Änderungen im Spielbetrieb? Joachim Dipner nimmt Stellung

Herr Dipner, beim Ausspracheabend der Oberliga wurden einige Neuerungen thematisiert.

Der Vorsitzende des HFV-Spielausschusses , Joachim Dipner, bezieht Stellung zu geplanten Änderungen in der Oberliga und in den unteren Kreisklassen. Diese Aspekte wurden auf dem Ausspracheabend der Oberliga Hamburg am 05.03.2014 bereits thematisiert.

Da möchte ich zunächst einmal etwas Grundsätzliches loswerden. Beim Ausspracheabend der Oberliga waren 11 von 18 Mannschaften, beim Ausspracheabend für die Landesliga bis Untere Herren nur 21! Vereine vertreten. Das ist eine Beteiligung, die nicht zufriedenstellend ist und die Frage aufwirft, ob sich solche Ausspracheabende noch lohnen. Wir hören immer wieder, dass die Mitgestaltung des Spielbetriebes den Vereinen wichtig ist. Nur wenn dann so wenige Vereine kommen, können wir daraus kein repräsentatives Meinungsbild der Vereine ziehen.

Es gab früher eine Oberliga Hamburg/Schleswig-Holstein, die aufgrund der langen Strecken, der Kosten und des mangelnden Interesses aufgelöst wurde. Zur Saison 2004/05 mussten, zusätzlich zu den Aufsteigern, sechs weitere Vereine in die Verbandsliga Hamburg eingegliedert werden, dementsprechend hätten acht Vereine absteigen müssen. Auf einem Ausspracheabend haben wir deshalb damals beschlossen, dass die Verbandsliga Hamburg und die beiden Landesligen in 18er-Staffeln gespielt werden, immer mit dem Gedanken, bei Zeiten die Zahl der Mannschaften wieder zu reduzieren.

2007/08 haben wir – auf Wunsch der Vereine! – die Landesligen auf 16 Teams reduziert. Jetzt steht es an, die Oberliga (ehemals Verbandsliga) entsprechend anzupassen.
Wir kriegen immer mehr Probleme mit den Spielansetzungen, weil wir mit unterschiedlichen „Spielansetzungsschlüsseln“ arbeiten. Die Oberliga Hamburg hat einen „18er-Schlüssel“, die anderen haben einen „16er-Schlüssel“. Wenn beispielsweise ein Verein mit zwei Mannschaften immer an aufeinander folgenden Wochenenden zu Hause spielen will, ist das mit unterschiedlichen „Ansetzungsschlüsseln“ nicht möglich. Da kann es vorkommen, dass an mehreren Spieltagen beide Mannschaften auf der gleichen Anlage spielen müssen, das ist ärgerlich, aber nicht zu verhindern.

Wir haben kaum Nachholspiel-Termine. Denken wir einmal ans letzte Jahr zurück. Da ging der Spielbetrieb aufgrund der Witterungsverhältnisse am 01. April los. Die ganzen ausgefallenen Spiele mussten natürlich nachgeholt werden. Da mussten die Mannschaften teilweise zwei Nachholspiele in der Woche bestreiten. Das wollen wir – auch im Interesse der Spieler – vermeiden. Deswegen brauchen wir hier einfach ein größeres Zeitfenster für die Oberliga.

Jede Änderung muss hinsichtlich dreier Faktoren überprüft werden. 1. Verstößt sie gegen den allgemein-verbindlichen Teil der DFB-Spielordnung? 2. Müssen wir die Spielordnung des Hamburger Fußball-Verbandes ändern? Diese kann nur auf einem Verbandstag mit Beteiligung der Vereine geändert werden. Ohne das Votum der Mitglieder können wir keine Veränderungen beschließen. 3. Die Durchführungsbestimmungen müssen durch den Spielausschuss entsprechend geändert, und vom Präsidium genehmigt werden.

Der nächste Verbandstag findet im Juni 2015 statt. Da wird der Verband dann natürlich noch eine Saison abwarten, damit die Vereine sich auf die kommenden Änderungen einstellen können. Also werden die Neuerungen ab der Saison 2016/2017, sofern beschlossen, umgesetzt werden.

Die Unteren Herren sind bis jetzt ein separater Spielbetrieb. Das bedeutet, dass die Mannschaften zwar innerhalb der Unteren Herren aufsteigen können, aber nicht in den Liga-Spielbetrieb. Der endet mit der Kreisklasse. Wir möchten den Teams ermöglichen, je nach Stärke, in die Kreisklasse oder Kreisliga aufsteigen zu können. Es gibt ganz hervorragende Mannschaften, die aufgrund der Maximalanzahl an Teams eines Vereins im Liga-Spielbetrieb nach den aktuellen Richtlinien nicht aufsteigen dürfen. Da passen wir uns den anderen Landesverbänden, wie beispielsweise dem Schleswig-Holsteinischen Fußballverband an. Wer aufsteigen kann und will, darf auch aufsteigen.

Die Anzahl der Staffeln in der Kreisklasse wird in Kreisklasse A, B und C aufgeteilt, d.h. es soll acht Staffeln der Kreisklasse A, acht Staffeln der Kreisklasse B und auch acht Staffeln in der Kreisklasse C geben. Das hängt natürlich von der Anzahl der gemeldeten Mannschaften ab. Die bestplatzierten Teams aus der Kreisklasse A können in die Kreisliga aufsteigen. Das Spielrecht der Unteren Herren soll in der Kreisklasse beibehalten werden, das ist ein ganz wichtiger Punkt. Zum einen der Wechselmodus, der deutlich flexibler gestaltet ist, und zum anderen das Aufstiegsrecht. Bisher besteht in der Kreisklasse eine Aufstiegspflicht. Wer sich also sportlich qualifiziert, muss auch aufsteigen. In der Spielklasse der Unteren Herren sind viele Mannschaften, die gar nicht das Ziel haben, aufzusteigen. Da möchten wir Niemanden zu zwingen.

Wir werden erstmalig zum Saisonende eine Hamburger Meisterschaft Ü50 ausschreiben, an der alle 5 Staffelmeister teilnehmen können. Der Hamburger Meister vertritt dann den HFV beim NFV-Ü50-Cup.
Zudem wird der Staffelmeister Ü60 ab sofort den Titel ‘Hamburger Meister Ü60’, tragen, mit Pokal und allem was dazugehört.

Da sehen wir momentan keinen Anlass etwas zu ändern. Das war auch der Tenor der anwesenden Vereine. Unterklassige Vereine haben weiterhin das Heimrecht im Pokal-Wettbewerb.
– Interview: Kevin Dittmann –

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