„Danke ans Ehrenamt“

Fußball schafft Werte. Fußball vermittelt Werte.

Ihr Einsatz ist Herzenssache und ohne sie geht nichts. Ohne all die Jugendtrainer, Kassierer, Pressewärte oder Vorsitzende würde dem Fußball in Deutschland sehr schnell die Luft ausgehen. Pffft – und es wäre Schluss. Denn unser Fußball beruht vor allem auf dem Fundament dieses unermüdlichen ehrenamtlichen Engagements. Die Ehrenamtler*innen des Fußballs in unserem Land – der wertvollste Kader der Welt.

Tradition und Wandel: Beides kennzeichnet das heutige Ehrenamt. Als Konstante bleibt eine treibende Kraft: Für die freiwillig und ehrenamtlich engagierten Mitarbeiter im Fußball ist ihr Einsatz Herzenssache. Und es bleibt die ungeheure Wertschöpfung durch das Ehrenamt, wie gerade durch das UEFA GROW SROI-Modell errechnet. 13,9 Milliarden Euro beträgt jährlich die Wertschöpfung durch den Amateurfußball und somit vor allem durch ehrenamtliches Engagement. Enorm. Fußball schafft Werte. Fußball vermittelt Werte.

Ehrenamt früher – das war eine dauerhafte emotionale Bindung, selbstlos und zumeist nach dem Prinzip „learning by doing“. Heute und morgen dagegen geht es oft um ein befristetes, pragmatisch ausgewähltes Engagement. Wobei die Erwartungen an die Kompetenzen der knapp 1,6 Millionen Ehrenamtlichen im Fußball stetig steigen.

Als der DFB im Jahr 1997 die ersten systematischen Maßnahmen zur Förderung von ehrenamtlich und freiwillig Engagierten initiierte, war Helmut Kohl noch Bundeskanzler. Ins Internet ging man mit einem 26k-Modem, Handys hatten weder Touch- noch Farbdisplays. Borussia Dortmund war Champions-League-Sieger, Schalke 04 UEFA-Cup-Titelträger und der 1. FC Kaiserslautern schickte sich an, als Aufsteiger Deutscher Meister zu werden. Im Team der Nationalmannschaft standen Oliver Bierhoff, Ulf Kirsten und Mario Basler. Julian Brandt war gerade erst geboren. Viel Zeit ist seitdem vergangen, vieles hat sich verändert. Die Kanzlerin heißt schon seit 15 Jahren Angela Merkel, wir surfen mit Smartphones in LTE-Geschwindigkeit und Meister wird eigentlich immer Bayern München. Auch das Ehrenamt hat sich gewandelt. Ehrenamtliche sind oftmals nicht mehr ein Leben lang selbstlos und treu für ihren Verein tätig, sondern kurzfristig, zweckgebunden, aufgabenorientiert. 

Die Aktion Ehrenamt wurde den Veränderungen, von der Ganztagsschule bis zur deutlich höheren Mobilität, angepasst. Immer wieder gelang es, auf sich ändernde Voraussetzungen zu reagieren. Und sich immer treu zu bleiben. Denn der Mensch steht im Mittelpunkt. Keine andere Aktion des DFB besteht schon so lange ohne Unterbrechung. Weil ihre Aufgaben auch nicht so schnell erledigt sein werden. Es geht um die Bedürfnisse aller ehrenamtlich und freiwillig für den Fußball engagierten Menschen. 

Um Menschen für ein Engagement zu gewinnen, müssen heute spezifische Motivationen zeitgenau und digital angesprochen werden. Anschließend erwartet der Ehrenamtler von heute oftmals eine dauerhafte Begleitung und Unterstützung, etwa durch Qualifizierungsangebote, um infolgedessen die eigenen Kompetenzen zu stärken. Werden aber erst einmal individuelle Motive und Erwartungen erfüllt, ist die Basis für eine langfristige Vereinsbindung gelegt. Nie vernachlässigt werden darf zudem der Moment der Verabschiedung von Mitarbeitern. Denn die Verabschiedung ist ein Zeichen des Danks und schafft eine dauernde emotionale Verbundenheit.

Dieser Aufwand ist gerechtfertigt. Das UEFA GROW SROI-Modell beziffert die soziale und wirtschaftliche Wertschöpfung des Amateurfußballs für das Gemeinwohl in Deutschland auf 13,9 Milliarden Euro pro Jahr. So erzeugen etwa die Ehrenamtlichen in „Fußball-Deutschland“ jährlich eine gewaltige kollektive Arbeitskraft. Würde man diese Arbeit marktgerecht entlohnen, müsste man schon tief in die Geldbörse greifen. Der Betrag liegt bei 2,18 Milliarden Euro pro Jahr.

