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15.05.2012Die 1. B-Junioren vom FSV Geesthacht erlebte einen besonderen Tag
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Die 1. B-Junioren vom FSV Geesthacht erlebte einen besonderen Tag
„Cool auf dem Platz, auch bei heißen Spielen“. Wir konnten uns kaum vorstellen, was uns der Tag bringen würde. Wie sollte das gehen ohne Gegner? Man benötigt doch etwas, woran man sich hochziehen kann! Es geht, wenn die Referenten gut sind und die Mannschaft bereit ist mitzumachen.Geführt durch die Referenten Michael Loers und Daniel Gehrke wurde Gewalt mit zentralen theoretischen Grundlagen thematisiert und direkt anhand von Rollenspielen und Gruppenaktionen nachvollziehbar jugendgerecht erlebbar.
Was haben wir erlebt?
Wichtige Regeln waren Respekt und Ehrlichkeit. Das stellte für uns sicher, dass kein Teilnehmer Angst haben musste mit seinen Taten oder Äußerungen „an die Wand gestellt” zu werden oder gar als „Sündenbock“ oder „schlechter Mensch” aus dieser Konfliktschulung nach Hause zu gehen. Ein absolut wichtiger Punkt des Seminars. Denn es wurde schnell klar, mit dem richtigen pädagogischen und psychischen „know-how“, sind Jugendliche leicht zu manipulieren und kaum in der Lage noch selbst eigenverantwortlich zu handeln.
Gruppenübungen mit dem Ziel ein gemeinsames Ziel zu erreichen oder auch zu zeigen, wie gut man sich kennt. Auch ohne Worte.
Gruppenübungen mit vorgegebenen „Gewaltenverteilungen“ und Regeln. Wie simpel diese Regeln außer Kraft gesetzt werden können und wie Automatismen einsetzen, die Gewalt unmerklich und ohne Gegenwehr nach sich ziehen, war beeindruckend. Ebenso die Reaktion der Mannschaft als dies jedem bewusst wurde.
Die „Welle“ (*) haben wir aus meiner Sicht an einem einzigen Tag erlebt.
Was machte das Seminar erfolgreich?
Referenten, die alle Übungen aufarbeiteten und uns aus allen Übungen positiv entließen. Kein Jugendlicher wurde in einer kritischen Situation allein gelassen. Eine Mannschaft die zeigte, was Jugendliche wert sind.
Was haben wir erreicht?
Ein Stück Selbsterkennung. Den eigenen Verhaltenshorizont erweitert ohne Folgeschäden. Ein weitere „Klappe“ im Gehirn geöffnet, um bereit zu sein, kreativ auf kritische Situationen zu reagieren. Handlungsspielraum um unterschiedlichen Ansätzen und Formen von Gewalt in den Griff zu bekommen – bei uns und bei anderen.
Was zum Abschluss?
Die Zeit verging wie im Flug. Wir haben sogar überzogen und keinen hat es interessiert.
Es war ein tolles Seminar. Im vertrauten Kreis von Menschen konnten wir angstfrei Verhaltensmuster zeigen. Sie wurden neutral reflektiert und wir haben damit die Chance erhalten unser Verhalten zu korrigieren und auf fremdes Verhalten besser einzustellen.
Mein Fazit als Trainer?
Ich habe meine Spieler aus anderen Blickwinkeln betrachten können. Meine Hochachtung gilt allen Spielern für ihre offene Darbietung in Wort und Tat – Respekt! Ich durfte dabei sein.
Es war eine Erfahrungseinheit, die den Fußball als Aufhänger nahm, jedoch in den Alltag übertragbar ist. Dieses Seminar kann ich jeder Mannschaft empfehlen.
Die 1.B vom FSV Geesthacht 07 hat gerne an diesem Seminar am 5.5.2012 teilgenommen.
(*) Die Welle (The Wave) ist ein Roman aus dem Jahr 1981 von Morton Rhue, der Ereignisse an einer Highschool in einer US-amerikanischen Kleinstadt beschreibt. Die deutsche Übersetzung von Hans-Georg Noack erschien 1984 unter dem Titel „Die Welle. Bericht über einen Unterrichtsversuch, der zu weit ging“.
