26.05.2020

Fragen zum Saisonabbruch

HFV-Präsident Dirk Fischer im Interview

HFV-Präsident Dirk Fischer: „Wir hoffen alle, dass auch der Meisterschaftsspielbetrieb schnell wieder aufgenommen werden kann“ – Foto Gettschat

Am 22. Juni soll auf einem außerordentlichen Verbandstag des HFV final entschieden werden, wie die Saison 2019/20 gewertet werden soll.

Das Präsidium des HFV wird dem mehrheitlichen Votum der Vereine folgen und auf einem außerordentlichen Verbandstag am 22. Juni 2020 den Abbruch des Meisterschaftsspielbetriebs der Herren, Frauen, Junioren und Mädchen 2019/20 vorschlagen.

Außerdem wird das HFV-Präsidium vorschlagen, dass es eine Wertung nach Quotienten-Regelung zum jetzigen Stand mit Aufsteigern (laut Durchführungsbestimmungen), ohne Absteiger, allerdings mit Abstieg „nach Wunsch“ (Vereine/Mannschaften, die zum Stand des Saisonabbruchs auf einem Abstiegsplatz stehen, können sich auf eigenen Wunsch in die nächstniedrigere Spielklasse melden) geben soll.

Die Wettbewerbe des LOTTO-Pokals der Herren, Frauen und A-Junioren sollen möglichst zu Ende gespielt werden, sobald das ohne gesundheitliche Gefährdung möglich ist du die staatliche Verfügung es zulässt.
Auf dem außerordentlichen Verbandstag sollen die Folgen des Saison-Abbruchs wegen der Corona-Krise auch für das weitere Vorgehen in der folgenden Saison geklärt und abgestimmt werden sowie die notwendigen Änderungen der Ordnungen beschlossen werden.

Zu diesem Thema haben wir uns mit dem HFV-Präsidenten Dirk Fischer unterhalten und ihm einige Fragen gestellt, die im Nachgang der Veröffentlichung an den HFV herangetragen wurden:

Welche Auswirkungen hätte der Abbruch auf die Beteiligten?

Der Abbruch würde Klarheit schaffen, dass die Saison 19/20 endgültig beendet ist. Das ist der mehrheitliche Wunsch der HFV-Vereine, dem wir damit als Verband entsprechen wollen.

Im Vergleich zu anderen Landesverbänden wurde die Abstimmung relativ spät durchgeführt – wäre das nicht eher möglich gewesen?

Wir befinden uns in einer Ausnahmesituation, die niemand vorher erlebt hat. Das Präsidium des HFV hat sich immer an die staatlichen Allgemeinverfügungen gehalten und seine Entscheidungen mit den zeitlichen Rahmenbedingungen klar, besonnen und unaufgeregt kommuniziert. Auch waren wir bestrebt, eine gemeinsame norddeutsche Lösung zu finden.

Ziel des HFV-Präsidiums war es, bei aller Unsicherheit der Pandemie-Entwicklung, bis Ende Juni Klarheit zu schaffen. Damit bewegen wir uns in einem Zeitrahmen der überwiegenden Anzahl der Landes- und Regionalverbände des DFB.

Es soll Aufsteiger, aber keine Absteiger geben – was würde das für die Ligen bedeuten?

Wenn der Verbandstag unserem Vorschlag folgt, würde das in der Konsequenz bedeuten, dass es in der neuen Saison viele Staffeln geben wird, die in der Anzahl der Mannschaften über der jetzigen Sollstärke liegen. Allerdings haben uns auch Vereine signalisiert, die sich auf einem klaren Abstiegsplatz befinden, dass Sie in der neuen Saison dann eine Staffel tiefer melden wollen. Das möchten wir auch ermöglichen. Wichtig ist uns auch, dass der Beginn und auch das Ende der neuen Saison ebenfalls geregelt werden. Die Vereine müssen sich über die Tragweite der Entscheidungen des Verbandstages bewusst sein.

Der LOTTO-Pokal läuft ja auch noch, wie soll es da weitergehen?

Der LOTTO-Pokal der Herren, Frauen und A-Junioren soll möglichst zu Ende gespielt werden

Im LOTTO-Pokal der Frauen, Herren und A-Junioren geht es nicht nur um den Sieg, sondern auch darum, den Teilnehmer für den DFB-Pokal zu ermitteln. Das könnte nach unseren Vorstellungen auch nach dem Juni noch geschehen. Allerdings wissen natürlich auch wir nicht, wann es behördlich unter Berücksichtigung, dass niemand gesundheitlich gefährdet ist, wieder genehmigt wird, auf Amateurebene Fußball zu spielen.

Gibt es schon Planungen für die kommende Saison? Wie könnte es da weitergehen?

Wir müssen als Verband sehr flexibel sein und können eigentlich erst etwas Konkretes sagen, wenn feststeht, wann wieder gespielt werden kann. Wenn z.B. erst im Januar wieder Spiele stattfinden dürfen, kann sich jeder ausrechnen, dass keine große Staffel eine Hin- und Rückserie gespielt bekommt. Wir hoffen natürlich alle, dass der Spielbetrieb schnell wieder starten kann, aber die Gesundheit steht über allem. Dieser Verantwortung sind wir uns ebenso bewusst.

In wie weit ist die Durchführung von Trainingseinheiten wichtig, obwohl der neue Saisonbeginn noch nicht bekannt ist?

Eine regelmäßige sportliche Betätigung ist grundsätzlich sehr wichtig und der Mannschaftssport vielseitig förderlich. Das gilt für alle Altersklassen, egal ob F-Mädchen oder Super-Senioren. Wir freuen uns, dass die Stadt Hamburg aber auch die Bundesländer Niedersachsen und Schleswig-Holstein den Trainingsbetrieb wieder ermöglicht haben. Das Präsidium hat mit den Verbandssportlehrern dazu Leitlinien und sehr gute Praxisbeispiele veröffentlicht, wie die körperliche Fitness aber auch die Fähigkeit der Ballführung weiter trainiert werden kann. Wir hoffen alle, dass auch der Meisterschaftsspielbetrieb schnell wieder aufgenommen werden kann.