04.01.2019

„Erinnern reicht nicht!“ – Einmischen gegen Rechts und für ein geeintes Europa

Intitiative „!Nie wieder“ lädt zur 2. Frankfurter Versammlung im deutschen Fußball

Seit 15 Jahren gedenkt der deutsche Fußball der Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Zum Jahresbeginn treffen sich Engagierte aus Vereinen, Verbänden und Fanszenen zu einer Wochenendtagung in Frankfurt am Main, die den Blick auch in die Gegenwart richtet. Erwartet werden unter anderem der ehemalige Europapolitiker Daniel Cohn-Bendit, DFB-Präsident Reinhard Grindel sowie DFL-Präsident Dr. Reinhard Rauball.

In der Sportschule des Landessportbund Hessen setzen sich von 11. bis 13. Januar gut 200 Teilnehmer mit den einer breiten Palette gesellschaftspolitischer Themen des Sports auseinander. Diskutiert wird über das Lernen aus der (Sport-)Geschichte und über aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen im Fußball und in der Fankurve, wie etwa Rechtsextremismus, Rassismus, Antisemitismus und sexualisierte Gewalt.
Ein Zeitzeugenforum gibt den Teilnehmern Gelegenheit, mit Menschen in Kontakt zu treten, die von ihren eigenen leidvollen Erfahrungen unter der NS-Diktatur erzählen, als auch von deren Fortwirkung in den traumatisierten Familien noch in der Kinder- und Enkelgeneration.
Zur Eröffnung am Freitag spricht der Grünen-Politiker Daniel Cohn-Bendit: Mit Blick auf den Fußballpionier Walther Bensemann geht es dann um die Notwendigkeit eines geeinten Europas. Ein solches, genau genommen die „Vereinigten Staaten von Europa“, hatte der „Kicker“-Gründer bereits in den 1920er-Jahren gefordert. So dient er als Inspiration für die Eröffnung und das komplette Wochenende, wie Eberhard Schulz, der Sprecher von „!Nie wieder“, betont: „Walther Bensemann trat in schweren Zeiten für ein Miteinander der Menschen in Europa ein. Sein Vorbild sollte uns alle ermuntern uns einzumischen – in die Angelegenheiten des Fußballs aber auch in die der Gesellschaft“.

Zum Abschluss der Veranstaltung empfängt Moderator Marcel Reif am Sonntagvormittag DFB-Präsident Reinhard Grindel und DFL-Präsident Dr. Reinhard Rauball zu einer Talkrunde über die gesellschaftspolitische Verantwortung des Fußballs.

Seit 2004 besteht die Initiative „!Nie wieder – Erinnerungstag im deutschen Fußball“. Getragen von der Evangelischen Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau vereint sie bis heute zahlreiche Fangruppen, Organisationen, Verbände, Vereine und engagierte Einzelpersonen. Bereits zum 15. Mal wird die Initiative 2019 die Fußballvereine und Fans aufrufen, an den Spieltagen rund um den 27. Januar den Opfern der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft zu gedenken.

Veranstalter: Evangelische Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau in Kooperation mit Makkabi Deutschland. Gefördert durch die DFB-Kulturstiftung und die Deutsche Fußball Liga (DFL).

Vermarktung: