Blindenfußball-Bundesliga: FC St. Pauli erneut Deutscher Meister

Titel verteidigt: Der FC St. Pauli feiert die erneute Deutsche Meisterschaft © Carsten Kobow/ DFB-Stiftung Sepp Herberger

Der Titelverteidiger aus Hamburg setzt sich am letzten Spieltag der Blindenfußball-Bundesliga auf dem Kölner Roncalliplatz mit 4:0 gegen den direkten Konkurrenten MTV Stuttgart durch. Dritter des Abschlussklassements werden die Sportfreunde Blau-Gelb Blista Marburg.

Um 18.04 Uhr war es soweit: Philipp „Hippo“ Versen, Mannschaftskapitän des FC St. Pauli, streckte die DFB-Meisterplakette in den Himmel über Köln. Sein Team hatte mit einem 4:0 (2:0) gegen den MTV Stuttgart den Titelgewinn perfekt gemacht und dabei auf der ganz großen Bühne brilliert. Denn der Abschluss der Saison in der Blindenfußball-Bundesliga hatte auf dem Kölner Roncalliplatz, im Schatten des Doms, vor zahlreichen Zuschauern stattgefunden. Eingebettet war dieses Event in die erstmals in Köln ausgetragenen Fußball-Inklusionstag.

St. Pauli-Coach Schmidt: „Ein richtig geiler Sieg“
Dass mit Stuttgart und St. Pauli zwei alte Bekannte aufeinandertrafen, sorgte für zusätzliche Brisanz. Bereits im vergangenen Jahr hatten die beiden Teams den Titel im direkten Duell unter sich ausgemacht. Damals setzte sich auf dem Bonner Münsterplatz das Team aus Hamburg durch. Nun also folgte die Wiederholung. „Es war ein verdienter und richtig geiler Sieg“, freute sich St. Pauli-Coach Wolf Schmidt.

Zum überragenden Akteur der ersten Hälfte avancierte Jonathan Tönsing. Mit einem satten Schuss in den rechten Winkel brachte der Hamburger sein Team früh in Führung. Noch vor der Halbzeitpause legten die Hamburger das 2:0 nach. Wieder hieß der Torschütze Tönsing. Er schraubte damit seine Saisonausbeute auf neun Tore hoch. Und das, obwohl er aufgrund einer Knieverletzung zwischenzeitlich hatte passen müssen. Den dritten und vierten Treffer erzielte der ebenfalls starke Rasmus Narjes. „St. Pauli hat verdient gewonnen. Wir haben versucht, alles auf den Platz zu bringen, aber es fehlte die letzte Aggressivität und der letzte Biss“, so Stuttgarts Blindenfußball-Routinier Alexander Fangmann (37). Ihm habe es dennoch Spaß gemacht. „Köln wird sich als Austragungsort etablieren, davon bin ich überzeugt.“

„Köln wird sich als Austragungsort etablieren“: Volle Action vor vollem Haus © Carsten Kobow/ DFB-Stiftung Sepp Herberger

Grunwald: „Blindenfußball ins Blickfeld gerückt“
Das glaubt auch Stephan Grunwald: „Mit der Einbettung des Spieltags in die Fußball-Inklusionstage und die Auswahl der Austragungsstätte im Herzen der Stadt Köln haben wir den Blindenfußball und die übrigen Wettbewerbe für Sportler mit Behinderung weiter ins Blickfeld der Öffentlichkeit gerückt. Auf diese Weise wollen wir dazu beitragen, dass noch mehr Menschen mit Handicap Zugang in die bundesweit rund 24.300 Fußballvereine finden“, sagte der Schatzmeister des DFB und der DFB-Stiftung Sepp Herberger, die die Blindenfußball-Bundesliga seit dem Jahr 2008 gemeinsam mit dem Deutschen Behindertensportverband und dem Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband ausrichtet. So zog die DBFL im Verlauf dieser Saison vom Schlossplatz in Karlsruhe über den Kaiser-Friedrich-Platz in Soest, die Fürstinnenstraße in Gelsenkirchen bis zum Gelände am Nordufer mitten in Berlin. Mit dem Spieltag auf dem Kölner Roncalliplatz fand nun auch der Abschluss an prominenter Stätte statt.

„Ich bin unheimlich glücklich, dass wir diesen Spieltag vor einer derart tollen Kulisse abhalten konnten und auch in den kommenden Jahren hier sein dürfen. Mein Dank geht an die Stadt Köln“, sagte der Vorsitzende der DFB-Stiftung Sepp Herberger und DFB-Vizepräsident, Ralph-Uwe Schaffert. „Fußball ist offen für alle. Das zeigt sich hier im Herzen der Stadt in besonderer Weise“, so Schaffert weiter.

„Fußball ist offen für alle“: Ralph-Uwe Schaffert (r.) übergibt die Meistermedaillen © Carsten Kobow/ DFB-Stiftung Sepp Herberger

Torjägerkanone für Rasmus Narjes
Platz drei belegten die Sportfreunde Blau-Gelb Blista Marburg. Den Hessen reichte ein 0:0, um im direkten Duell ein Überholmanöver von Borussia Dortmund abzuwehren. Die beiden Toptorjäger Jonas Fuhrmann und Taime Kuttig lieferten sich dabei leidenschaftliche Zweikämpfe. Kuttig hatte bis zu seinem verletzungsbedingten Ausscheiden die Mehrzahl der Abschlüsse. Aber immer war ein Bein dazwischen oder der Torhüter parierte. Auch Fuhrmann, mit neun Saisontreffern bester Goalgetter seines Teams, blieb letztlich ohne Torerfolg. „Das war nicht so schlimm. Ärgerlich war, dass wir nicht gewonnen haben“, fand er mit Blick auf den Kampf um die Torjägerkanone, die sich Rasmus Narjes mit elf Treffern sicherte.

Auf dem fünften Platz landete der FC Schalke 04. Die „Königsblauen“ spielten 2:2-Unentschieden gegen Hertha BSC (6. Platz). Der BSV 1958 Wien gewann gegen die Spielgemeinschaft Fortuna 95 Düsseldorf / PSV Köln (8. Platz) und sicherte sich dadurch den 7. Platz in der Abschlusstabelle.

Unterstützt wird die Blindenfußball-Bundesliga von der Deutschen Telekom, Volkswagen und VANDA Pharmaceuticals.
Weitere Informationen zur Blindenfußball-Bundesliga unter www.blindenfussball.de.

[nk/dfb.de]

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