Coolness-Tag am Moorweg mit der 2. C-Jugend des SC Egenbüttel
Ein Samstagmorgen ist eigentlich zum Ausschlafen gedacht. Wir, die 2.C-Junioren vom SC Egenbüttel, trafen uns am 17.03.2012 um 8.30 Uhr am Moorweg, um am Coolnesstag teilzunehmen. Die Erwartungen waren sehr groß, denn keiner wusste was jetzt passieren wird. Bei sonnigem Wetter ging es dann mit einer Theoriestunde los. Da einige noch nicht ganz wach waren, gab es erstmal ein Spiel Autorennen. Jetzt waren wir wach und es kam was kommen sollte: denn, was ist Gewalt? Dieses Thema ist sehr groß, wie wir selber feststellen mussten. Wie stellten uns dieser Aufgabe mit Taemgeist. Diese Sachen wurden immer mal wieder durch lustige Bemerkungen von uns kurz unterbrochen. Das Spiel mit dem Bermuda-Dreieck gefiel uns sehr gut, wobei wir den Sinn des Spieles erst nach der Auflösung verstanden. Im Allgemeinen handelt man schneller als man denkt. Das richtige Zuhören und Wahrnehmen wird unser ständiger Begleiter sein.Erhöhte Aufmerksamkeit mit Willy Wilkens vom HFV-Präventionsteam - Foto: HFV
Mehr Fotos gibt es in der Bildergalerie auf hfv.de
Zum Mittag gab es dann Spaghetti-Bolognese, reichlich und im Überfluss, von dem auch Gebrauch gemacht wurde. Nach dem Mittagessen ging es endlich nach draußen, um aktiv zu werden. Bei dem Spiel 8 gegen 8 geschah das, was auch in der Wirklichkeit passieren kann: Es traten plötzlich Provokateure auf und störten unser Spiel. Am Anfang waren es nur Pöbeleien, dann wurde es aber auch zunehmend körperlich. Unsere Aufgabe war es, beruhigend und deeskalierend einzuwirken. Wie schwer es ist, unter solchen Bedingungen Fußball zu spielen, wurde uns vor Augen geführt. Wegen unserer gewonnen Meisterschaft und dem damit verbunden Aufstieg machten wir eine Reise in die Karibik. Das Schiff kenterte leider und wir mussten uns alle in kleine Rettungsboote retten. Die Rettungsboote waren in diesem Fall Matten und wir mussten uns etwas einfallen lassen, dass alle gesund an Land kommen. Nach einer kurzen Besprechung hatten wir eine Idee, aber In der Wirklichkeit hätten wir einen Kameraden verloren. Danach wurden die Baracks geschwungen wobei Jan und Justin unter den Anfeuerungen der gesamten Mannschaft mal richtig Dampf abließen. Man stellte fest, wie gewaltbereit man eigentlich sein kann, wenn man nicht nachdenkt. Aber zum Glück gibt es so etwas in unserer Mannschaft nicht. Nach den Aktivitäten ging es noch mal in den Unterrichtraum. Da hatten wir noch eine Aufgabe zu lösen, denn wir sollten über ein gespanntes Band gehen, das von den Teamern gehalten wurde. Das Band wurde bei jedem Durchgang höher gehalten. Unser Jan hatte dann eine gute Idee und wir stellten einen Tisch über das Band und so hatten wir die Aufgabe bestanden, denn keiner durfte das Band los lassen oder berühren. Ein langer Tag ging zu Ende, aber wir wollten noch mehr Spiele erleben, denn wir waren alle so angeheizt. Zum Schluss war Tauziehen dran. Gewinner war nicht der Stärkste, sondern der mit der besten Taktik. Die Veranstaltung erhält von uns eine 1 bis 2, wenn man eine Note verteilen müsste. Wir möchten uns an dieser Stelle bei den Teamern Willy und Michael dafür bedanken, dass wir den Tag erleben durften. Er wird lange in unseren Erinnerungen bleiben.
