02.07.2018

Neue Saison – Neue Regeländerungen für 2018/19

VSA-Lehrwart Frank Behrmann erläutert die wichtigsten Änderungen

VSA-Lehrwart Frank Behrmann erläutert die Regeländerungen - Foto Gettschat

„Wie immer, wenn eine Weltmeisterschaft ansteht, werden nur wenige Regeländerungen vorgenommen. Dieses ist auch zur neuen Saison so. Ich habe versucht, die anstehenden Änderungen (DFB + HFV) einmal verständlich zu kommentieren. Diese Kommentierungen sind in roter Schrift und kursiv gehalten.“

- Die Wettbewerbsbestimmungen können eine zusätzliche Auswechslung in der Verlängerung zulassen (auch wenn ein Team sein Auswechselkontingent noch nicht ausgeschöpft hat).

Kommentar
Dieses hat der HFV in seinen neuen Durchführungsbestimmungen sofort umgesetzt:
Kommt es bei Spielen im ODDSET-Pokal der Herren und Frauen, im HOLSTEN-Pokal und in den Heino Gerstenberg-Spielen, aufgrund eines unentschiedenen Spielstands nach der regulären Spielzeit zu einer Verlängerung, so erhöht sich die Anzahl möglicher Spielerwechsel auf vier.
Die maximale Zahl an Auswechslungen ist also vier, wovon drei in der „regulären Spielzeit“ erfolgen dürfen.
Es ist somit auch möglich in der Verlängerung (dazu gehört auch die kurze Pause davor) bis zu vier Spieler / vier Spielerinnen ein- bzw. auszuwechseln.

Unverändert bleibt: Treffen zwei Mannschaften aus der Kreisklasse B aufeinander, so sind auch bereits vier Auswechslungen in der „regulären Spielzeit“ möglich. Wurden diese vier Auswechslungen in der „regulären Spielzeit“ durchgeführt, ist in einer eventuellen Verlängerung KEIN weiterer Wechsel erlaubt.
Andere Spiel- und Altersklassen verbleiben in der bisherigen Version lt. den aktuellen Durchführungsbestimmungen.

- Trinkpausen dürfen nicht länger als eine Minute dauern.

Kommentar
Zum Schutze der Spieler und Spielerinnen ... und so manchem SR :-) ... haben sich die vom SR / von der SRin gewährten Trinkpausen bei großer Hitze bewährt. Leider wurde das von so mancher Mannschaft zu ausschweifenden taktischen Besprechungen genutzt. Dieses wird durch die Zeitvorgabe eingeschränkt. Dass diese Zeit nachgespielt werden muss, ist natürlich klar.

- Die Sperre nach 5 x Gelb und Gelb/Rot gilt jetzt im kompletten Erwachsenenbereich.

Kommentar
Die entsprechende Einführung dieser Sperren von der Herren-Bezirksliga bis zur -Oberliga in der abgelaufenen Saison liefen organisatorisch absolut problemlos und mit guten Erfahrungen. Daher wird das in den kompletten Erwachsenenbereich übernommen, also alle Spielklassen der Frauen, Herren, Alte Herren, Senioren ...

- Die Unterziehklamotten müssen gleichfarbig zum Trikot / zur Hose sein (laut Regelwerk).

Kommentar
Sichtbare Unterziehhemden müssen gleichfarbig zum Trikot sein. Sichtbare Radlerhosen müssen gleichfarbig zur Hose sein. Klebestreifen / Tapebänder an den Stutzen müssen ebenfalls gleichfarbig mit dem Teil der Stutzen sein, den sie verdecken.
Diese Regelung ist nicht neu, soll aber verstärkt kontrolliert / eingehalten werden. Damit ist eine bessere Zuordnung von Spielern / Spielerinnen gegeben. Eine entsprechend stillschweigende Übergangsregelung der SR/SRin endet nun.

- Ein Nachtragen von Spielern ist nur noch bis zum Spielbeginn möglich.

