27.06.2018

Fußball bei Gewitter? Richtiges Verhalten im Freien

Merkblatt des VDE und DFB gibt Hinweise zum Verhalten bei Gewitter

Foto DFB

Die Faustregel ist ganz einfach. Man zähle die Sekunden zwischen Blitz und Donner und teile sie durch drei, das ergibt die Entfernung eines Gewitters in Kilometern. Liegen weniger als 10 Sekunden zwischen Blitz und Donner – ist also das Gewitter weniger als drei Kilometer entfernt – sollte man sich umgehend in Sicherheit bringen.
Die Gefahr eines Gewitters sollten Fußballer nicht unterschätzen.

Im Merkblatt „Fußball bei Gewitter? – Richtiges Verhalten im Freien“ erläutern der Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik (VDE) und der DFB die Gefahren und zeigen richtige Verhaltensweisen auf. Es wendet sich an Trainer, Sportlehrer, Schiedsrichter und natürlich Spieler selbst.

Der Fußballplatz ist in der Regel ungeschützt, ein Blitz kann in Personen auf dem Spielfeld einschlagen. Gefahr droht zudem durch Blitzeinschläge im Umfeld. Berührt man einen Flutlichtmast oder ein anderes metallenes Objekt, welches vom Blitz getroffen wird, fließt ein Teil des Blitzstromes durch den Menschen. Von Bäumen oder hölzernen Masten kann ein Blitz auf Personen in der Nähe überspringen, auch über mehrere Meter. Zudem kann sich die Spannung eines Blitzes über den Erdboden ausbreiten und Umstehende im Umkreis von zehn Metern gefährden.

Nur im Notfall: Hockstellung einnehmen und Füße eng zusammen

Foto VDE

Den besten Schutz bieten Gebäude mit Blitzschutzanlage oder geschlossene Fahrzeuge. Alternativ schützen auch Gebäude ohne Blitzschutzanlage oder Festzelte mit Metallgestänge und Erdung. Was viele nicht wissen: Auch in der Nähe von Masten für Fahnen oder Flutlicht kann man sich schützen. Voraussetzung ist, dass die Masten mindestens drei Meter hoch sind und man einen Abstand von einem, besser drei Metern hält.

Wenn man sich während eines Gewitters im Freien aufhält, sollte man die Hockstellung einnehmen und die Füße eng geschlossen halten. In keinem Fall sollte man Schutz unter Bäumen suchen, auf der Erde liegen oder sich mit den Händen auf der Erde abstützen sowie in Gruppen stehen und sich gegenseitig berühren. Erst wenn eine halbe Stunde lang kein Donner mehr wahrgenommen wurde, kann davon ausgegangen werden, dass das Gewitter vorüber ist und der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden kann.

Vereine können übrigens vorbeugen. Von einer Blitzschutzfachkraft kann für jede Sportanlage eine Gefahrenbereichsanalyse erstellt werden, die wertvolle Gefahren- und Schutzbereiche kennzeichnet. Im Idealfall können technische Blitzschutzmaßnahmen wie Blitzableiter installiert werden. Es lohnt sich. Immerhin gewittert es in Deutschland an durchschnittlich 10 Tagen pro Jahr im Norden bzw. an 35 Tagen im Süden.

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