16.03.2017

"Was n(t)un Kapitän? - "Was n(t)un Kapitänin?

Manschaftskapitän und Manschaftskapitänin - offizielle Spielführer und Spielführerin genannt

Damit alle Spielführer/innen und deren Vertreter ihre Arbeit gut und mit Spass verrichten können, bot der HFV in einem Pilotprojekt allen Vereinen der Leistungsklassen C-Junioren und Juniorinnen am Sonntag, den 05.03.2017 einen Trainingstag unter den o. g. Motto an.

Der/die Spielführer/in ist einer der wichtigsten SpielerIn auf dem Platz. In den Fußballregeln von heißt es: "Ein Spieler jeder Mannschaft ist der Spielführer. Er/Sie ist u.a. bei Streitfragen der Ansprechpartner des Schiedsrichters. Falls der/die Spielführer/in in einem Spiel ausfällt, muss ein/e anderer Spieler/in dessen Aufgaben übernehmen. Das sagt viel über die Bedeutung und die Wichtigkeit des/der Spielführers/in für das Spiel.

Für das Team kommen mit zunehmendem Alter weitere Aufgaben hinzu. So ist der/die Spielführer/in oft auch: - Bindeglied zwischen Trainer und Team
- oft ist er/sie auch Führungsspieler/in und
- Konfliktmanager/in wenn es im Team Stress gibt
- damit hat er/sie eine Sonderrolle als Vorbild und Respektsperson.

6 Mannschaftsführerinnen und 6 Mannschaftsführer bestreiteten den Tag. Es ging um die Fragen: Was muss ein/e gute/r Mannschaftsführer/in alles leisten? Welche Aufgaben hat sie/er zu erfüllen? Was benötigt sie/er dafür an Fähigkeiten und Unterstützung?

Mit der Übung „Popcorn“ und einigen Aufstellungen lernten sich die TeilnehmerInnen zunächst etwas kennen.
Anschließend wurde nach „demokratischen Regeln“ ein Mannschaftsführer für den Tag gewählt. Selim wurde zum Kapitän des Tages. Es war ihm zu diesem Zeitpunkt noch nicht ganz klar, was jetzt auf ihm zu kommen würde.
Nachdem Katharina Lenhard einige wichtige Aufgaben des HFV skizziert hatte, ging es in die Kernfragen des Tages. In 3 Kleingruppen erarbeiten die TeilnehmerInnen die besonderen Aufgaben, Pflichten und Rechte des/r Mannschaftskapitäns/in gegenüber der Mannschaft, dem Trainer und dem Schiedsrichter.

Diese Gruppenarbeit brachte zwei Überraschungen:

1. die Vielfalt der Aufgaben und die wenigen speziellen Rechte eines Kapitäns besonders im Jugendfußball;
2. überall ist er sie gefordert, wenn es Konflikte gibt!
Konflikte in der Mannschaft! Konflikte zwischen Trainer/innen und Mannschaft! Konflikte mit dem Schiri im Spiel! Überall ist der/Kapitän/in gefordert!

Insbesondere im Umgang mit dem Schiri ist der Ton und die Wortwahl bei der Konfliktbearbeitung von besonderer Bedeutung, stellten Luise und Jan aus der AG 3 fest. Entsprechend wurden einige Themen und Fragen gesammelt, die Schiedsrichter Mirko Braun nach der Mittagspause beantworten sollte. Fast eine Stunde musste Mirko Braun Fragen beantworten und mit besonders Leeloo und Okan diskutieren.

Anschließend wurden einige spezielle Konfliktsituationen gesammelt und über mögliche Lösungswege gesprochen, bevor es dann zur besonderen Freude von Aksana und Luis zur Praxis auf den Platz ging. Das Wetter war uns freundlich gesonnen und der Kunstrasenplatz gut besetzt. So war es die Aufgabe des Kapitäns Selim dafür zu sorgen, dass wir eine Spielfeldhälfte überlassen bekamen. Mit großartiger Unterstützung von Finja und Melisa an seiner Seite meisterte er die Aufgabe mit Glanz und ganz ohne Stress.

Auf dem Platz waren zunächst vor allem Felix, Kilian und Selim über die tollen fußballerischen Fähigkeiten der Mädchen überrascht. Im Spiel 6 gegen 6 meinten sie zunächst „an den Mädchen vorbeispielen zu können.“ Nach einigen Ballverlusten und Gegentoren vor allem durch Kerstin und Leeloo stellten sie nicht nur ihre Spielweise um.
Jetzt ging es darum sich gekonnt in Konfliktsituationen schlichtend einzuschalten. Zunächst ging es darum einen lautstarken Streit zwischen 2 Spielern aus der eigenen Mannschaft zu schlichten. Mutig und laut ging Luis dazwischen und zog die dabei die Streithähne auseinander. Nach einigen Wiederholungen ging dann um einen lautstarken Streit zwischen zwei Gegenspielern, die bereits Nase an Nase standen. Diesmal waren es Selim und Kerstin die jeweils ihre eigenen Mitspieler ansprachen und zur Ruhe ermahnten. Besonders gut war dabei, dass sie die beiden trennen konnten ohne sie anzufassen. Beide hatten ausschließlich auf Stimme, Namen und eindeutige Ansagen gesetzt.

In der dritten Situation ging es darum einen eigenen Mitspieler zu beruhigen der mit den Schiri aneinander geraten war. Dabei wurden von Luise, Melisa und Okan fast ausschließlich Körpertechniken mit ziehen bzw. schieben eingesetzt.
Schließlich ging es darum Rudelbildungen zu verhindern oder aufzulösen. Besonders deutlich wurde hier die Wichtigkeit einer rechtzeitigen Wahrnehmung des Konfliktes. Je weniger SpielerInnen beteiligt waren, je einfacher war die Situation zu lösen.
Abschließend ging es zu einer Teamübung noch einmal in den großen Hörsaal. Bei der Übung „Tanz über das Seil“ waren gegenseitige Unterstützung, Koordination, Konzentration, Kreativität und Kommunikation gefordert, um die Aufgabe zu lösen. Nachdem auch diese Aufgabe gemeistert war ging es darum ein Tagesfeedback einzuholen. Die TeilnehmerInnen äußerten sich durchaus positiv über den Tag, außer das er extrem lang und anstrengend war.
Alle TeilnehmerInnen waren in diesem Tag sehr aktiv und kreativ dabei.

Dafür einen herzlichen Dank von den Trainern. Die Vereine und Mannschaften können stolz darauf sein solche Kapitäne/innen zu haben.

Herzlichen Glückwunsch von Daniel und Willy aus dem Präventionsteam des HFV


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