14.10.2021

„Mädchen- und Frauenfußball sind beim SVE nicht nur Worthülsen“

Interview mit Christoph Hellmeier zum Tag des Mädchenfußballs beim SV Eidelstedt

Christoph Hellmeier beim Tag des Mädchenfußballs beim SV Eidelstedt. Fotos: SV Eidelstedt

Am 3. Oktober richtete der SV Eidelstedt den Tag des Mädchenfußballs (TdM) aus. Neben Trouble auf dem Platz gab es auch abseits des Rasens viel Programm, denn Hannelore Ratzeburg (DFB-Vizepräsidentin für Gleichstellung, Frauen- und Mädchenfußball) und Össy Parakenings vom Hamburger Fußball-Verband waren zu Gast. Hannelore Ratzeburg war viele Jahre Vorsitzende des Ausschusses für Frauen- und Mädchenfußball (AfM) im HFV, Össy Parakenings ist aktuell Mitglied im AfM. 

Dass die zwei gekommen waren, freute den Verein sehr. Über die weiteren Highlights, die Umsetzung und, ob die Ausrichtung des TdM ein Erfolg für den Verein war, haben wir mit Christoph Hellmeier, Leistungskoordinator der SVE Fußballjugend, gesprochen.

HFV: Was waren Eure Highlights beim Tag des Mädchenfußballs?


Christoph Hellmeier:
Das absolute Highlight war für uns die Teilnahme von über 80 fußballbegeisterten Mädels, die trotz Schulferien und mittelmäßigem Wetter den Weg zu unserer Anlage gefunden haben. Generell war die Rückmeldung der Mädels und ihrer Begleitpersonen sehr positiv. Manche hatten zuvor nur im Garten oder auf dem Schulhof gekickt – nun durften sie Fußballluft dort schnuppern, wo der Vereinsfußball stattfindet: auf dem Fußballplatz.

HFV: Wie sah euer Tag des Mädchenfußballs aus: Was habt ihr umgesetzt? Wie wurde es angenommen? Was hat den Kids am meisten Spaß gemacht?

Christoph Hellmeier:
Unser TdM bot Mädels aller Altersklassen altersgerechte Angebote wie zum Beispiel das SVE-Fußballabzeichen, welches sich aus Stationen der SVE-Fußballakademie und des DFB-Fußballabzeichens zusammensetzte. Hier konnte man die Grundfertigkeiten wie Passspiel, Dribbling und Torschuss spielerisch kennenlernen und erhielt als Belohnung eine Urkunde mit seinen Ergebnissen. Hinzu kam das Fitness-Rad, bei dem man verschiedene Aufgaben mit oder ohne Ball erledigen musste, zum Beispiel Bälle balancieren, Aufgaben in der Koordinationsleiter erledigen oder einfach sportliche Herausforderungen meistern. Am Ende erhielt jedes Kind auch hier eine Belohnung in Form von Obst oder Süßigkeiten. 
Neben den ergänzenden Stationen gab es auch eine Trainingseinheit und kleine Turnierformen, um den Kern des Vereinsfußballs darzustellen. Hierzu führte unser Leistungskoordinator eine 45-minütige Trainingseinheit mit knapp 20 Mädels durch, die anschließend in aufblasbaren 3 vs. 3-Spielfeldern mündete. Auch die beiden Spezial-Stationen „Fußball Darts“ und „Bubble Ball“ waren ein Highlight. Am häufigsten gemacht wurde sicherlich das SVE-Fußballabzeichen. Über 80 ausgegebene Teilnahmeurkunden sprechen für sich. Auf Platz 2, und da kam das Spielen nicht zu kurz, lagen die aufblasbaren 3 vs. 3-Felder, die Alt und Jung zusammenbrachten. 

Ein weiteres Highlight war außerdem, dass Hannelore Ratzeburg und Össy Parakenings zu Besuch waren. Wir haben wir uns sehr gefreut, dass sie mit uns ins persönliche Gespräch gegangen sind und einfach für die Mädels vor Ort ansprechbar waren.


HFV: Was waren die Besucherzahlen?
Christoph Hellmeier:
Laut unserer Eingangskontrolle fanden am TdM über 80 Mädels plus familiärem Anhang den Weg zum Furtweg.


HFV: Seid ihr zufrieden mit dem Tag des Mädchenfußballs in Eurem Verein?

