32 Grad, 100 Prozent Leidenschaft fürs Ehrenamt: Fußballheld*innen feiern Wiedersehen

Ein Wochenende voller Energie, Austausch und echter Begeisterung: Die Fußballheld* innen aus den vier norddeutschen Landesfußballverbänden des Verbundes „Ehrenamt im Norden“ haben am vergangenen Wochenende in der HFV-Sportschule erneut gezeigt, was junges Ehrenamt im Fußball ausmacht. Trotz hochsommerlicher Temperaturen von bis zu 32 Grad war die Freude am Zusammenkommen ungebrochen. Neben Workshops und geplanten gemeinsamen Aktionen blieb auch ausreichend Zeit für spontane Kick-Sessions, einen Besuch am See und entspannte gemeinsame Momente, in denen das Wiedersehen gefeiert wurde.
Was dieses Treffen so besonders macht, sind die vielen kleinen Momente: Man lacht zusammen, kommt ins Gespräch und begegnet sich mit echter Neugier. Wie begeistert ihr eure Spielerinnen? Wie gewinnt ihr junge Trainerinnen und Schiedsrichterinnen für euren Verein? Wie gestaltet ihr eure Teambuilding-Aktivitäten und Ausflüge? – in der lockeren und offenen Atmosphäre entstehen auch beim diesjährigen Netzwerktreffen neue Ideen und Freundschaften.
Den Auftakt der Veranstaltung machte HFV-Präsident Christian Okun, der die Bedeutung der Fußballheld*innen für die Zukunft des Fußballs hervorhob und alle Teilnehmenden herzlich im HFV willkommen hieß. Der HFV freute sich besonders über die Ausrichtung in der Gastgeberrolle, die er im Verbund „Ehrenamt im Norden“ turnusmäßig übernimmt. In dieser Kooperation – bestehend aus dem Hamburger Fußball-Verband, dem Schleswig-Holsteinischen Fußballverband, dem Landesfußballverband Mecklenburg-Vorpommern und dem Bremer Fußball-Verband – wechselt die Ausrichtung jährlich zwischen den Landesverbänden, sodass die Fußballheld*innen immer ein was Neues erleben.
Vor der Reise, mitten im Netzwerk
Erstmals waren auch die aktuellen Preisträger*innen des Jahres dabei, die sich bereits auf ihre Reise nach Santa Susanna freuen dürfen. Für sie war das Wochenende ein intensiver und zugleich gelungener Einstieg in das Netzwerk der Fußballhelden. „Das geht hier ja super locker und entspannt zu“, stellte Artur Podkopayev – einer von fünf neuen Fußballhelden im HFV – positiv überrascht fest.
„Alle haben eine ähnliche Motivation, es braucht nicht viel, damit man sich hier gut versteht“, findet Jan Schlößer, der im vergangenen Jahr selbst an der Bildungsreise nach Santa Susanna teilgenommen hat. Dort kommen jedes Jahr über 250 Fußballheld*innen aus ganz Deutschland sowie aus Österreich und der Schweiz zusammen. Als Anerkennung für ihr Engagement erwartet sie eine sechstägige Reise – organisiert durch KOMM MIT und den DFB mit Workshops, vielfältigen Lernformaten und zahlreichen Möglichkeiten zum Netzwerken. Vorschläge für die Auszeichnung als Fußballheld*in werden übrigens wieder ab 1. September und bis zum 31. Oktober angenommen – der HFV wird informieren.
Talkrunde mit Einblicken
Schon der Freitagabend bot Raum für einen interaktiven Talk, bei dem sich die Fußballheldinnen und Fußballhelden aktiv einbrachten. Mit persönlichen Erfahrungen bereicherten u. a. HFV-Schiedsrichterin des Jahres 2025 Aslı Gök , HFV-Schiedsrichter des Jahres Marvin Repke und Fabina Porsch die Runde.
Diskutiert wurden Fragen aus dem Alltag auf und neben dem Platz: Wie geht man mit Emotionen und Drucksituationen um? Welche Rolle spielen Unterschiede zwischen Männer- und Frauenspielen? Wie kann man als Trainer*in oder Schiedsrichter*in deeskalieren? Und wie schafft man als Verein eine faire und unterstützende Spieltagsatmosphäre?

