wurden 2014 mit der Verleihung der Silbernen Ehrennadel für 25 Jahre Tätigkeit als Schiedsrichter gewürdigt. Doch Auszeichnungen allein beschreiben nicht, welchen Stellenwert Bobby innerhalb der Hamburger Schiedsrichtergemeinschaft hatte. Seine eigentliche Anerkennung lag in den vielen Freundschaften, die er über Jahrzehnte hinweg aufgebaut hat.

Besonders eng verbunden war Bobby dem damaligen BSA Walddörfer, der später in den BSA Nord überging. Dort war er nicht nur ein geschätzter Sportkamerad, sondern vor allem ein Mensch, den man immer gern um sich hatte. Viele Schiedsrichtergenerationen haben mit ihm Spiele geleitet, Fahrgemeinschaften gebildet, Lehrabende besucht und unzählige gemeinsame Stunden erlebt. Dabei entstanden Erinnerungen, die weit über den Fußball hinausreichen. Aus den gemeinsamen Einsätzen auf den Fußballplätzen entwickelte sich eine Freundschaft, die viele Jahre Bestand hatte. Genau diese Fähigkeit, Menschen miteinander zu verbinden und aus Kollegen Freunde zu machen, war eine seiner größten Stärken.

Mit Bobby verlieren wir einen Menschen, der den Fußball liebte, die Gemeinschaft schätzte und dessen Humor vielen in Erinnerung bleiben wird. Die Geschichten, die Anekdoten und die gemeinsamen Erlebnisse werden bleiben. Ebenso die Erinnerung an einen Mann, der den Hamburger Fußball über Jahrzehnte mitgeprägt hat, ohne jemals das Rampenlicht zu suchen.

Unsere Gedanken sind bei seiner Familie.
Mach’s gut, Bobby. Wir werden dich nicht vergessen.