Fairplay und Ehrenamt: DFB zeichnete Sieger aus

Selbst vorbeischauen konnten die Nationalspieler nun doch nicht, schließlich stand am Abend (ab 20.45 Uhr, live bei RTL) ein Länderspiel an. Dafür schickte Mario Götze Videogrüße. Am Freitagnachmittag, ein paar Stunden vor dem vierten Auftritt der Weltmeister in der EM-Qualifikation, ehrte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) Menschen von der Basis. Im Historischen Rathaus der Stadt Nürnberg wurden die Sieger der seit 1997 erfolgreich laufenden Initiative „Fair ist Mehr“ sowie 100 im Fußball ehrenamtlich tätige Menschen aus ganz Deutschland geehrt.
Die Ansprache des WM-Finalsiegtorschützen galt den beiden jüngsten Gewinnern: den D-Jugendspielern Till Bartlog und Benjamin Jäger. „Auch von mir alles Gute und einen herzlichen Glückwunsch“, so Mario Götze. „Ich habe großen Respekt vor eurer Sportlichkeit und eurem fairen Verhalten, daran können sich einige Fußballer und Sportler ein Beispiel nehmen.“

Till Bartlog, zur Zeit seiner guten Tat zehn Jahre jung, hatte in einem D-Jugendspiel des 1. FC Hassloch 08 aus dem Südwestdeutschen Fußballverband in aussichtsreicher Position gewartet. Seinem kleinen Gegner war die Brille zu Boden gefallen – also wartete Till, bis der die Brille wieder aufgesetzt hatte. Über die Auszeichnung freut und wundert er sich: „Wieso? Das war doch ganz normal.“
Dass faires Spiel keine Selbstverständlichkeit ist, zeigt die Geschichte des zweiten D-Junioren, der heute in Nürnberg ausgezeichnet wurde. Benjamin Jäger hatte für die D-Junioren des SC Eiweiler den Ball ins Tor befördert, vorher aber den gegnerischen Torwart geschubst. Der Schiedsrichter zeigte zum Mittelkreis, doch Benni zeigte sich selbst an. Und wurde dann von der Seitenlinie wüst beschimpft: „Wie kann man nur so blöd sein, so etwas zu machen?“

Neben fünf Bundessiegern aus dem Amateurbereich zeichnete der DFB heute auch einen Spieler und Trainer aus dem Profibereich aus. Florian Trinks von der SpVgg Greuther Fürth hatte sein Handtor im Punktspiel gegen Sandhausen beim Schiedsrichter gemeldet. Und der langjährige Zweitligaprofi Daniel Jurgeleit hatte als Trainer beim ETSV Weiche seinen Trainerkollegen vor einem Aufstellungsfehler bewahrt.
Aus dem Bereich des HFV waren dabei DFB Club 100-Mitglied Matthias Nehls (FC Süderelbe) und der HFV-Sieger der DFB-Aktion „Fair ist Mehr“ Mato Mitrovic (FC Bergedorf 85) sowie die Präsidiumsmitglieder Volker Okun und Christian Okun.

120 geladene Gäste, darunter DFB-Präsident Wolfgang Niersbach, Nürnbergs Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly und adidas-Chef Herbert Hainer, verfolgten die Ehrungsveranstaltung im Historischen Rathaus, bei der neben den fairen Fußballern auch 100 Ehrenamtler ausgezeichnet wurden. Der „Club 100“ ist seit langem die nationale DFB-Auszeichnung für verdiente Ehrenamtler. Jährlich werden so 100 Trainer, Betreuer und Vorstandsmitglieder aus dem Amateurfußball zu einem Länderspiel der Nationalmannschaft eingeladen. Diese 100 stehen für insgesamt 1,7 Millionen in Deutschland, die sich ehrenamtlich im Fußball engagieren.

Wolfgang Niersbach sagte: „Wir alle im Fußball spüren die große Begeisterung für unsere Mannschaft durch den WM-Titel in Brasilien. Dabei dürfen wir aber nie die Basis dieses Erfolgs vergessen. Faires Verhalten und ehrenamtliches Engagement sind tragende Säulen unseres Fußballs.“ Ulrich Maly würdigte noch einmal ausdrücklich das Engagement der ehrenamtlichen Trainer und die Jugendarbeit in Deutschland: „Der Weltmeistertitel beginnt in der D-Jugend. Was die Fußballnation Deutschland ausmacht, wächst von unten her“, so Nürnbergs OB.

Zudem erinnerte der DFB-Präsident noch einmal an den Anfang der Woche in Berlin. Für den DFB-Präsidenten hatte diese bereits mit zwei stimmungsvollen Terminen begonnen. Am Montagabend hatte er gemeinsam mit den Nationalspielern die Premiere des Kinofilms „Die Mannschaft“ erlebt, am Mittag hatte Joachim Gauck das Team für den Titelgewinn mit dem Silbernen Lorbeerblatt ausgezeichnet. „Die Rede des Bundespräsidenten im Schloss Bellevue war eine einzige Liebeserklärung an den Fußball“, sagte Niersbach und verriet auch erste Besucherzahlen. 120.000 Kinobesucher hatte der Film an den ersten beiden Tagen – top in Deutschland.

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