08.01.2019

„!Nie wieder - 15. Erinnerungstag im deutschen Fußball“

An den Spiel- und Turniertagen um den 27. Januar 2019 erinnert der Fußball an die Vergangenheit.

Der „Erinnerungstag im deutschen Fußball“ geht in seine 15. Kampagne. Gefördert und gestützt durch die Präsidenten des DFB, Reinhard Grindel und der DFL, Dr. Reinhard Rauball, sowie der Landesverbände und der Deutschen Fußball Liga, setzt der „Erinnerungstag“ seit 15 Jahren zum Jahresanfang und mit dem Start der Rückrunde ein machtvolles Zeichen gegen den allgegenwärtigen Rassismus, dem wachsenden Antisemitismus, der ebenfalls zunehmenden Homophobie im Fußball und in der Zivilgesellschaft, sowie gegen die Verächter unserer Demokratie.

„!Nie wieder – Erinnerungstag im deutschen Fußball“ nimmt die Botschaft der Überlebenden des ehemaligen Konzentrationslagers Dachau auf und hat sie sich zu eigen gemacht.“
„Er versteht sich als ein starker Beitrag für eine wertschätzende, wehrhafte und demokratische Gesellschaft, in der das Achten der Würde jedes Menschen unveräußerlich ist.“

Notwendiges Engagement der Fußballfamilie

Seit 15 Jahren sind diese Kernsätzen der Treibstoff, der die Projekte und Aktionen zum „Erinnerungstag“ begründet und befeuert. Wie zwingend notwendig dieses Engagement der Fußballfamilie weiterhin ist, macht der Blick auf die aktuelle gesellschaftliche Stimmungs- und Gemengelage in Deutschland und Europa deutlich. 

 
• Unsere ausländischen, unsere jüdischen, unsere Roma- und Sinti-Freunde werden verbal und körperlich angriffen.
• Gruppen und Fußballvereine, die sich für geflüchtete Menschen in beispielhafter Weise einsetzen oder das Schild „Fußballvereine gegen Rechts und Gewalt“ an ihren Vereinsheimen und Sportstätten anbringen, müssen sich für ihre Engagements rechtfertigen und werden angefeindet.
• Menschen aus der so genannten „Mitte der Gesellschaft“ verschieben, unterhöhlen und verhöhnen die Grenzen von Anstand und Moral mit Verbalattacken in sozialen Netzwerken, mit Hasstiraden über Geflüchtete und Journalisten*innen. Fangruppierungen und Vereine, die sich für etwas einsetzen, was jahrzehntelang selbstverständlich geworden zu sein schien: Ein wertschätzendes Miteinander in einer Gesellschaft auf der Grundlage des Grundgesetzes und auf dem Boden eines geeinten Europas, werden verunglimpft, bedroht und tätlich angegriffen. 

Die friedensschaffenden Kraft des Fußballs

Wer die Lehren aus der Terrorepoche der Naziherrschaft für sich gezogen hat, der weiß, dass er sich einzumischen hat, wenn die Würde des Menschen missachtet wird. Er steht damit in der Wertetradition der Gründungsväter des deutschen und europäischen Fußballs. Es war der große Walther Bensemann, der noch vor der Wende zum 20. Jahrhundert und das bis zu seinem Tod im November 1934 im Schweizer Exil, dem „Englischen Spiel“ eine friedensfördernde Kraft zuwies. Wortmächtig schrieb er in seinem „Kicker“ gegen die Übel des Nationalismus, des Militarismus und gegen die Feinde der Demokratie an. Er und seine Mitstreiter, nicht selten Deutsche jüdischer Herkunft, so wie er selbst, setzten der gesellschaftlichen Spaltung Deutschlands und Europas und der damit einhergehenden Verachtung der Menschenrechte die verbindende und friedensschaffenden Kraft des Fußballs entgegen.
In dieser Wertetradition steht die Fußballfamilie. Und deswegen rufen die Freundinnen und Freunde von der Initiative „!Nie wieder – Erinnerungstag im deutschen Fußball“ dazu auf, sich mit klugen und kreativen Aktionen an den Spiel- und Turniertagen um den 27. Januar 2019, im Rahmen der 15. Kampagne einzumischen.

• Tragt mit Euren Aktionen dazu bei, dass die Verbrechen an den jüdischen, kommunistischen und allen anderen Verfolgten in Nazideutschland nicht vergessen werden.
• Setzt bei den Spielen Eures Vereins um den 27. Januar 2019 ein unübersehbares Zeichen gegen den latenten und aktuellen Rassismus, den gefährlich wachsenden Antisemitismus und der Flüchtlingsfeindlichkeit und stellt Euch vor die davon bedrohten Menschen.
• Widersprecht den Verächtern der Demokratie und den Nationalisten in Deutschland und Europa.


Ein weiterer interessanter Text zu diesem Thema ist die Biografie der Brüder Robert und Julius Goldschmidt vom BC Eslohe, einem Dorfverein aus dem Sauerland.

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