18.11.2013

Was ist mit den Hamburger Mädchen los? Platz 1 im NFV!

HFV-Verbandssportlehrer Uwe Jahn nimmt Stellung

Die HFV U14-Mädchen gewannen überlegen das NFV U14-Turnier. Was sind die Hintergründe?
Uwe Jahn: Erst mal freuen wir uns natürlich alle über den tollen und etwas überraschenden Erfolg. Wenn man dahinter schaut, dann steckt gerade seit der Entwicklung der neuen Struktur im Mädchen-Auswahlbereich seit 2011 viel Arbeit, großes Engagement und ein glückliches Händchen – vor allem bei der personellen Besetzung – eine wichtige Rolle.

Wie kam es zu dieser Neuausrichtung?
Uwe Jahn: Wir mussten als Verband die personelle Struktur im Trainerinnen-Bereich komplett neu erstellen und haben im Gegensatz zu früher nicht eine Verantwortlichkeit, sondern für die jeweiligen Auswahljahrgänge eine verantwortliche Trainerin. Der Vorteil liegt dabei in der Fokussierung einer Trainerin auf die jeweilige Jahrgangssituation, sprich eine engere Vernetzung zu den Vereinen, bessere Kontakte zu den Eltern und vor allem zu den Spielerinnen.
Hinzu kommt eine große fachliche Kompetenz der dort zur Zeit tätigen Auswahltrainerinnen, die moderne und fortschrittliche Trainingsmethoden in der Praxis umsetzen. Es sind also nicht nur personelle, sondern auch inhaltlich andere Akzente gesetzt worden.

Wie sieht es mit den Mädchen-Stützpunkten aus?

Uwe Jahn: Auch im Unterbau bei den Mädchen-Stützpunkte gab es Veränderungen, z. Teil personelle und auch hier eine Neuausrichtung. Im Detail haben wir z. Zt. zwei Stützpunkte im Hamburger Westen: Sternschanze (neu!) und Lokstedter Steindamm und dazu unseren Stützpunkt beim HFV in Jenfeld. Mit Beginn des Stützpunkttrainings in dieser Saison haben wir im Gegensatz zu den letzten Jahren kein 14-tägiges, sondern ein wöchentliches Training für die Stützpunktjahrgänge (U12 und U14). Das heißt, es wird jetzt mit weitaus größerer Intensität wöchentlich trainiert, um damit eine größere Kontinuität und bessere Entwicklungsmöglichkeit für die Mädchen zu schaffen. Denn schließlich sollen die Stützpunkte den Unterbau für den Auswahlbereich darstellen, damit sich aus diesem Talente-Pool (rund 120 Mädchen) die Besten für den Auswahlbereich qualifizieren können.

Gab es weitere Veränderungen?
Uwe Jahn: Wesentliche inhaltliche Veränderungen stellen auch die folgenden Themen dar:
1. Talentierte Mädchen sollten möglichst lange Spielerfahrungen mit Jungen tätigen – im Kindertrainingsbereich, U12- und U14-Bereich und unter Umständen auch noch später.
2. Zweitspielrecht für unsere Top-Spielerinnen (Spielberechtigung für eine Mädchen und Jungenmannschaft).
Diese Inhalte werden für die zukünftige Entwicklung des Mädchenfußballs prägend sein, auch wenn damit viele Schwierigkeiten verbunden sind, die noch geklärt werden müssen.

Wie geht es jetzt weiter?
Uwe Jahn: Wir blicken mit unserem gesamten Team positiv in die Zukunft, denn der Erfolg der U14 ist das Trainingsprodukt mit den Spielerinnen als U13. D.h., Dank nicht nur an das jetzige Trainer- und Mannschaftsteam, sondern auch an die Vorbereiter – die Stützpunkttrainerinnen und U13-Auswahltrainerin des letzten Jahres. Weiter so….!!!
Das Gespräch führte Carsten Byernetzki

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