Der Fußball bewirkt auch positive Abstrahleffekte auf Bildung und Beschäftigung, wodurch jährlich eine soziale Wertschöpfung in Höhe von 386 Millionen Euro entsteht. Auch bei gesundheitlichen Aspekten hilft das Fußballspielen. So senkt sich das allgemeine Erkrankungsrisiko und damit die Gesundheitskosten, wodurch 5,6 Milliarden Euro eingespart werden. Die Steigerung des subjektiven Wohlbefindens entspricht einer sozialen Wertschöpfung von 4,86 Milliarden Euro.

Sport allgemein und so auch der Fußball haben beispielsweise auch absenkende Wirkungen auf die Kriminalitätsrate. Nicht umsonst funktionieren gerade Fußballprojekte in den Brennpunkten der Großstädte. Addiert entsteht durch diese Deliktverhinderung ein gesellschaftlicher Gewinn von jährlich 34 Millionen Euro. Und auch der Bundeswirtschaftsminister könnte sich beim Fußball bedanken. Allein schon wegen der 4,43 Milliarden Euro, die Spieler*innen und Eltern jährlich ausgeben: für den Mitgliedsbeitrag, für die Fußballschuhe, für weitere Ausrüstung und Kleidung, für Verpflegung und für das Busticket zum Training. Viel Geld, viel gesellschaftlicher Mehrwert. Am Ende dreht sich so vieles um den Fußball.

Peter Frymuth wurde 1997 gerade Vizepräsident bei Fortuna Düsseldorf. Mittlerweile ist er eines von acht Ehrenmitgliedern der Fortuna, war zehn Jahre Vorstandsvorsitzender und ist seit 2013 Präsident des Fußballverbandes Niederrhein (FVN). Als DFB-Vizepräsident für Spielbetrieb und Fußballentwicklung ist er zuständig für die Aktion Ehrenamt. „Die Unterstützung ehrenamtlicher Mitarbeiter ist heutzutage vielmehr ‚Mitarbeiterentwicklung‘ und damit aktive Unterstützung unserer Fußballvereine und –verbände“, sagt der 63-Jährige. „‚Gewinnen – Qualifizieren – Binden – Verabschieden‘: Diese Viererkette der Mitarbeiterentwicklung ist das Herzstück der Aktion Ehrenamt.“
Wie kann man mit passenden Angeboten und Möglichkeiten zur Kompetenzentwicklung besonders junge Menschen für ein Ehrenamt gewinnen? Wie kann man mehr Mädchen, Frauen und Menschen mit Migrationshintergrund von einem Ehrenamt überzeugen? Die Gewinnung neuer Ehrenamtlicher ist eine der größten Herausforderungen des Amateurfußballs. Eine Maßnahme sind Fort- und Weiterbildungsangebote wie Kurzschulungen und Online-Seminare. Aber auch Auszeichnungen im Rahmen der DFB-Anerkennungskultur sind wichtig. 

Hierbei wird seit über 20 Jahren jährlich in jedem der 259 Fußballkreise Deutschlands ein/e Ehrenamtliche/r mit dem DFB-Ehrenamtspreis ausgezeichnet. 100 Preisträger davon werden als zusätzliche Anerkennung für ihr herausragendes Engagement in den „DFB-Club 100“ aufgenommen und im Rahmen einer Ehrungsveranstaltung rund um ein Länderspiel für ihr herausragendes Engagement geehrt. Seit 2016 werden zusätzlich in jedem Fußballkreis junge „Fußballhelden“ ausgezeichnet. Ausgewählte Kinder- und Jugendtrainer/innen im Alter zwischen 18 und 30 Jahren belohnt der DFB – in Zusammenarbeit mit den Landesverbänden und dem Kooperationspartner KOMM MIT – mit einer fünftägigen Fußball-Bildungsreise nach Spanien.

Bis heute wurden deutschlandweit knapp 6.000 ehrenamtliche Vereinsmitarbeiter*innen ausgezeichnet und davon 2.200 in den „DFB-Club 100“ aufgenommen. Zudem wurden mehr als 60.000 Ehrenamtsurkunden und DFB-Ehrenamts-Uhren verteilt. Eines ist gewiss: Die Zahlen werden weiter steigen. Auch im Jahr 2047, wenn wir das 50. Jahr der Aktion Ehrenamt begehen, werden Vereine noch darauf bauen können, dass sich Menschen für sie ehrenamtlich engagieren. Der DFB und seine Landesverbände werden sich um sie kümmern. Egal, wer dann Kanzler*in oder Deutscher Meister ist.

Der DFB, die DFL und alle Vereine der Spitzenligen möchten die Gelegenheit nutzen und herzlich „DANKE“ sagen! Danke an alle ehrenamtlich und freiwillig Engagierten in den Amateurfußballvereinen! Danke für die zahlreichen Stunden, die Ihr Euren Vereinen und unserem Fußball gebt! Danke dafür, dass der Einsatz für unseren Fußball Euch eine Herzenssache ist! 
Der Schlüssel zum Spiel ist Eure Mitarbeit!
Mehr unter: www.dfb.de/ehrenamt

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