Danke, Danke! Die 2. C-Jugend des SC Egenbüttel
Coolness-Tag mit der 1 . C-Jugend des SV Halstenbek-Rellingen
Alle Vorbereitungen und Planungen waren abgeschossen. Nun konnte es endlich losgehen. Nachdem die Homan Stiftung dem HFV finanzielle Mittel für die Durchführung von präventiven Coolness Tagen zur Verfügung gestellt und die Veranstaltungen ausgeschrieben waren, hatten 15 Vereine sich schon in den ersten Tagen nach der Ausschreibung gemeldet. Der erste Erfolg war erreicht. Es gibt Bedarf in den Vereinen.Am 10. 03.2012 war es dann soweit. Das Trainerteam reiste um Punkt 08.30 Uhr auf der Sportanlage Lütten Hall des SV HR an, um den ersten von 20 möglichen Coolness Tagen anzupfeifen. Punkt 09.00 Uhr waren alle 15 Spieler der 1. C – Jugend anwesend und wir konnten pünktlich starten.
Vincent und Ini machten noch einen etwas müden Eindruck, also entschlossen wir uns kurzer Hand etwas Leben in die Veranstaltung zu bringen. Mit denken und Bewegung im „Gewaltbarometer“ gelang das auch recht gut. Als es dann nach einer kurzen Debatte über „Hektische Spiele“ direkt zur Konzentrationsübung „Tischtennisball schnippen“ überging waren alle Spieler und BetreuerInnen hellwach. Dass es trotzdem einige Probleme mit der Zielgenauigkeit gab, lag an anderen Ursachen. Nachdem dann die Frage geklärt war, was denn eigentlich das problematische an Gewalt auf dem Fußballfeld ist, gab es wieder Aktion auf dem Rasen vor dem Sitzungsraum. Die „Battaks“ wurden geschwungen und Ini und Finn bearbeiteten sich unter den Anfeuerungsrufen der Kollegen recht heftig mit den Geräten. Da wollten Ole und Andreas nicht nachstehen und taten es ebenso. Eine weitere kleine Gesprächeinheit über die Anforderungen für „Fairplay im Fußball“ rundete dann den Vormittag ab.
Zur Stärkung in der Mittagspause hatten Eltern und Vereinswirt eine tolle Kombination aus Büffet und Grillfleisch vorbereitet. Alle ließen es sich schmecken und tankten so die nötige Energie für den Nachmittag.
Übung mit Hintergedanken - Fotos: HFV
...mehr Fotos in der Bildergalerie auf hfv.de
Los ging es mit dem „Coolness Parcours. Bei einem Spiel 5 gegen 5 traten plötzlich Provokateure und störten das Spiel zunächst verbal dann körperlich. Die Spieler hatten die Aufgabe ausschließlich beruhigend und deeskalierend zu reagieren. Die Aufgabe wurde zunächst nur vorsichtig erfüllt. Zu oft wurde so getan, als ob man nichts gehört oder gemerkt hätte. In der Wiederholung wurden die Interventionen dann häufiger, deutlicher und klarer. Am Schluss ging es darum eine „Rudelbildung“ erfolgreich zu verhindern, indem alle Spieler auf sich gegenseitig aufpassen sollten. Immer wenn ein Spieler ihrer Mannschaft von einem Provokateur festgehalten wurde, war es Aufgabe der Mitspieler ihn aus der Situation herauszulösen. Schnell wurde deutlich, dass dies leichter gesagt als getan ist. Aber nach einiger Eingewöhnungszeit meisterte die Mannschaft auf diese Aufgabe prima.
Damit hatte sich die Mannschaft die „Reise in die Karibik“ verdient, die leider mit einem Schiffsuntergang im Rettungsboot endete. Bei der Aufgabe die Rettungsboote ohne Verluste an Land zu bringen, zeigte die 1. C-Jugend eine vorzügliche Teamleistung und hatte auch noch viel Spass dabei.
Dann war wieder etwas Theorie dran. Verschiedene eskalierte Situationen vom Spielfeld sollten in Kleingruppen besprochen und gelöst werden. Mit viel Eifer wurde an den Aufgaben gearbeitet und schließlich gute Lösungen aufgezeigt. Damit es nicht zu anstrengend wurde für die Jungs gab es zwischendurch noch mal Action im „Bermudadreieck“. Nachdem dann auch der Rest der Aufgaben vorgetragen und gelöst war, kam es zur eigentlich letzten Übung, die da hieß: „Gewalt macht Spaß“. Dabei wurde noch einmal sehr deutlich, wie schnell sich Gewaltspiralen entwickeln und wie aufmerksam man jederzeit sein muss, um nicht in diese Spiralen eingebunden zu werden. Hier konnte der sehr aufmerksame Sören seine Mannschaft retten. Jetzt waren die Jungs von HR richtig in Fahrt und wollten nicht nach Hause, sondern forderten weitere Spiele und Übungen. Als „Zugabe“ gab es noch einmal das „Tauziehen“. Was hier aussah wie eine Kraftübung war eine Geschicklichkeits- und Flexibilitätsübung. Denn: nicht der Stärkste hatte gewonnen, sondern der Flexibelste.
