10.11.2020

5:3 zu wenig: DFB-Team fehlt gegen Schweiz ein Tor zum Weiterkommen

Deutschlands Futsal-Nationalteam ist ausgeschieden

Gewonnen, aber doch nicht belohnt: Deutschland mit den beiden Hamburgern Michael Meyer und Onur Saglam (v. lks.) scheidet gegen die Schweiz aus © DFB

Die deutsche Futsal-Nationalmannschaft muss ihren Traum von der Teilnahme an der zweiten Gruppenphase der EM-Qualifikation für die Endrunde 2022 begraben. Im entscheidenden Play-off-Rückspiel gelang dem Team von DFB-Trainer Marcel Loosveld gegen die Schweiz nach couragierter Leistung zwar ein 5:3 (2:1), doch das Ergebnis des Hinspiels (2:4) verhinderte wegen der Auswärtstorregelung ein Weiterkommen.

In der Ludwigsburger MHP Arena, wo coronabedingt keine Zuschauer zugelassen waren, startete Deutschland gleich mit hohem Pressing, um den Rückstand aus dem Hinspiel wettzumachen.Die erste Großchance des Spiels verbuchte Michael Meyer in der 3. Minute, als er freistehend vor dem schweizerischen Tor zum Abschluss kam, den Ball jedoch etwas überhastet über den Kasten bugsierte. Keine zwei Minuten später war es Gästekeeper Fabian Sanginés, der in höchster Bedrängnis gegen Christopher Wittig gefragt war.

Wittig lässt es mit dem "schwachem Fuß" krachen

Couragierter Auftritt: Im Play-off-Rückspiel holt das DFB-Team alles aus sich heraus © DFB

Für DFB-Torhüter Philipp Pless verlief die Anfangsphase hingegen ruhig. Da die Schweizer oft zu Abspielfehlern gezwungen wurden, kam das Angriffsspiel der Gäste kaum zur Entfaltung. Das DFB-Team sorgte hingegen durch schnelles Umschaltspiel stetig für Gefahr. In der 7. Minute ging die Loosveld-Auswahl dann verdient in Führung. Nach einem Freistoß, den Muhammet Sözer flach in die Mitte zog, beförderte Onur Saglam den Ball schussgewaltig ins rechte obere Toreck.

Ebenso humorlos fiel dann in der 12. Minute auch das zweite deutsche Tor. Wittig eroberte auf Höhe der Mittellinie den Ball, zog von der linken Seite in Richtung Spielfeldmitte und beförderte den Ball mit seinem "schwachen" rechten Fuß mit voller Wucht erneut in den oberen rechten Torknick. Für den Kapitän war es der elfte Treffer im Dress der Nationalmannschaft, der damit seinen Status als Rekordtorschütze ausbaute.

Deutschland hatte das Spiel weitestgehend unter Kontrolle, bis in der 17. Minute Gabriel Buckson wie aus dem Nichts den Anschlusstreffer für die Schweiz erzielte. Torhüter Pless wurde dabei mit einem Schuss aus spitzem Winkel von der linken Seite überrascht.

Achterbahn der Gefühle im zweiten Durchgang

Nach der Pause legte die deutsche Mannschaft weiterhin ein hohes Tempo an den Tag. Saglam (22.), Ian-Prescott Claus (25.) per wuchtigem Freistoß und Sözer (27.) ließen das DFB-Team am dritten Treffer schnuppern. Das erste Tor im zweiten Durchgang erzielte jedoch die Schweiz in der 29. Minute. Wieder war es Buckson, der das Spielgerät nach einem zielstrebigen Lauf an Pless vorbeizirkelte und im linken unteren Eck des DFB-Gehäuses unterbrachte. Und es kam noch ungünstiger: 20 Sekunden nach Wiederanpfiff klingelte es erneut im Kasten von Pless, als Simon Gössi, der auch schon im Hinspiel getroffen hatte, die Schweiz erstmals in Führung brachte.

Deutschland erholte sich von diesem Rückschlag allerdings schnell. Erst war es Nico Zankl (30.), der die Anzeigentafel wieder am Unentschieden stellte, dann markierte Meyer zwei Minuten später mit einem artistischen Treffer im Fallen das 4:3. Dem deutschen Team fehlten zu diesem Zeitpunkt noch zwei Tore zum Weiterkommen.

Couragierter Auftritt am Ende nicht belohnt

Die Schweiz verlagerte ihr Spiel nun auf Defensivarbeit und lauerte auf Konter. Die deutsche Mannschaft blieb aber hellwach und fand immer wieder Lücken im gegnerischen Abwehrverbund. Eine gute Gelegenheit hatte Sözer in der 35. Minute, er schob den Ball aber knapp am linken Pfosten vorbei.

Drei Minuten vor dem Ende setzte Coach Loosveld dann alles auf eine Karte, nahm Pless aus dem Tor und brachte dafür mit Meyer einen fünften Feldspieler. Das Powerplay sollte sich auszahlen: Mert Sipahi traf in 38. Minute zum 5:3. Der entscheidende sechste Treffer, der den Traum von der EM-Teilnahme hätte weiterleben lassen, blieb dem DFB allerdings verwehrt.

[sid/dl]