Agieren statt Reagieren

Da es immer schwieriger wird, junge Leute für das Amt der Schiedsrichterei zu begeistern, gleichzeitig die Anforderungen an das Alter der Schiedsrichter steigern, hat der BSA Bergedorf seit einigen Jahren einen Förderkader für junge Nachwuchsschiedsrichter gegründet. Höhepunkt in der Saison ist ein Wochenend-WorkShop, fernab der Heimat.

Das eigentliche Ziel, Buxtehude, konnte nicht mehr angesteuert werden, da die Unterkunft geschlossen wurde. So musste kurzfristig umgeplant werden. Schnell wurde das CVJM-Heim in Groß Grönau gefunden, welches zum geplanten Zeitpunkt auch verfügbar war. Leider sind krankheitsbedingt auch drei Kameraden kurzfristig ausgefallen.
Nach erfolgter Anreise und Zimmerverteilung am Freitag wurden nach einleitenden Worten zunächst Verhaltensregeln, wie z. B. Pünktlichkeit, Ausreden lassen etc. festgelegt. Verstöße wurden mit fünf Liegestütz geahndet. So kamen immerhin 85 Liegestütz zustande!

Neben Regelkunde wurde bei diesem WorkShop die Persönlichkeitsbildung in den Vordergrund gestellt, an diesem Wochenende unter dem Motto „Agieren statt Reagieren“.
Nach einer Regelarbeit mit anschließender Besprechung und dem Aquarium, einer Diskussionsrunde mit verschiedenen Themen und genauen Spielregeln, klang der erste Abend gemütlich aus. Nach einem tollen Frühstück und einer weiteren Regelarbeit wurden am Samstag zunächst theoretische Grundlagen zum Thema Agieren statt Reagieren erarbeitet. Danach ging es auf den Sportplatz der TSV Eintracht Groß Grönau, wo Szenen nachgestellt und gefilmt wurden. Nach einer Stunde Aktivität ging es wieder zurück, um die Szenen auszuwerten.
Zwischenzeitlich wurde von Ferdi Kremer das Mittagessen, toll belegte Pizzen, zubereitet. Im Anschluss dann der Höhepunkt des Lehrganges. Vom Gewaltpräventionsteam des HFV konnten wir den „Chef der Truppe“ Willi Wilkens verpflichten. In vier Stunden bekamen wir dann sowohl theoretisch als auch praktisch Wege zur Deeskalation aufgezeigt. Zunächst wurde uns vermittelt, was Gewalt überhaupt ist und wie sie entstehen kann. Praktische Übungen untermauerten die theoretischen Erkenntnisse. Wir erhielten von Wille viele wertvolle Hinweise und Tipps, wie man sich auf Situationen vorbereiten und diesen entgegen wirken kann, ohne „Öl ins Feuer“ zu gießen. Gewalt muss nicht nur körperlicher Art sein.

Der Nachmittag verging wie im Fluge, nur unterbrochen durch eine kleine Kaffee-Verschnaufpause. Die Erkenntnisse sowie die Hinweise aus diesem Part sind sehr hilfreich für die weitere Entwicklung der jungen Kameraden – da waren sich alle Teilnehmer einig.
Unter diesem Aspekt wurden dann abends die restlichen Videoszenen ausführlich diskutiert, um die aufgezeigten Aggressionspotentiale zu erkennen und darauf zu reagieren oder besser – vorher zu agieren um solche Situationen in den Griff zu bekommen, ohne gleich Feldverweise aussprechen zu müssen – eben agieren statt reagieren. Nach einem langen und anstrengenden Tag konnten wir uns dann beim Bowling sportlich betätigen.
Am Sonntag ging nach dem Frühstück und einer weiteren Regelarbeit mit Besprechung der WorkShop mit einer Feedback-Runde zu Ende. „Das Wochenende hat viel Spaß gemacht und viele neue Erkenntnisse gebracht, vielen Dank dafür“ war die einhellige Meinung aller Teilnehmer.
Das macht Mut und schafft Kraft für weitere Aktivitäten, um weiterhin junge Kameraden im Sinne des Fußballsports für die Pfeiferei zu begeistern und deren Persönlichkeit voran zu bringen. Ein Dank besonderer Art der Teilnehmer gab es auch an Ferdinand Kremer, der kurzfristig einsprang, und sich nicht nur als Koch betätigt, sondern auch viel aus seiner Lebenserfahrung mit eingebracht hat.
Christian Henkel, Lehrwart BSA Bergedorf

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