Die 1. C-Junioren vom SV Halstenbek-Rellingen
Am Ende waren alle geschafft. Alle hatten einen Riesenspaß gehabt und viel gelernt. Der Veranstaltung wurden ausschließlich die Schulnoten „gut“ und „sehr gut“ gegeben. Das macht auch uns Trainer etwas stolz und sehr glücklich. Offenbar hatten wir eine ganz passende Auswahl getroffen.
An dieser Stelle jedoch noch einmal ein ganz großes „Dankeschön“ an die Spieler der 1. C-Jugend des SV Halstenbek-Rellingen für das tolle Engagement, das diese Mannschaft hier über 8 Stunden gezeigt hat. Ebenso ein herzlichen „Dankeschön“ an das BetreuerInnenteam und an die Eltern, die uns alle vorzüglich mit Leckereien versorgt haben.
Kerstin Stutte und Willy Wilkens
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Fachtagung zur Gewaltprävention beim Hamburger Fußball-Verband - Gesamtrückblick
- „FAIRPLAY – mehr als nur ein Stammtischgespräch“
- Viel Input
- Länderübergreifender Erfahrungsaustausch
Gruppenbild mit Damen - Foto Gettschat
Alle Fotos in der Bildergalerie auf hfv.de. Klicken Sie HIER
HFV-Präsident Dirk Fischer eröffnete die Veranstaltung - Foto: Byernetzki
Eröffnet wurde die Tagung mit einem Grußwort des Präsidenten des Hamburger Fußball-Verbandes, Dirk Fischer. Er sagte: „Herzlich willkommen hier in Hamburg in unserer schönen Sportschule. Ich halte die Sache hier für sehr wichtig. Das Thema wird nie zu Ende sein. Ich hoffe dieser länderübergreifende Kongress wird für alle fruchtbar sein. Wir alle wollen die Fairness im Sport. Danke an E.on Hanse-Vertrieb für das Sponsoring dieser Veranstaltung und an die Crew um Hans-Peter Biallas für die Organisation.“
Gastgeber: Hans-Peter Biallas (links) und Wilfried Wilkens - Foto Byernetzki
Hans-Peter Biallas, der das Wochenende verantwortlich organisierte: „Ich bin hocherfreut über die positive Resonanz und die große Zahl der Teilnehmer. Wir freuen uns auf eine hoffentlich ergebnisreiches Wochenende.“
Wilfried Wilkens begrüßte die Teilnehmer als Fachlicher Leiter: „Ich freue mich, dass 17 von 21 Landesverbänden zur Fachtagung in Hamburg vertreten sind. „FAIRPLAY – mehr als nur ein Gedanke“ heißt die Überschrift. Unser Dank geht an Hanse-Peter Biallas der diese Tagung maßgeblich organisiert hat und viel Zeit und Arbeit in die Vorbereitung investiert hat. Im Vorfeld habe mich mir Gedanken gemacht, ob es ein deutsches Wort für Fairplay gibt, aber außer der Umschreibung Respekt, Geisteshaltung gegenüber anderen Menschen habe ich da nicht viel gefunden. Wir werden sehen, was wir in diesen Tagen für Erkenntnisse gewinnen.“
Statements, und Zitate von Referenten
Bernd Schumillas (Vorsitzender RW Wilhelmsburg): „ Wir haben rückblickend durch den Coolnesstag, geleitet vom HFV-Team, Ruhe in unseren Verein gebracht und eine ganz andere Atmosphäre des Miteinander und Respekts geschaffen.“
