Hamburger Delegation beim Workshop zum Masterplan 2024

Wie beim Amateurkongress, so zeigte sich der DFB auch beim Workshop Masterplan 2024 mit konkreten Vorstellungen, wie der Verband seinen Vereinen helfen kann. Am ersten Abend wurden bei den Unterstützungsansprüchen von den Vereinen gegenüber dem DFB neben den Funktionären, Trainer, Spielern und Infrastruktur auch die passiven Mitglieder und Zuschauer als zusätzliche Anspruchsberechtigte von Vereinsprozessen aufgenommen, d.h. Fans sind auch im Amateursport eine wichtige Ressource, die es im Verein zu berücksichtigen gilt und für die wir vom Verband Hilfsmittel erwarten.

Am zweiten Tag wurden die Maßnahmen aus dem alten Masterplan mit den Verbands- und Vereinsvertretern evaluiert. Aufgegliedert nach 8 Themenblöcken (Vereinsentwicklung, Kommunikation, Schiedsrichter/innen, Mitarbeiterentwicklung/-gewinnung, Schule, DFBnet, Qualifizierung/Weiterbildung und Frauen- und Mädchenfußball) wurden dann die Maßnahmen für den neuen Masterplan vorgestellt. So lassen sich sowohl einige sehr positive als auch, meiner Ansicht nach, weniger effektive bzw. antiquierte Maßnahmen herausstellen: 

Dass sich der Verband z.B. der Organisationsberatung mit spezifischem Personal annimmt, ist ein komplexer, aber richtiger Schritt. Denn viele Vereine sind teilweise 20 Jahre stehen geblieben und entwickelten sich nicht weiter. Ich weiß wovon ich rede. Wir hatten bis vor 3 Jahren keine Homepage, keine wirkliche Jugend, keine funktionale Aufgabenteilung und keine klare finanzielle Perspektive. Was ist der Verein und wo will er hin? Das ist kein einmaliger Zustand, sondern Funktionäre müssen diese entwickeln und Verbände können dabei helfen – und der DFB möchte dies tun. Auch in seiner Kommunikation entwickelt sich der DFB weiter und möchte Vereinsvertreter individueller zu bestimmten Kernthemen per Email erreichen. 

Bei den Themen Schiedsrichterwesen und Frauenfußball fehlt mir persönlich der Esprit für wirksame Verbesserung. Kein Plakat holt mehr Schiedsrichter, kein exquisiter Damentrainerlehrgang empowert vermutlich Frauen. Augenhöhe und Nähe muss die Spaltung zwischen den Schiedsrichtern/Spielern/Zuschauern und dem Frauen- und Männerfußball auflösen. Warum geben so viele Schiedsrichter nach wenigen Spielen auf? Warum werden so wenige Männer- und Jugendmannschaften von Frauen trainiert? Hier gibt es Nachholbedarf in den Lehrgängen selbst, wenn Schiedsrichter und Frauen für den Fußball gewonnen werden sollen.

Gerade auch der Austausch zwischen regionalen Verbands- und Vereinsvertretern war ein positiver Nebeneffekt beim Workshop gewesen, weil nicht nur die unterschiedlichen Bedingungen und Strukturen deutlich werden, sondern sich auch die eigenen Probleme relativieren und neue Lösungsmöglichkeiten ergeben.

Deutschlandweit machen wir das Ehrenamt aus Leidenschaft und das spürte man bei jedem in der DFB-Zentrale beim Workshop Masterplan 2024.

Julian Klockow, Hammonia

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