25.05.2017

Norderstedt feiert „Last Minute-Pokalsieg“

Siegtreffer zum 2:1 gegen HR fällt in der 120. Minute

ODDSET-Pokalsieger 2017: Eintracht Norderstedt - Fotos Gettschat

Der ODDSET-Pokalsieger der Saison 2016/2017 heißt Eintracht Norderstedt. Der Regionalligist setzte sich vor 3193 Zuschauern im Endspiel an der Hoheluft gegen die SV Halstenbek-Rellingen durch. Der Oberligist ging in der Partie, die in der ersten Hälfte torlos blieb, sechs Minuten nach der Pause mit 1:0 in Führung. Norderstedt glich in der zweiten Minute der Nachspielzeit durch einen umstrittenen Treffer aus. In der Verlängerung gelang der Mannschaft von Trainer Dirk Heyne dann in der 120. Minute durch Jan-Philipp Rose der Siegtreffer zum 2:1-Endstand.

Krabbes köpft Halstenbek-Rellingen mit 1:0 in Führung

Pokalübergabe durch den Innen- und Sportsenator Andy Grote und HFV-Präsident Dirk Fischer

In einer ersten Halbzeit mit überschaubarem Niveau hatte die Eintracht nach elf Minuten die erste Chance des Spiels, als Jordan Brown von rechts scharf nach innen ins Zentrum flankte, wo Jan Lüneburg den Ball festmachte und ihn für Felix Drinkuth ablegte. Den Aufsetzer, den Norderstedts Nummer 17 abfeuerte, konnte HR-Innenverteidiger Sebastian Krabbes jedoch von der Linie köpfen. Auf der anderen Seite versuchte sich Niklas Siebert, doch seine Flanke nach zwölf Minuten fand in der Mitte keinen Abnehmer. Dann passierte – abgesehen von der verletzungsbedingten Auswechselung von Jeremy Karikari, der sich im Zweikampf mit Indrit Behrami am Arm verletzte – lange Zeit nichts Nennenswertes, ehe Lüneburg nach 32 Minuten für Drinkuth auflegte, der wiederum zu Yayar Kunath durchstecken wollte, dabei aber an Yannick Sottorf hängen blieb. Auch HR hatte nach vorne kein Glück: Niklas Siebert erspähte zwar den durchstartenden Christian Okafor. Der aber rannte sich fest (36.).

Vor dem Seitenwechsel wurde es noch vier weitere Male gefährlich – drei Mal war dabei der Regionalligist am Drücker: Über Brown und Drinkuth, der den Ball letztlich in den Rücken der Abwehr spielte, landete das Spielgerät bei Eintracht-Kapitän Philipp Koch, der am kurzen Pfosten vorbei zielte (39.). Nur vier Minuten später war es erneut Koch, der diesmal HR-Schlussmann Mirko Oest mit einem Freistoß aus rund 25 Metern zur einer Glanztat zwang. Und noch ein Mal näherte sich Norderstedt dem Tor – und hätte dabei eigentlich in Führung gehen müssen: Drinkuth bediente den im Strafraum stehenden Kunath, der den Ball mit der Brust zu Lüneburg abklatschen ließ. Der Eintracht-Goalgetter zielte jedoch trotz freier Schussbahn drüber (45.+2). HR hatte zwischenzeitlich in Person von Krabbes vergeben, der nach einem Freistoß von Ümit Karakaya in die Arme von Eintracht-Keeper Johannes Höcker köpfte (45.+1).

Meyer trifft in letzter Sekunde zum Ausgleich

Der zweite Durchgang begann mit einem echten Paukenschlag: Gerade einmal sechs Minuten waren gespielt, als Sottorf für HR eine Ecke von links in den Norderstedter Strafraum schlug, die Krabbes zur 1:0-Führung über die Linie köpfte. Und die Halstenbeker hätten beinahe sogar noch einen zweiten Treffer nachgelegt, doch Okafor verpasste es nach einem Solo, im entscheidenden Moment den Ball quer zu Behrami zu legen, sodass der Angriff ohne Ertrag verpuffte (55.). Norderstedt antwortete mit einer Flanke von Jan-Philipp Rose, an der der kurz zuvor eingewechselte Linus Meyer in der Mitte vorbeirutschte (58.), und hatte auch danach die nächste Chance: Drinkuth vergab aus zwölf Metern, nachdem der Ball von der rechten Seite bis links in den Strafraum durchgerutscht war (63.). Doch auch HR blieb gefährlich – in Person von Niklas Siebert, dessen Schuss auf 35 Metern Höcker gerade noch über die Latte lenken konnte (64.).

