22.01.2018

Vortrag zur Geschichte des VfL 93 Hamburg

ERBITTERTER STREIT UND EIN BOMBENANSCHLAG

Am 18. Januar 2018 wurde die Ausstellung „Rund um die Alster. Hamburger Geschichte im Nationalsozialismus“ im Hamburger Rathaus eröffnet (siehe z.B. https://www.welt.de/regionales/hamburg/article172616885/Rund-um-die-Alster-Ausstellung-gibt-Einblicke-in-Hamburgs-dunkle-NS-Vergangenheit.html).

Zur Ausstellung gibt es ein umfangreiches Begleitprogramm mit Vorträgen und Führungen. Eine Station der Ausstellung ist der heutige VfL 93 Hamburg, größter Sportverein im Stadtteil Winterhude.

Am Mittwoch, 7. Februar 2018, 18 Uhr, wird der Hamburger Buchautor und Fußball-Historiker Werner Skrentny im Vereinshaus des VfL 93 über die Geschichte des Vereins berichten und dazu auch zahlreiche bislang unbekannten Bild-Dokumente zeigen:

Der Arbeitersport war eine Massenbewegung, die sich in ihren Inhalten von den so genannten bürgerlichen Sport-Verbänden unterschied. Um den heutigen VfL, damals noch geteilt und uneins, tobte Ende der 1920er Jahre ein erbitterter politischer Kampf. Denn der FTSV Hamburg 93 war “bundestreu”, d. h., er stand zur Weimarer Republik und zur SPD, während der VfL 05 sich zeitweise dem kommunistischen “Rotsport” und dem DFB anschloss, aber schließlich zum sozialdemokratischen Arbeiter- Turn- und Sport-Bund (ATSB) zurück kehrte.

Jener VfL 05 Hamburg wurde in der Saison 1932/33 im Stadion des Hamburger SV am Rothenbaum im Beisein von 8.000 Zuschauern letzter “Groß-Hamburger Fußball-Meister” des Arbeitersports. Die Fußballer des Vereins waren auf dem Weg ins Endspiel um die Deutsche Meisterschaft (Bundesmeisterschaft des Arbeitersports), doch konnte der Wettbewerb infolge der Machtübernahme der Nazis nicht beendet werden.

Als die Nazis der Arbeiterbewegung das bekannte Verkehrslokal Wucherpfennig in der Barmbeker Str. 33 raubten, verübten Kommunisten dort einen Bombenanschlag. Bei den Ermittlungen wurde neben der Polizei erstmals das berüchtigte “Kommando zur besonderen Verwendung” (KzbV) eingesetzt, dass ganze Stadtteile durchkämmte. Es folgte ein Mammutprozess. Mehrere Angeklagte überlebten die NS-Diktatur nicht.

Termin: Mittwoch, 7. Februar 2018, 18 Uhr
Ort: Vereinshaus VfL 93 Hamburg, Barmbeker Str. 62


Öffentliche Verkehrsmittel: U 3 bis Station Borgweg oder Metro Bus 6 bis Semper Straße
Eintritt: frei
Eine Veranstaltung der KZ-Gedenkstätte Neuengamme im Rahmen des Begleitprogramms zur Ausstellung „Rund um die Alster. Hamburger Geschichte im Nationalsozialismus“

Hinweis: Bei der Veranstaltung ist die Broschüre “Hamburger Fußball im Nationalsozialismus” zur Ausstellung der KZ-Gedenkstätte Neuengamme für den Sonderpreis von zwei Euro erhältlich.

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