18.06.2020

Neugestaltung des Diebsteich-Areals: Stadt plant Regionalligastadion an der Waidmannstraße

Nach dem Konsens zum Bahnhof Altona Nord am Diebsteich gehen die Behörden die weiteren Punkte der Quartiersentwicklung an: Der zur Finanzbehörde gehörende Landesbetrieb Immobilienmanagement und Grundvermögen (LIG) plant den Neubau eines Fußball-Regionalligastadions mit Quartiersgarage auf dem ehemaligen ThyssenKrupp-Gelände an der Waidmannstraße in Altona-Nord. Zukünftiger Hauptnutzer des Stadions ist der Traditionsverein Altonaer Fußball-Club von 1893 e. V. (Altona 93). Finanzbehörde/LIG und Altona 93 haben dazu jetzt eine entsprechende Vereinbarung (Letter of Intent) geschlossen.

Neues Stadion für Altona 93 - Foto: Byernetzki

Da der Standort Diebsteich durch die geplante Verlegung des Fern-und Regionalbahnhofs Altona deutlich an Zentralität gewinnt, eröffnen sich auch für die Gestaltung des umliegenden Areals neue Möglichkeiten: Im Rahmen der Quartiersentwicklung plant der LIG als Eigentümer des Grundstücks den Bau eines Stadions gegenüber dem künftigen Fernbahnhof Diebsteich. Das sogenannte „Regionalligastadion des Westens“ soll in Zusammenarbeit und enger Abstimmung mit dem künftigen Hauptnutzer Altona 93 entstehen.

Dr. Andreas Dressel, Finanzsenator und Verwaltungsratsvorsitzender des LIG: „Nach dem Konsens zum neuen Bahnhof gehen wir nicht nur die Planung für die Verkehrsentwicklung, sondern auch die Stadtteilentwicklung behördenübergreifend beherzt an. Ein wichtiger Baustein dabei ist das neue Stadion, das insbesondere dem Traditionsverein Altona 93 eine neue Heimat bieten soll. Darüber hinaus markiert das Projekt mit weiteren Nutzungsmöglichkeiten auch für andere Vereine und Veranstaltungen einen ganz wichtigen Baustein in der Quartiersentwicklung rund um den neuen Fernbahnhof Diebsteich. In den nächsten Monaten und Jahren werden wir dieses Projekt mit allen Akteuren nun sehr sorgfältig weiter planen und voranbringen. Mit dem zur Finanzbehörde gehörenden Landesbetrieb LIG haben wir dafür einen sehr erfahrenen städtischen Akteur, um dieses Vorhaben erfolgreich umzusetzen.“

Andy Grote, Sportsenator: „Mit dem Regionalligastadion schaffen wir eine neue Heimat für Altona 93 und einen Meilenstein im Ausbau der Sportinfrastruktur in der Active City. Mit den umliegenden Sportflächen unter anderem für Beachvolleyball, Tennis oder Streetball entsteht ein hochattraktives Sportzentrum, das von vielen Vereinen und Sporttreibenden genutzt werden kann. Hier schlägt der Puls der Active City künftig besonders stark.“

Dr. Dorothee Stapelfeldt, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen: „Schon heute ist das Quartier am Diebsteich ein besonderes Stück Stadt! Hier begegnen sich Altona und Eimsbüttel und unterschiedliche Funktionen, wie Arbeiten, Wohnen, Sport und Freizeit treffen aufeinander. Die Ansiedlung des neuen Fern- und Regionalbahnhofs erhöht die Zentralität des Quartiers enorm. Unter Beteiligung von Öffentlichkeit, Anwohnerschaft, Eigentümerinnen und Eigentümern sowie Gewerbetreibenden haben wir in den letzten zwei Jahren einen städtebaulich-landschaftsplanerischen Rahmenplan erarbeitet, der die Ziele für die schrittweise Entwicklung des Quartiers bis 2040 beschreibt. Der raue Charme und die vielfältigen Prägungen des Orts sollen bewahrt und zugleich das Gebiet um neue Nutzungsbausteine ergänzt werden. So werden auf dem Thyssen Krupp Areal mit der Musikhalle und dem Regionalligastadion neue Orte für Kultur und Sport vorgesehen, von denen ganz Hamburg profitiert. Die Entwicklung der vorhandenen Sportflächen an der Waidmannstraße zu einem modernen Sportpark wird auch den Bewohnerinnen und Bewohner aus Mitte Altona und dem noch zu entwickelnden Holstenquartier zugutekommen.“

Dr. Stefanie von Berg, Bezirksamtsleiterin Altona: „Mit der Entwicklung des Regionalligastadions des Westens und dem benachbarten Sportpark macht Altona einen großen Schritt nach vorn für den Freizeit-, Vereins- und nicht zuletzt den Profisport. Es ist in Zeiten großer Flächenknappheit ein großer gemeinsamer Erfolg, dafür einen so zentralen Ort in Altona aufbauen zu können. Mit der Realisierung des Stadions kann nach dem Umzug zudem ein weiterer wichtiger Baustein für den Wohnungsbau in Ottensen an der Griegstraße realisiert werden. Es ist unser großes Ziel, dies gemeinsam mit allen Projektbeteiligten sowie den Anwohnerinnen und Anwohnern zu einem Ort für Vielfalt und Lebensqualität in Altona zu machen.“

Vollbesetzte Ränge auf der Adolf-Jäger-Kampfbahn - eine Tradition, die bald zu Ende geht - Foto Byernetzki

Bereits 2007 hatte der Verein sein ursprüngliches Traditionsstadion „Adolf-Jäger-Kampfbahn“ in der Ottenser Griegstraße wegen der anstehenden hohen Sanierungskosten an zwei Wohnungsbau-Unternehmen verkauft. Dieses soll nun bis Ende 2026 geräumt werden. Mit einem Anteil aus dem Verkaufserlös von rund 9,65 Mio. Euro beteiligt sich Altona 93 finanziell an dem Neubau des Regionalligastadions an der Waidmannstraße.

Gemeinsam mit der Stadt Hamburg sollen Ziele und Anforderungen ermittelt und die Neugestaltung des Areals geplant werden. Dabei werden sowohl wirtschaftliche als auch städtebauliche Aspekte berücksichtigt sowie technische, bau- und nutzungsrechtliche Prüfungen, beispielsweise Lärm- und Brandschutz, vorgenommen.

Die gemeinsamen Bedarfsplanungen sollen bis voraussichtlich Ende August 2020 abgeschlossen sein. Ziel ist die Inbetriebnahme und Aufnahme des Spielbetriebs bis Ende 2026, um so einen reibungslosen Wechsel des Vereins von der Griegstraße in das neue Stadion an der Waidmannstraße zu ermöglichen.

Weitere Informationen finden Sie hier: https://www.hamburg.de/diebsteich