Cordula Henning (Leiterin Landesinformationsstelle/Sporteinsätze): „ In Hamburg gibt es Einzelfälle. Die Einsätze auf Fußballplätzen der Amateure, wo die Polizei gerufen wurde, sind gemessen an 60.000 Spielen im Jahr verhältnismäßig gering. Seit der Serie 2006/2007 schwankten die Jahreszahlen zwischen 7 und 10. Die wenigen Einzelfälle waren allerdings z. T. sehr heftig. Bei vermeintlichen Problemspielen ist der Dialog mit der Polizei vorher wichtig! Sicherheitsauflagen sollten individuell gestaltet werden, denn Sicherheit kostet. Es macht keinen Sinn, Auflagen aufzustellen, wo sie nicht erforderlich sind. Trotzdem ist immer Wachsamkeit und ein ständiger Informationsaustausch zwischen der Polizei dem Verband und den Vereinen wichtig.“
Gerd Liesegang (Vizepräsident Berliner Fußballverband): „Im Berliner Fußballverband muss jeder Betreuer und Trainer, der mit Jugendlichen zu tun hat, ein erweitertes Führungszeugnis beibringen. Damit haben wir gute Erfahrungen gemacht.“
Prof. Dr. Gunter Pilz hielt einen Vortrag - Foto Byernetzki
Prof. Dr. Gunter A. Pilz (Leibnitz Universität Hannover, Mitglied der Kommission Nachhaltigkeit des DFB): „Der sportliche Wettkampf hat eine Stellvertreterfunktion für soziale, gesellschaftliche Anerkennung in der Gesellschaft. Fußball als Anlass für symbolische Konfliktlösungen. Sieg oder Niederlagen im Spiel werden zu Symbolen ethnischer Über- oder Unterlegenheit. Es gibt drei Pfeiler im Kampf gegen Gewalt: 1. Selbstregulierung (selbstbestimmt Grenzen setzen); 2. Selbstverpflichtung (Merkmale: freiwillig, Inhalt selbst gestalten, selber regeln erstellen); 3. Repression (Grenzen setzen).
Das Handeln von Menschen ist nicht von ihrer Situation, sondern von ihrer Definition der Situation bestimmt.
Resultate der Arbeitsgruppen
1. Fairplay und Schiedsrichter (Leitung Christian Henkel)
- Bestandsaufnahme: SR ist eine Schlüsselfigur, die einer hohen Erwartungshaltung ausgesetzt ist
- Wie kann man das miteinander verbessern? Vorschläge wurden erarbeitet und vorgestellt, z.B. altersgerechte Ansetzungen, Leitfaden „Eskalationskette“, SR und Trainer erarbeiten Regeln.
- Werbung für mehr Verständnis für SR, insbesondere für Jung-SR, die naturgemäß Fehler machen
2. Fairplay bei Trainer und Betreuer (Leitung Daniel Gerke)
- typischer Gesprächsverlauf zwischen Trainer und Betreuer wurde vorgestellt
- Thesen wurden herausgearbeitet (z.B. Versuche Deinen Spieler zu verstehen)
- konkrete Handlungsalternativen wurden vorgestellt (z.B. Begegnung zweier Mannschaften mit Respekt, Wertschätzung und Anerkennung)
3. Fairplay auf den Rängen (Leitung Michael Strelow)
- Herausforderungen, denen man begegnen muss (z.B. Ehrgeiz, Entscheidungen des SR)
- Schwierigkeiten, dass man Eltern nicht herankommt
- Lösungsansatz: Eltern einbinden, in die Verantwortung nehmen
- praktische Möglichkeiten, die diskutiert wurden: Abstand der Eltern zum Spielfeld, Elternvertreter, Fairplay-Rituale auch für Eltern, „Spielfeldmanager“ statt SR
4. Fairplay im Sportgericht und bei den Offiziellen (Leitung Uwe Hansen, Günter Singer, Carsten Chrubassik und Thomas Zeißing)
- wachsende Respektlosigkeit ist festzustellen
- Ausweitung der Bewährungsstrafe mit dem Erfolg: weniger Wiederholungstäter
- Diskussion des Instruments der Bewährungsstrafe
- Ligaspieler als Jugendtrainer (Vorbildfunktion!)
- Teilung der Strafe: feste Strafe / Maßnahme durchführen und möglicherweise 2. Teil der Strafe als Bewährung aussetzen
- Diskussion: Jugendhilfe nach dem Berliner Modell? Erfordert Vernetzung über den Fußball hinaus.
