11.06.2019

Coachausbildung in Wilhelmsburg - Was bedeutet es, Verantwortung als Fußballtrainerin zu übernehmen?

Female Coaches bei der Siegerehrung beim Kicking Girls Turnier

Auf diese Frage wissen 13 Jugendliche aus Hamburg-Wilhelmsburg seit der Teilnahme an der Coachausbildung des Projekts „Kicking Girls“ eine Antwort. Die Ausbildung wurde vom 05.06.19-06.06.19 in Kooperation mit dem 1. FFC Elbinsel und dem Hamburger Fußball-Verband an der Stadtteilschule in Wilhelmsburg durchgeführt. Dabei lernten die Jugendlichen unter anderem, was eine gute Übungsleiterin auszeichnet, wie Trainingsstunden geplant und an die jeweilige Zielgruppe angepasst werden können. Aber auch Fragen zur Aufsichtspflicht und Erste Hilfe wurden thematisiert. Als Höhepunkt der Ausbildung führten die Jugendliche eigenständig ein Fußball-Stationstraining mit den Grundschulkindern der Stadtteilschule Wilhelmsburg durch und nahmen dabei direkt die Rolle eines Coaches ein.

„Es ist beeindruckend, wie schnell die Jugendlichen einen Zugang zu den Kindern finden und mit viel Professionalität in der Lage sind, das erlernte theoretische Wissen in die Praxis umzusetzen“, betont Judith Blanc vom Projekt Kicking Girls, die die Coachausbildung zusammen mit Imke Weßling geleitet hat. Da viele der Teilnehmerinnen selbst aktiv beim 1. FFC Elbinsel Fußball spielen, zögerten sie nicht, als Cordula Radtke, Vorsitzende des Vereins und Koordinatorin der Coachausbildung sie fragte, ob sie das im Anschluss an die Ausbildung stattfindende Training selbst gestalten wollten. „Die Jugendlichen möchten ihr Wissen an die jüngeren Mädchen weitergeben“, ist Radtke sich sicher, dass die Jugendlichen auch nach der Ausbildung noch im Verein als Trainerin fungieren. 


Neben der Arbeit im Verein bieten sich auch im Rahmen des Projekts zahlreiche Einsatzmöglichkeiten für die Coaches. Die Ausbildung knüpfte in diesem Jahr an das Hamburger Kicking Girls Turnier an, das mit 20 Grundschulen und über 250 Mädchen am Folgetag an der Sternschanze veranstaltet wurde. Dabei übernahmen die Coaches unterschiedliche Aufgaben und unterstützen die AG-Leitungen z.B. bei der Betreuung der Mannschaften, fungierten als Spielfeldbeobachterinnen und sorgten für einen reibungslosen Ablauf des Turniers. Auch hier mussten die Coaches Verantwortung übernehmen. Nach dem Turnier wurden die Jugendlichen mehrfach von den teilnehmenden Mädchen angesprochen, ob sie von nun an immer dabei sein und die Mannschaft betreuen würden. „Das ist das schönste Kompliment, das den Coaches gegeben werden kann“, freut sich Weßling. „Es zeigt, dass die Coaches als Bezugspersonen wahrgenommen werden“. Dies sei ihrer Meinung nach ein wichtiger Moment in der Persönlichkeitsentwicklung der Jugendlichen.