2:1 gegen Frankfurt: HSV- B-Juniorinnen erstmals Deutscher Meister

Nele Karowski (mit Schale) über den Titel: „Über die gesamte Saison verdient“ © Getty Images

Die Fußballerinnen der U 17 des Hamburger SV haben Geschichte geschrieben. Der Nord/Nordost-Staffelsieger sicherte sich am 25.06.2022 im Stadion Hoheluft mit einem 2:1 (2:0) gegen Eintracht Frankfurt im Endspiel um die Deutsche B-Juniorinnen-Meisterschaft erstmals den Titel. U 16-Nationalspielerin Lisa Baum (11.) und Helena Gavrilovic (22.) legten im ersten Durchgang den Grundstein. Katharina Rust (58.) ließ die Frankfurterinnen, die wie der HSV erstmals im Finale standen, nochmals hoffen.

Hamburgs Trainer Niels Quante veränderte seine Mannschaft im Vergleich zum Halbfinal-Rückspiel auf einer Position. Für Torhüterin Lene Meggers (nicht im Kader) rückte Caroline Blum zwischen die Pfosten. Eintracht-Chefcoach Wolfgang Schmidt, der das zweite Aufeinandertreffen im Halbfinale gegen den 1. FC Union Berlin (4:0) wegen einer Corona-Infektion verpasst hatte, entschied sich für zwei Veränderungen. Für Sarah Khalifa und Lina Ballmann spielten U 17-Europameisterin Loreen Bender und Alma Schriewer von Beginn an.

Beginn ohne Abtasten

Das Finale begann ohne langes Abtasten, beide Teams suchten früh mit Tempo den Weg zum gegnerischen Tor. Nach einem Fehler im Hamburger Spielaufbau wäre Eintracht Frankfurt fast in Führung gegangen. Den Schuss von Loreen Bender (7.) konnte HSV-Torhüterin Caroline Blum aber noch um den Pfosten lenken. Auf der anderen Seite setzte sich Lisa Baum mit ihrer Geschwindigkeit über links durch, ihre Hereingabe setzte Arjela Lako (9.) an die Latte.

Kurz darauf zahlte sich das Tempo für den HSV aus. Amira Dahl schickte Mitspielerin Lisa Baum (11.) mit einem Steilpass. Die U 16-Nationalspielerin war schneller als ihre Gegenspielerin sowie die herausgeeilte Eintracht-Torhüterin Lina Altenburg und schob ins leere Tor ein. Den Frankfurterinnen wäre fast die direkte Antwort gelungen. Ein Lupfer von Sarah Preuß (12.) ging aber knapp vorbei. Stattdessen erhöhte der HSV: Nach einem Konter bediente U 16-Nationalspielerin Melina Walheim die am zweiten Pfosten mitgelaufene Helena Gavrilovic (22.). Bis zur Halbzeit kontrollierten die Hamburgerinnen die Partie, es ging mit der Zwei-Tore-Führung in die Halbzeitpause.

Erzielt das 1:0 für den HSV: Lisa Baum © Getty Images

Frankfurt drückt auf den Ausgleich

Die Frankfurterinnen begannen den zweiten Durchgang druckvoll: Preuß (52.) dribbelte sich in den Strafraum, wurde am Fünfmeterraum aber noch durch eine Grätsche vom Ball getrennt. Ein sehenswerter Treffer ließ die Eintracht dann nochmal hoffen. Nach einem Hamburger Klärungsaktion landete der Ball bei Katharina Rust (57.), die aus rund 30 Metern den Ball im Tor unterbrachte. Der Titelträger der Süd-Staffel hielt den Druck hoch. Preuß (68.) schoss nach Vorlage von Bender über das Tor. Wenige Minuten später traf die Stürmerin (75.) aus etwa 18 Metern die Latte.