Kommentar
Im Jugendbereich war das bisher auch noch später erlaubt. Im Sinne der Vereinheitlichung ist das nun bei Erwachsenen und Jugendlichen gleich ... und kann nicht mehr verwechselt werden.

- Beißen wurde in die Liste der Vergehen aufgenommen, die mit einem direkten Freistoß und einem Feldverweis geahndet werden.

Kommentar
Bisher wurde dieses Vergehen nicht explizit genannt, war aber von der Logik her klar.
... und Suarez ist ja auch nicht überall.

- Das Werfen eines Gegenstandes in Richtung des Balles wie auch das Treffen des Balles mit einem Gegenstand in der Hand werden mit einem direkten Freistoß geahndet (gelten nicht mehr als Handspiel).

Kommentar
... und das ist gut so. Ein versuchtes Handspiel ist bekanntlich nicht strafbar, also wäre nach alter Regelauslegung ein beeinträchtigender Wurf knapp neben den Ball nicht zu bestrafen gewesen. Jetzt sagen wieder einige von Euch sicherlich mit Recht „Frank ... wann soll so etwas denn vorkommen?"
Ich habe eine Videoszene aus einem Profi-Spiel, auf der zu sehen ist, wie ein Spieler im laufenden Spiel einen Ersatzball Spazieren trägt ... und als das Geschehen in seiner Nähe (und es war im Strafraum ) war, wirft er nun mit diesem Ersatzball gegen den Original-Ball ... und der Stürmer macht „dicke Backen“ :-)

- Halle: Nimmt der Torwart oder die Torhüterin den Ball aus dem laufenden Spiel heraus mit den Händen auf, kann er oder sie den Ball uneingeschränkt ins Spiel bringen. Aus einem Abwurf darf direkt kein Tor erzielt werden.

Kommentar
Nur, wenn der Torwart / die Torhüterin nachdem der Ball im „Tor-Aus“ war, den Ball ins Spiel bringt, darf dieser nicht direkt über die Mittellinie geworfen werden ... sonst zukünftig JA.
Hier kommen wir dem Wunsch der Spieler nach, ein möglichst schnelles Konterspiel zu ermöglichen. Auch führte die alte Regelung (Ball muss beim Abwurf immer vor der Mittellinie vom Spieler oder Hallenboden berührt werden) zu unnötigen Irritationen.

- Halle, Ersatzbank: Ein Mannschaftsverantwortlicher / eine Mannschaftsverantwortliche darf hinter der Ersatzbank stehen.

Sollte dieser Mannschaftsverantwortliche / diese Mannschaftsverantwortliche aus technischen Gründen in der Halle (z. B. Ersatzbank muss an der Wand stehen) nicht hinter der Bank stehen können, so können diese dann neben der Ersatzbank stehen. Die restlichen Mannschaftsverantwortlichen müssen während des Spiels auf der Ersatzbank sitzen. Die Auswechselspieler und Auswechselspielerinnen müssen während des Spiels auf der Ersatzbank sitzen.

Kommentar
Diese Maßnahme soll zur Beruhigung des Ganzen gelten. Beste Erfahrungen sind dabei beim Handball und Futsal gemacht worden. Auch „draußen auf dem Feld“ ist das schon so geregelt.

- Ein Spieler muss einen Einwurf stehend ausführen (knien, sitzen etc. sind nicht zulässig).

Kommentar
Es ist schon vorgekommen, dass Spieler und Ball nach Außerhalb rutschen. Zur schnellen Spielfortsetzung wurde noch liegend der Ball eingeworfen. Das ist nun regeltechnisch nicht mehr erlaubt.

- Entscheidet der SR beim Vereiteln einer offensichtlichen Torchance auf Vorteil, wird der fehlbare Spieler verwarnt, unabhängig davon, ob danach ein Tor erzielt wurde oder nicht.