Anregungen aus den Landesverbänden:
Brandenburg: Die größten Probleme bereiten die Akteure außerhalb des Spielfeldes wie Betreuer, Funktionäre und Eltern. Einmal im Jahr gibt es in Brandenburg den Spieltag für Menschlichkeit und Toleranz unter der Schirmherrschaft des Ministerpräsidenten.
Niedersachsen: Im Raum Hannover läuft ein Projekt mit der sogenannten Elternzone. Wir haben die Vereine befragt: 2/3 waren dafür, 1/3 hat das schon vorher praktiziert. Alle Eltern und Zuschauer haben bei Jugendspielen – Kleinfeld – einen Mindestabstand von 8m zum Spielfeld zu halten.
Niederrhein: Die größten Probleme gibt es in den Ballungsräumen und dort bei Vereinen mit Migrationshintergrund. Wir setzen uns jetzt mit den jeweiligen Vorständen direkt zusammen, um die Probleme vor Ort zu lösen.
Sachsen-Anhalt: Das Projekt „MuT - Menschlichkeit und Toleranz im Sport“ wurde gegründet. Ziel: extremistische Tendenzen im Sport zu minimieren. Außerdem wurde ein Fair-Play-Konzept von der Uni Halle-Wittenberg für den Fußballverband Sachsen-Anhalt entwickelt.
Rheinland: Es gibt 30 ethnische Vereine. Mit jedem wurde sich getroffen. Das soll auch in Zukunft einmal im Jahr geschehen. Es wurde eine Hotline eingerichtet für Delikte mit sexuellem Hintergrund.
Berlin: Es wurde ein neuer Ausschuss in die Satzung aufgenommen. Der Ausschuss für Fairplay und Ehrenamt. Der Ausschuss für Integration tagt direkt bei den Vereinen. Das kommt gut an. Die jahrelange konsequente Arbeit im Bereich Gewaltprävention trägt Früchte. Im Jugendbereich gibt es 80% weniger Spielabbrüche und im Herrenbereich 25% weniger. Die Arbeit des Verbandes wird mittlerweile bei den Vereinen anerkannt. Vier Honorarkräfte fahren direkt zu den Vereinen, nehmen Kontakt zu den Jugendleitungen auf, gucken sich Jugendtraining und Spiele an und kümmern sich, wenn es Probleme gibt.
Bayern: Konfliktmanager wurden nach Schulungsmodulen des Hessischen Fußball-Verbandes ausgebildet. Sie können direkt von den Vereinen angerufen werden und sind schnell vor Ort. Der Fairplay-Preis der Jugend mit einem Sponsor kommt gut an. Preis für den Gewinner war der Besuch eines Bundesligaspieles beim FC Bayern und einer Ehrung unten auf dem Rasen.
Baden-Württemberg: Aktion „Für Toleranz und Fairness! Gegen Gewalt!“
Eingeführt wurde der zwingend vorgeschriebene Handshake vor dem Spiel, eine Coachingzone bei jedem Spiel und zwei Ordner, gekennzeichnet mit Ordnerwesten bei allen Spielen ab B-Junioren und Juniorinnen aufwärts als Pflicht. Es passieren weniger Vorfälle. Allerdings sind die Vorfälle, die passieren, heftiger! Alle Vereine mussten an einem Seminar für Prävention teilnehmen. Bei Nichtteilnahme folgte Ausschluss vom Spielbetrieb.
Baden: Es gibt Pflichtveranstaltungen in den Kreisen mit Vertretern der Polizei und der Schiedsrichter. Dort gibt es ein Impulsreferat der Polizei. Problem mit Eltern am Spielfeldrand wird dadurch gelöst, dass alle hinter die Barriere müssen, auch bei Spielen auf Kleinfeldern auf dem großen Feld. Fußballplätze ohne Barrieren werden zum Spielbetrieb nicht mehr zugelassen. Im Spielbereicht müssen Heim- und Gastverein einen Platzordner-Obmann (Sicherheitsverantwortlichen benennen. Vor dem Spiel stellen sich die Platzordner-Obleute beim Schiedsrichter vor.
Mecklenburg-Vorpommern: Ein Fairplay-Cup ist installiert worden. Plakate und Flyer wurden produziert mit dem Inhalt: Spielt fair, … miteinander, füreinander NICHT GEGENEINANDER – Für Toleranz – Gegen Gewalt im Fußball und den Kontaktdaten des Sicherheitsbeauftragten im Landesfußballverband MV.
