Jugendspielerin & Jugendspieler des Jahres 2026 im Interview

Beim HFV-Jahresempfang 2026 wurden Leni Eggert (Hamburger SV) zur Jugendspielerin des Jahres und Wissou Kaba (FC St. Pauli) zum Jugendspieler des Jahres ausgezeichnet. Im Interview sprechen beide über ihren Weg zum Fußball, ihre Entwicklung, die Bedeutung der HFV-Auswahl und darüber, was junge Spieler auf ihrem Weg mitbringen sollten.
HFV: Wie seid ihr zum Fußball gekommen?
Leni Eggert: Durch meine Schwester Liv bin ich zum Fußball gekommen, ich habe mit fünf Jahren angefangen. Thorsten Manhardt war mein erster Trainer. Zunächst habe ich drei Monate Einzeltraining mit Thorsten gemacht, bevor es eine erste Vereinsmannschaft gab.
Wissou Kaba: Mein Vater und meine ganze Familie sind sehr fußballbegeistert. Deshalb war es für mich selbstverständlich, Fußball zu spielen. Mit vier Jahren habe ich beim SC Bielefeld bei den Mini-Kickern angefangen. Heiko Stapperfenne war dort mein erster Trainer. Zwei Jahre später bin ich zum VfR Wellensieck, auch in Bielefeld, gewechselt. Dort wurde zum ersten Mal leistungsorientiert trainiert, meine Trainer waren Fazlijevic und Tobias Wohlmann. Beim FC St. Pauli war in der U10 Malte Boven mein erster Trainer.
HFV: Wie hat sich eure Spielposition in den vergangenen Jahren entwickelt?
Leni Eggert: Ich habe mich von der Abwehrchefin über die Zehner-Position zur offensiven linken Mittelfeldspielerin entwickelt.
Wissou Kaba: Als ich jung war habe ich auf dem rechten Flügel gespielt. Beim FC St. Pauli habe ich im Laufe der Jahre mehrere Positionen gespielt.
HFV: Was habt ihr für euch in den zurückliegenden Jahren gelernt?
Leni Eggert: Mit dem Spaß kamen die besten Ergebnisse. Ich habe gelernt, immer weiterzumachen und dranzubleiben.
Wissou Kaba: Ich habe gelernt, Rückschläge wegzustecken. Dazu gehörten Verletzungen und der Umbauprozess des Körpers. Wichtig ist, dranzubleiben, weiterzumachen und zu versuchen, sein Bestes zu geben.
HFV: Welche Bedeutung hatte die HFV-Auswahl für eure Entwicklung?
Leni Eggert: Die HFV-Auswahl hatte eine große Bedeutung. Über die Auswahlturniere bin ich zur Nationalmannschaft gekommen. Das Training hat mich weitergebracht, auch das Training mit den Mädels hat sehr viel Spaß gemacht.
Wissou Kaba: Die HFV-Auswahl hatte eine sehr große Bedeutung. Dort konnte ich mich mit den Besten messen. Man wollte alles geben, auch mit dem Ziel, die Nationalmannschaft zu erreichen.
HFV: Welchen Tipp habt ihr für Nachwuchsspieler und -spielerinnen, welche Techniken im Topsegment von Bedeutung sein werden?
Leni Eggert: Man sollte nicht den Spaß verlieren. Schnelligkeit, Basics und zocken sind wichtig.
Wissou Kaba: Man muss seine Qualitäten auf den Platz bringen, physisch stark sein und dann sein Spiel gestalten. Die Basics muss man beherrschen – mit dem Ziel auf Beidfüßigkeit, also beim ersten Kontakt, bei der Präzision beim Passen und bei Abschlüssen und Torschüssen.
HFV: Was ist eure persönliche Stärke im Spiel?
Leni Eggert: Meine Stärke ist das Tempo auf Außen, Bälle in die Box zu bringen und hinter die Kette zu kommen.
Wissou Kaba: Meine Stärken sind Physis und Schnelligkeit, Bälle weiterzuleiten und selbst zum Torschuss zu gelangen.
HFV: Wie wichtig sind euch Mannschaftsgeist und Teamgeist?
Leni Eggert: Sehr wichtig. Man kann nicht allein gewinnen.
Wissou Kaba: Sehr wichtig. Wie die Stimmung im Umfeld ist, wirkt sich auf die Spielleistung aus und man harmoniert besser. Sich gut zu verstehen, hilft sehr.
HFV: Was war für euren sportlichen Werdegang der entscheidende Impuls?
Leni Eggert: Weitermachen war Programm. Ehrgeiz und der Wille zu gewinnen waren wichtig. Es gab Spiele, in denen die Mentalität und Lockerheit im Kopf da waren, mit dem Rückenwind der Familie.
Wissou Kaba: Meine Trainer, insbesondere Malte Schlichtkrull, haben an mich geglaubt. Wir haben verschiedene Dinge ausprobiert, auch auf verschiedenen Positionen. Daraus habe ich mit der Hilfe des Vereinsumfeldes meine eigene Position gefunden.
HFV: Wissou, Du hattest in deiner Jugendzeit mit Verletzungen zu kämpfen. Was hat dir geholfen, diese Zeit gut zu überstehen?
Wissou Kaba: Meine Familie und Freunde haben mir geholfen, genauso wie mein Mindset. Wichtig war, mich nicht runterziehen zu lassen und eine gute Begleitung zu haben. Ich bin weiterhin zu den Spielen zum Zugucken gekommen und habe mich als Teil der Mannschaft gefühlt. So konnte ich die Vorfreude bewahren, wieder auf dem Platz zu stehen.
HFV: Vor was sollten sich talentierte Spieler am meisten schützen, um Erfolg zu haben?
Leni Eggert: Man sollte gegen negative Kommentare immun sein und sich davon nicht runterziehen lassen.
Wissou Kaba: Man sollte seinen Lebensstil anpassen, verfügbar und fit bleiben und als Sportler auf sich achten, insbesondere bei Schlaf und Ernährung, um seine Leistung abrufen zu können. Wenig Ablenkungen sind dabei wichtig.
HFV: Was habt ihr am Umgang mit euch von Seiten der Trainerinnen und Trainer am meisten schätzen gelernt?
Leni Eggert: Ich habe das Vertrauen geschätzt, das mir gegeben wurde. Wenn es mal nicht so gut lief, wurde ich dennoch aufgestellt. Bei den Jungs habe ich immer gespielt.
Wissou Kaba: Einige Trainer haben mich weiter aufgebaut, sich Zeit genommen und Spiele analysiert. Sie haben mir auch Nachrichten geschrieben. Malte Schlichtkrull sowie Joris Wittkugel und Heiko Knispel haben zudem mit mir Individualtraining gemacht.
HFV: Mit welchen Stärken wird ein talentierter Spieler bzw. eine talentierte Spielerin heute U-Nationalspieler*in?
Leni Eggert: Man muss Bälle fordern, mutig und präsent sein. Auch positiver Egoismus, Tempo und Wille helfen sehr.
Wissou Kaba: Mut – mit Mut fällt man auf. Man muss den Ball haben wollen, agieren und Verantwortung übernehmen.
HFV: Vielen Dank für die Einblicke und euch alles Gute auf euren Wegen!
Mehr Infos zu Leni Eggert und Wissou Kaba gibt es hier.