Christoph Hellmeier:
Als Jugendabteilung, zu der bei uns auch die Frauen- und Mädchenmannschaften gehören, waren wir insbesondere wegen des mittelmäßigen Wetters und der Schulferien sehr zufrieden mit dem Event. Wir konnten nicht nur Werbung für den Frauen- und Mädchenfußball machen, sondern auch explizit Mädels von einem Probetraining bei uns überzeugen. Darauf freuen wir uns nach den Ferien natürlich jetzt besonders. Nicht zu vernachlässigen ist auch der nicht zu unterschätzende organisatorische Aufwand vor und während der Veranstaltung, der mit vielen ehrenamtlichen Helfern und Helferinnen aus unseren Frauen- und Mädchenmannschaften erfolgreich aufgefangen wurde. Somit konnten wir auch intern von dieser Veranstaltung zehren und möchten uns an dieser Stelle auch nochmal bei allen bedanken. Ihr seid klasse!

HFV: Wie habt ihr den Tag des Mädchenfußballs im Vorfeld kommuniziert und dazu eingeladen?


Christoph Hellmeier:
Die Kommunikation begann schon ab dem Zeitpunkt, ab dem wir den Zuschlag vom Verband erhalten hatten. Die guten Nachrichten hatten wir damals umgehend über unsere Website und unseren Instagram-Accounts verkündet. Die Zeit zwischen dem Zuschlag und der eigentlichen Veranstaltung war etwas holperig, da ja bekanntlich der Lockdown unsere Zeitpläne enorm beeinflusste und auch zu einer Verschiebung des Events führte. Nichtsdestotrotz haben wir in den letzten Wochen vor der Veranstaltungen ordentlich Gas gegeben, über die Luruper Nachrichten informiert, unsere Websites und Social Media bedient und über Mundpropaganda alle Mannschaften des Vereins miteinbezogen. Zudem haben wir versucht, mit über 100 Plakaten und über 1000 Handzetteln die Eidelstedter Laufkundschaft zu erreichen, zum Beispiel am Eidelstedter Platz, in Supermärkten, Schulen und Jugendhäusern.

Hannelore Ratzeburg und Össy Parakenings waren dabei.

HFV: Habt ihr mit Schulen zusammengearbeitet? Wie hat das funktioniert?


Christoph Hellmeier:
Da wir als SVE-Bildungspartner gut in Eidelstedt vernetzt sind, konnten wir auch in den umliegenden Grund- und weiterführenden Schulen Werbung schalten. Aber auch in den Bildungsinstitutionen, in denen wir weniger präsent sind, konnten wir über das einfache “Nachfragen“ an unser Ziel gelangen. Entweder durften wir Plakate in den Fluren oder am Geländeeingang befestigen, Flyer per Hand auf dem Schulhof verteilen oder über E-Mailverteiler oder Postmappen der anvisierten Klassenstufen an die Schülerinnen übermitteln. Insgesamt verteilten wir über 1000 Flyer allein an den Schulen. Der große Vorteil war natürlich, dass wir hier direkt an unserer Zielgruppe dran waren und im persönlichen Gespräch überzeugen konnten.

Die Fußballerinnen des SVE unterstützten tatkräftig bei der Veranstaltung.

HFV: Was nehmt ihr als Verein mit vom Tag des Mädchenfußballs?


Christoph Hellmeier:
Wir denken, dass der TdM viele positive Aspekte nach sich ziehen wird. Zum einen ist aufs Neue die Nachricht in die Welt gegangen, dass „Mädchen- und Frauenfußball“ beim SVE nicht nur Worthülsen sind, sondern von den beteiligten Personen Tag für Tag im Rahmen des Ehrenamts und darüber hinaus gelebt wird. Diese Wahrnehmung spiegelte sich auch in den persönlichen Rückmeldungen der Teilnehmerinnen wider, die sich sehr für die offenherzige Betreuung und das „Rund-um-sorglos“-Fußballpaket an diesem Tag bedankt haben. Wir sind uns sicher, dass wir mit dem Schwung des TdMs das Fußballangebot für Mädels beim SVE erweitern können, um so vielen weiteren fußballbegeisterten Mädels ein neues, sportliches Zuhause zu geben.

HFV: Vielen Dank für den Einblick!

[jm]