Die Hamburgerinnen kamen nur noch vereinzelt zu Entlastungsaktionen. Bei einer wäre allerdings fast die Entscheidung gefallen. In der Nachspielzeit konnte Frankfurts Torhüterin Altenburg rund 15 Meter vor ihrem Strafraum aber vor Lisa Baum (90+4.) retten. Es blieb beim 2:1 für den Hamburger SV.

Deutscher Meister 2022: Die U 17 des Hamburger SV © Getty Images

STIMMEN
„HSV-Team bleibt für immer im Herzen“

Der Hamburger SV hat seine erste Endspiel-Teilnahme um die Deutsche B-Juniorinnen-Meisterschaft mit dem Titel vergoldet. Im Hamburger Stadion Hoheluft setzte sich der Titelträger der Nord/Nordost-Staffel 2:1 (2:0) gegen Eintracht Frankfurt durch. Die Frankfurterinnen standen ebenfalls zum ersten Mal im Finale. Die DFB.de-Stimmen zum Finale.

Nele Karowski (Kapitänin Hamburger SV): Wir haben uns diesen Moment über die gesamte Saison verdient. In der Schlussphase war mein Puls gefühlt auf 300. Ich bin unfassbar stolz auf unsere Mannschaft. Das war das letzte Spiel, was wir in dieser Konstellation absolviert haben. Das Team bleibt bei mir für immer im Herzen.

Niels Quante (Trainer Hamburger SV): Es ist einfach überwältigend. Wir wollten mutig sein und uns nicht von der Qualität von Eintracht Frankfurt einschüchtern lassen. Das ist uns in der ersten Halbzeit herausragend gelungen. Ein wenig Kampf und Qual sind in der Endphase eines Finals normal. Trotz der Erschöpfung und des Drucks der Eintracht haben wir noch viele Meter gemacht.

HSV-Trainer Niels Quante (oben Mitte) über den Finalsieg: „Es ist einfach überwältigend“ © Getty Images

Ex-Nationalspieler Horst Hrubesch (Direktor Entwicklung beim Hamburger SV): Unsere Mannschaft verfügt über ein sehr gutes Umschaltspiel. In den Situationen hat man gemerkt, dass die Mädels technisch gut ausgebildet werden. Vor allem das zweite Tor kann man nicht besser herausspielen.

Sarah Wiesner (Kapitänin Eintracht Frankfurt): Es ist ein super Gefühl, solch ein Finale bestritten zu haben. Das war der Lohn für unsere geile Saison. Wir haben in der zweiten Halbzeit sehr offensiv gespielt und dem HSV kaum noch Räume gelassen. Wir haben alles gegeben, leider hat es am Ende nicht ganz gereicht.

Wolfgang Schmidt (Trainer Eintracht Frankfurt): Nach dem Finale überwiegt schon die Enttäuschung über die Niederlage. Wir haben uns in der zweiten Halbzeit so viele Chancen herausgespielt. Wir können nach solch einer Leistung aber dennoch stolz vom Platz gehen.

Ottmar Ulrich (Abteilungsleiter Eintracht Frankfurt): Es ist außergewöhnlich, dass als Auswärtsmannschaft so viele Fans in Hamburg vor Ort waren. Das ist ein ganz besonderer Tag. Bei unserer Rückkehr nach Frankfurt wird uns am Riederwald das Präsidium empfangen. Alle Eltern sind ebenfalls dazu eingeladen. Und ganz unabhängig vom Ergebnis: Es wird eine richtig schöne Feier geben.

Ex-Nationalspielerin Dagmar Pohlmann (DFB-Geschäftsbereich Spielbetrieb): Es war ein attraktives Spiel auf sehr hohem Niveau mit einer tollen Stimmung. Eintracht Frankfurt hatte die erste Halbzeit etwas verschlafen. Die Hamburgerinnen waren dafür in der zweiten Halbzeit nicht mehr so aktiv. Eintracht Frankfurt hat auf den Ausgleich gedrückt und nur ganz knapp die Verlängerung verpasst.

[dfb.de/mspw]

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