Als Schiedsrichter beim U15-Sichtungsturnier – ein Erlebnisbericht

Enrico Zielinski, Schiedsrichter vom SC Wentorf, berichtet vom U15-Sichtungsturnier

Enrico Zielinski war als Schiedsrichter beim Sichtungsturnier der U15-Junioren im Juni 2022 in Duisburg dabei - Fotos HFV

„Über die 95 Prozent, die ihr alle habt, wollen wir gar nicht reden, am Ende geht es um die 5 Prozent, die einen guten Schiri von einem sehr guten Schiedsrichter unterscheiden.“ Mit diesen Worten leitete Lehrgangsleiter Lutz Wagner den ersten Tag in Duisburg ein.

Vom 16.06. bis 21.06.2022 durfte ich den Hamburger Fußball-Verband als Schiedsrichter beim U15-Sichtungsturnier in Duisburg vertreten: Ein Turnier, bei dem sich die Spieler präsentieren und durchsetzen müssen, um für die deutsche Nationalmannschaft, unter der Leitung von Cheftrainer Michael Prus, ausgewählt zu werden. Auch für die Schiedsrichter war es eine tolle Möglichkeit zu zeigen, dass man ein Spiel nicht nur pfeifen, sondern auch leiten kann.

So wie die Spieler von Kameras und Sichtern (u. a. Heiko Westermann und Sven Bender) beobachtet wurden, wurden wir Schiedsrichter von Choaches beobachtet. Lutz Wagner, Uwe Kemmling, Bernd Domurat, Bernhard Zerr, Egbert Engler, Rainer und Walter Werthmann haben sich unsere Spiele angesehen und sehr gutes Feedback mitgegeben. Sie brachten viel Erfahrung mit sich, da sie alle selbst in den höchsten Ligen Deutschlands gepfiffen bzw. gewunken hatten.

Die Spiele zwischen den Auswahlmannschaften waren von hoher Qualität und sehr kampfbetont. Das war nur logisch, da die Spieler sich schließlich für die Nationalmannschaft empfehlen wollten. Ich selbst durfte die Spiele der Auswahlmannschaften von Sachsen gegen Niederrhein und Bremen gegen Südwest pfeifen. Als Assistent wurde ich viermal eingesetzt. Gespielt wurde dreimal 20 Minuten. In den Pausen bekamen wir ein kurzes Feedback von unserem Coach, welches half, zum Beispiel das eigene Stellungsspiel anzupassen oder eine Ermahnung wirksamer auszusprechen. Nach den Spielen versammelten wir uns, um die Spiele einzeln zu analysieren. Am Abend ging es immer in den „Sportlertreff“, um den Abend gemeinsam ausklingen zu lassen und um die eine oder andere Szene nochmal durchzusprechen.

Teambuilding bei bestem Wetter: Die Schiedsrichter hatten viel Spaß beim Wasserski

Am Sonntag stand Teambuilding auf dem Programm. Als wir das Stichwort „Wasserski“ dazu hörten, war die Freude groß. Direkt neben der Sportschule Wedau, welche übrigens die größte Sportschule Deutschlands ist, befindet sich praktischerweise eine Wasserskianlage. Jeder konnte sich verausgaben und zeigen was er konnte. Am nächsten Tag war der Muskelkater vorprogrammiert. Trotzdem machte es viel Spaß, auch wenn man das eine oder andere Mal im Wasser landete.

Nach der letzten Spielanalyse am Dienstag war das Sichtungsturnier für uns beendet. Wir haben es sehr gut über die Bühne bekommen, denn in der letzten Analyse kam der Bundestrainer zu uns und bedankte sich für die richtig guten Spielleitungen. Bernd Domurat sagte daraufhin, dass es nicht selbstverständlich wäre, dass der Bundestrainer reinkommt und sich bedankt. Die Zeit ging sehr schnell um, aber es heißt ja schöne Momente vergehen immer am schnellsten. Vor allem habe ich tolle Freundschaften geschlossen, denn unsere Gruppe hatte einen sehr guten Zusammenhalt. Ich habe viel aus den Feedbacks der Coaches mitgenommen, was mir enorm bei meiner positiven Entwicklung als Schiedsrichter hilft.

Ein großer Dank geht an den VSA Hamburg, welcher mich für das Sichtungsturnier nominiert hat. Es war mir eine große Freude den Hamburger Fußball-Verband zu vertreten!

Enrico Zielinski

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