Gesundheitstipp der IKK classic:

Alkohol verliert für viele Jugendliche seinen Reiz: Heutzutage warten Jungen und Mädchen länger, bis sie anfangen zu trinken. Auch heftige Besäufnisse sind seltener angesagt. Es sind gute Nachrichten, die eine aktuelle Studie zum Suchtverhalten Jugendlicher und junger Erwachsener ergab. Danach hat jeder Dritte der Zwölf- bis 17-Jährigen noch nie in seinem Leben Alkohol getrunken. 2001 konnten das nur 13 Prozent der Jugendlichen in dem Alter von sich sagen. Der Trend scheint sich also positiv zu entwickeln. Entwarnung gibt es trotzdem nicht, denn Alkohol stellt nach wie vor für die meisten Teenager eine große Gesundheitsgefahr dar.

Jugendliche reagieren empfindlicher auf Alkohol und können ihn im Körper weniger gut abbauen. Übermäßiger Konsum dieser Alltagsdroge in der Pubertät kann dramatische Folgen für die Wahrnehmungsfähigkeit, das Lernen, Erinnern und Denken haben. Die volle Funktionalität des Gehirns wird erst zwischen dem 16. und 18. Lebensjahr erreicht. Im Alter von zwölf bis 15 Jahren finden noch starke strukturelle Veränderungen im Gehirn statt. Dieser Prozess kann durch die Giftwirkung des Alkohols dauerhaft beeinträchtigt werden. Zudem kommt es im Verhältnis zur Suchtentwicklung bei Erwachsenen bei Jugendlichen viel schneller zu einer körperlichen Alkoholabhängigkeit.

Die Pubertät ist eine besondere Lebensphase, in der sich Jugendliche ausprobieren wollen und sich viel bei ihnen verändert: Sie entwickeln eine eigene soziale, sexuelle und berufliche Identität. Nicht selten gehört zum Findungsprozess eben auch, dass Kinder Suchtmittel ausprobieren. Alkohol ist relativ einfach verfügbar. Eltern und andere erwachsene Bezugspersonen sollten deshalb ein wachsames Auge auf das Verhalten ihrer Kinder haben. Befürchten sie, dass der Teenager mit verbotenen Substanzen experimentiert, müssen sie aktiv werden. Das ist nicht einfach. Die IKK classic gibt Tipps, die dabei helfen können:

– Das Gespräch soll in einer ruhigen Situation stattfinden und nicht wie ein Verhör wirken.
– Bei Meinungsverschieden ist Sachlichkeit oberstes Gebot. Bei unklaren Äußerungen sollte nachgehakt werden.
– Auch der eigene Umgang mit Suchtmitteln sollte offen angesprochen werden.
– Eine klare Haltung ist wichtig, aber genauso wichtig ist es, zu vermitteln, dass man stets Ansprechpartner bleibt und auf der Seite des Jugendlichen steht.
– Manchmal kann es hilfreich sein, alternative Gesprächspartner anzubieten, zum Beispiel in einer Beratungsstelle
– Erwachsenen, die sich unsicher oder überfordert fühlen, sollten sich ebenso Rat oder Hilfe bei Beratungsstellen holen. Wer eine passende Hamburger Stelle sucht, wird im Internet fündig: http://www.hamburg.de/drogenberatung-suchthilfe/

Die IKK classic bietet kostenlos die Broschüre „Berauscht vom Leben“ an. Neben Alkohol und Nikotin werden darin auch illegale Suchtmittel, Medikamente, Mager- und Computersucht thematisiert. Um sie zu bestellen, reicht ein Anruf bei der kostenlosen Servicehotline 0800 455 1111 aus.

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