Abschluss
Wilfried Wilkens bemerkte in seinem Abschlussfazit: „ Für die Arbeit mit Trainern und Betreuern sind wir gut aufgestellt. Sehr interessant war das Herausarbeiten der Probleme der Schiedsrichter. Viel zu tun gibt es im Bereich Fans und Zuschauer und zunehmend Müttern im Jugendbereich.“
Nach drei Tagen mit viel Input durch Referate, Vorträge, Diskussionsrunden und Arbeitsgruppen gab es viel Lob für die Organisatoren des HFV. Hier einige Sätze der Teilnehmer: „Fantastisch, großartig organisiert. Wir sollten dran bleiben. Es war höchst interessant zu erfahren, was in den anderen Landesverbänden passiert. Danke für die tolle Tagung – großer Dank an Hans-Peter Biallas.“
Im Jahre 2012 soll es die nächste Tagung geben. Der Württembergische Fußballverband wird einladen!
Fachtagung zur Gewaltprävention - „Fairplay – nicht nur ein Stammtischgespräch“- Resümee von Hans-Peter Biallas
Prävention sexualisierter Gewalt im Hamburger Sport
„Wie können wir Kinder und Jugendliche vor Übergriffen wirksam schützen“Liebe Vereinsmitarbeiterinnen und Mitarbeiter!
Unter dem oben genannten Titel fand am 21.02.2011 im „Haus des Sports“ ein Symposium der Hamburger Sportjugend statt.
Verbunden mit dieser Veranstaltung war auch die Erstellung einer so genannten Handreichung, als Vorlage zu Handlungsmöglichkeiten.
Diese „Handreichung“ soll zum einen dazu dienen, auf das Thema aufmerksam zu machen. Zum anderen dafür, den Schutz vor sexualisierter Gewalt auf breite Füße zu stellen (Stefan Karrasch/ hsj).
In unserer Basisausbildung weisen wir seit November 2010 ebenfalls auf dieses Problem hin und versuchen die Teilnehmenden für dieses Thema zu sensibilisieren. Nicht nur die verbale und körperliche Gewalt auf den Sportplätzen und in den Hallen gehört zu unserer Präventionsarbeit. Ein äußerst schwieriges und sensibles Thema gilt es zu behandeln und die Frage, wie erkenne ich sexualisierte Gewalt und wie begegne ich ihr, ist nicht leicht zu beantworten. Es bedarf auch einer gehörigen Portion Selbstbewusstsein, um handlungsfähig zu werden, wenn sich vermeintlich erkennbare Zeichen zeigen. Hierfür hat die HSJ die „Handlungsbroschüre“ erstellt die für alle Verbands- und Vereinsebenen Tipps gibt.
Neben den Erscheinungsformen sexualisierter Gewalt an Kindern und Jugendlichen werden Beispiele aufgeführt:
- wie gesetzliche Bestimmungen
- Vorlage von erweiterten Führungszeugnissen
- Ehrenkodex für ehrenamtliche und hauptamtliche (über 400.00 € tätige) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
- Eignungsüberprüfungen von zukünftigen und bereits tätigen Mitarbeiter/ innen
- Handlungsrichtlinien im Verdachtsfall und auf Beratungsstellen in Hamburg
Im HFV gibt es bereits Vereine, die dieses Thema aufgegriffen haben und auch in der Praxis umsetzen. Ein Verein z.B. verlangt für die Personen, die im Ehren- oder Hauptamt im Jugendbereich tätig sind, das „erweiterte Führungszeugnis“ und hat damit keine Probleme, denn die betroffenen Personen stehen zu diesem Vereinsbeschluss.
Die „Handreichung“ der HSJ kann kostenfrei über die Hamburger Sportjugend bezogen werden und ist auch im Download unter
http://www.hamburger-sportjugend.de/downloads/projekte/117-informationsbroschuere-praevention-sexualisierter-gewalt-im-sport.html
erhältlich.
Unsere Empfehlung: Machen Sie mit, schützen Sie unsere Kinder und Jugendlichen vor sexualisierter Gewalt im Hamburger Sport!
Hans-Peter Biallas
Vorsitzender im
Jugend-Lehrausschuss
DFB-Jugendbildungsbeauftragter für den HFV