Inspirierende Einblicke aus dem Trainer-LEBEN
Ein echtes Highlight war der Besuch von Marwin Bolz, Trainer der Frauen-Profimannschaft des SC Braga, und seinem Co-Trainer Lukas Wenzel. Ihr Workshop traf genau den Nerv der Teilnehmenden: Noch lange danach blieb ein großer Teil der Gruppe mit den Referenten im Gespräch, um tiefer in Themen wie Trainingsgestaltung, Teamführung oder den Umgang mit Drucksituationen einzutauchen. Die vielen praxisnahen Impulse werden sicher in ihre Vereinsarbeit vor Ort einfließen. Den Abschluss der Workshop-Reihe bildete schließlich Gökhan Iscan, der noch einmal einen sehr persönlichen Bezug zum Trainer-Beruf gab und Erfahrungen aus dem Auswahlbereich teilte.
Inklusion erleben und verstehen

Besondere Praxiserfahrungen sammelten die Fußballheld*innen bereits am Samstagvormittag bei einem lebhaften Inklusionsworkshop unter Leitung von HFV-Inklusionsbeauftragtem André Riebe. Neben theoretischem Input ging es vor allem ums Erleben: Mit Simulationshilfen wie Sichtbrillen, Schallschutz-Kopfhörern und Unterarmstützen, konnten die Teilnehmenden unterschiedliche Beeinträchtigungen nachempfinden.
Ein besonderes Highlight war der praktische Teil mit Jan Otterstetter (Barmstedter MTV), der mit einer Auswahl an Spielern aus dem Verein zum Rollstuhl-Fußball einlud. Aus den Niederlanden eigens gelieferte Power-Chairs ermöglichten den Fußballhelden ganz neue Erfahrungen. Mit bis zu 10 km/h durch die Halle zu fahren und gleichzeitig zu dribbeln und Tore zu erzielen, stellt erst einmal Herausforderungen dar – und sorgte für großen Respekt vor dieser Sportart.
Partystimmung am Abend und ein spielerisches Auswegsuchen
Beim gemeinsamen Schauen des WM-Spiels Deutschland gegen die Elfenbeinküste entstand echte Stadionatmosphäre – inklusive Jubel beim 2:1 durch Deniz Undav. Kurz darauf wurde weiter gefeiert: Fußballheldin Marleen aus Hamburg hatte Geburtstag – mit Ständchen, Musik und bester Stimmung. Am Sonntag rundete ein Escape Game („Der Ausbruch“) das Wochenende ab. Gemeinsam lösten die Teams Aufgaben auf dem Gelände der HFV-Sportschule und stellten fest: Landesverbandsübergreifend funktioniert Zusammenarbeit nicht nur hervorragend – sie macht auch richtig Spaß.
Mitgestalten, was begeistert
Das Wochenende wurde vom Bereich Engagement und Entwicklung des HFV langfristig geplant und gemeinsam mit engagierten Fußballheld*innen organisiert. Besonders hervorzuheben ist der Einsatz von Isabelle Schmidt, Franca Kleiner, Timo Lau und Christopher Siegk, die mit viel Herzblut das Programm aktiv mitgestaltet haben – von Kennenlernspielen über ein unterhaltsames Quiz bis hin zur Gestaltung der Kicksessions und des Escape Games. Der Ansatz zahlt sich aus: „Wir binden die Fußballhelden aktiv mit ein – sie wissen am besten, was sie brauchen“, sagt Ehrenamtsbeauftragter Janis Ohlsen. Das vielfältige Programm spiegelte genau diese Bedürfnisse wider – sorgte für ein sehr positives Feedback der Teilnehmenden.

Am Ende bleibt vor allem eines: Vorfreude. Auf das nächste Wiedersehen 2027 in Mecklenburg-Vorpommern, auf die Reise nach Santa Susanna – und auf viele weitere gemeinsame Momente.