Kommentar
So etwas kann passieren. Beispielhaft hält ein Verteidiger seinen gegnerischen Stürmer (der auf das Tor zuläuft) als „letzter Mann“ mittig ca. 20 Meter vor dem Tor ganz offensichtlich am Trikot fest. Anschl. kann sich der Stürmer aber losreißen und stürmt mit dem Ball am Fuß in den Strafraum. Der SR entscheidet auf Vorteil. Nun ist es egal, ob er nun ein Tor erzielt oder nicht. Auf jeden Fall kommt der betroffene Verteidiger nicht ungeschoren davon und wird verwarnt ... nicht weniger ... aber auch nicht mehr.

- Ein Spieler, der das Spielfeld wegen seiner Ausrüstung verlässt und ohne Erlaubnis wieder betritt und ins Spielgeschehen eingreift, wird mit einem direkten Freistoß (oder Strafstoß) bestraft.

Kommentar
Wenn beispielhaft der SR einen Spieler auffordert, sein mit ein paar Blutflecken gepunktetes Trikot außerhalb des Spielfeldes zu wechseln, so darf er nur nach Genehmigung des SR das Spielfeld wieder betreten. Ist dieser Spieler aber zu ungeduldig, läuft vorher auf das Spielfeld und greift in das Spielgeschehen ein, unterbricht daraufhin der SR das Spiel, und gibt einen direkten Freistoß, wo er ins Spiel eingreift. War das im eigenen Strafraum, so gibt es Strafstoß.
Läuft der Spieler ohne Zustimmung zu früh auf das Spielfeld und der SR unterbricht das Spiel, auch wenn dieser Spieler nicht direkt ins Spiel eingegriffen hat, so gibt es einen ind. Freistoß, wo Ball beim Unterbrechungspfiff.

- Kleine, tragbare Elektro- oder Kommunikationsgeräte dürfen in der technischen Zone eingesetzt werden, sofern dies zu Taktik- oder Coachingzwecken oder zum Wohl der Spieler geschieht.

Kommentar
Beispielhaft kann ein Taktiktrainer sich bei Victoria an der Hoheluft auf die Tribüne setzen, um eine bessere Draufsicht auf das Spielgeschehen zu bekommen. Er darf zukünftig von dort seine Beobachtungsergebnisse via Kommunikationsgerät dem Co-Trainer auf der Auswechselbank ins Ohr flüstern.

Es gab einige Regeländerungen zum Video-Assistenten (beispielhaft in Köln sitzend), die uns ebenso wenig in Hamburg tangieren, wie Sachen aus den Profiligen und intern. Spielen. Auch wird es euch weniger interessieren, wie beispielhaft entscheiden werden muss bei „Wenn ein Spieler außerhalb des Spielfeldes ein Vergehen gegen eine Person aus dem eigenen Team (einschließlich eines Teamoffiziellen) begeht, während der Ball im Spiel ist“, ... Damit möchte ich wirklich Niemanden belasten (die Lösung ist übrigens ind. Freistoß auf der Begrenzungslinie).

Ergänzend:

SchiedsrichterInnen sind nicht immer fehlerfrei, geben aber ihr Bestes für eine gerechte und regelkonforme Spielleitung. Genauso wie es die SpielerInnen machen, bei denen Fehlpässe auch nicht mit Absicht getätigt werden. Auch haben die Schiedsrichter keinen Einfluss auf das Regelwerk, sie sind nur für die gerechte Umsetzung zuständig.

Dieses ist nicht wirklich neu. Auch SR sind nur Menschen ... die auch 'mal Fehler machen. Mit einem gemeinsamen Verständnis füreinander lässt sich alles besser leben / ertragen :-)

Weiterhin bietet der VSA an zu den Vereinen / Mannschaften zu kommen, um die Änderungen zu erläutern und auch sonst Regelauslegungen zu erklären (verbal und mit beispielhaften Videoszenen).

so long ... und ich wünsche Allen eine erfolgreiche Saison 2018/19!!

Frank Behrmann
VSA-Landeslehrwart, Hamburger Fußball-Verband e.V.

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