27.04.2019

VOLLES HAUS AM MILLERNTOR: INTEGRATIONSDIALOGE GESTARTET

V. lks.: Ewald Lienen, Claudia Wagner-Nieberding, Eugen Gehlenborg und Cacau - Fotos Gettschat

Die Roadshow „Integration im Dialog“ des DFB hat begonnen. In Hamburg, wo der aus Gambia nach Deutschland geflüchtete HSV-Profi Bakery Jatta vor drei Tagen ein spektakuläres Tor erzielt hatte, fand am heutigen Freitag das erste regionale Dialogforum statt. 70 geladene Teilnehmer aus fünf DFB-Landesverbänden, darunter viele Vereinsvertreter, bearbeiteten in Hamburg das aus dem Jahr 2008 stammende Integrationskonzept des DFB. Saarbrücken, Frankfurt, Kamen und Leipzig sind im Mai weitere Etappenstopps. Das neue, partizipativ erarbeitete Konzept soll am 26./27. September in Frankfurt/Main dem DFB-Bundestag, auf dem auch der neue Präsident gewählt wird, vorgelegt werden.

Begrüßung durch Ewald Lienen

„Fußball gibt dem Gemeinwesen ungeheuer viel, auch weil er die Kraft dazu hat. Und sie geben dem Fußball diese Kraft“, sagte DFB-Vizepräsident Eugen Gehlenborg den im Ballsaal Süd des Millerntor-Stadions versammelten Ehrenamtlern aus Vereinen und Verbänden.
Der DFB-Integrationsbeauftragte Cacau, der die Schirmherrschaft für die Dialogveranstaltungen übernommen hat, versprach: „Wir sind hier, um zuzuhören. Mich freut es sehr, dass wir jetzt mit dieser wichtigen Veranstaltung durchs Land ziehen.“

Lienen: „Gesellschaft hat sich fundamental gewandelt“

Starke HFV-Präsenz

Zum Auftakt des fast fünfstündigen Forums im Ballsaal Süd des Millerntor-Stadions aber sprach Ewald Lienen. Der Technische Direktor des FC St. Pauli begrüßte als Hausherr die versammelten Forumsteilnehmer. „Unsere Gesellschaft hat sich fundamental gewandelt“", sagte Lienen, und sprach etwas auch Veränderungen in der Kommunikation an. „Mit einem einzigen Tweet kann jeder Verrückte die ganze Welt bespaßen oder auseinanderdividieren. Doch der Fußball hat etwas Verbindendes. Wir müssen einfach Anstrengungen unternehmen, den Zusammenhalt zu fördern. Dabei kann der Fußball eine wichtige Rolle spielen.“

Spätestens seit dem Jahr 2006 zählt „Integration“ zum engeren DFB-Aufgabenkatalog. Mit zehn Selbstverpflichtungen hatte man sich damals am Nationalen Integrationsplan der Bundesregierung beteiligt und mit der Berufung von Gül Keskinler gleich die erste Verpflichtung erfüllt. Im November 2016 löste Cacau Keskinler als DFB-Integrationsbeauftragter ab. Ein Praxishandbuch Integration fand rege Abnahme bei den 25.000 Vereinen, den von Sönke Wortmann gedrehten Fernsehspot „Más Integración“ sahen akkumuliert 335 Millionen Menschen. Mit dem von 2007 bis 2018 verliehenen „DFB- und Mercedes Benz Integrationspreis“ wurden 33 Sieger prämiert, die in und mit dem Fußball Integration vorantrieben. Alle 21 Landesverbände schufen eine Stelle für die Integration. „Der DFB leistet mit seinem großen Engagement einen wertvollen Beitrag“, sagt Dr. Maria Böhmer, damals Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration.

Begrüßung durch HFV-Präsident Dirk Fischer

„Wir fangen nicht bei Null an, aber jetzt ist ein guter Zeitpunkt, um mit der Basis zu diskutieren, was gut läuft und was wir in Sachen Integration im Fußball noch besser machen können“, sagte Gehlenborg zum Ende des sehr lebendigen Auftakts in Hamburg. Nächster Tourneestopp der DFB-Roadshow Integration: Saarbrücken am 3. Mai.

[th, dfb.de]