Okafor hatte dann nach 81 Minuten die Entscheidung zugunsten des Außenseiters auf dem Fuß. Nachdem er aus dem Mittelfeld von Siebert bedient wurde, steuerte der HR-Stürmer frei auf Höcker zu, der den Schuss von Okafor per Fußabwehr entschärfte. Schon kurz zuvor hatte Höcker einen langen Ball von Krabbes so unterlaufen, dass Jeske beinahe allein Richtung Tor hätte spazieren können. Doch Bojadgian war dazwischen und rettete. In der 83. Minute jubelte Norderstedt schon über den Ausgleich, doch Referee Thorsten Bliesch (Niendorfer TSV) verweigerte dem Treffer von Kangmin Choi wegen einer Abseitsstellung die Anerkennung. Vier Minuten vor dem Ende konnte Norderstedt ein Tohuwabohu im HR-Strafraum nicht nutzen: Lüneburg passte auf Drinkuth, der den Ball Richtung Tor lupfte, wo ein Halstenbeker vor Kunath klärte. Doch das Spiel war noch nicht beendet: In der zweiten Minute der Nachspielzeit flog ein Freistoß auf das HR-Tor, wo Lüneburg im Zweikampf gegen HR-Keeper Oest rustikal in den Mann ging. Meyer schoss den Ball anschließend zum 1:1-Ausgleich über die Linie. Referee Bliesch gab den Treffer trotz vehementer Halstenbeker Proteste.

Roses Schuss aus 25 Metern in den Giebel bringt die Entscheidung

In der ersten Hälfte der Verlängerung gab es nur eine nennenswerte Szene: Nach einem eigentlichen Offensivfoul entschied Referee Bliesch auf ein Foul an Benjamin Brameier. Den folgenden Karakaya-Freistoß konnte Höcker sicher festhalten (105.). Auch der zweite Durchgang der „Overtime“ hatte nicht viele Höhepunkte. Genau genommen nur zwei: Sieberts Freistoß aus 25 Metern über die Mauer hinweg fischte Höcker aus dem rechten Toreck (109.). In der 120. Minute war es dann schließlich Jan-Philipp Rose, der das Finale zugunsten von Eintracht Norderstedt entschied: Nach einem Zuspiel von Drinkuth hielt er aus halblinker Position aus 25 Metern drauf und donnerte die Kugel zum 2:1-Siegftreffer für den Regionalligisten in den rechten Giebel.

Dirk Heyne (Trainer Eintracht Norderstedt): „Wir freuen uns trotz allem über den Sieg. Das Finale hat am Ende gezeigt, warum der Pokal so sehr reizvoll ist: In einem Spiel ist alles möglich. Wenn man in der 90. und 120. Minute die Tore macht, dann kann man sich schon bedanken. Wir haben uns das Leben selbst schwer gemacht, weil wir die Bürde, der Favorit zu ein, in den Köpfen nicht ablegen konnten.“

Heiko Barthel (Trainer SV Halstenbek-Rellingen): „Für Siege muss man sich nicht entschuldigen. Zu Ende ist es erst dann, wenn Schluss ist. Wenn so eine strittige Szene zum 1:1 führt, dann ist es so. Und wenn man dann in der 120. Minute noch das 1:2 bekommt, dann fühlt sich das nicht besser an. Ich kann meinen Jungs keinen Vorwurf machen. Wir sind ans Limit gegangen. Hut ab!“

Dirk Fischer (HFV-Präsident): „Ich gratuliere dem glücklichen Sieger Eintracht Norderstedt und wünsche der Eintracht nun einen tollen Gegner in der Hauptrunde und vor allem eine erfolgreiche Hauptrunde. Mein Mitgefühl gilt HR. So eine Entscheidung in letzter Sekunde muss man erstmal seelisch verkraften. Mein Mitgefühl gilt aber auch dem Schiedsrichter, der in seinem letzten Spiel in letzter Minute eine so strittige Entscheidung getroffen hat. Auch für ihn ist das keine einfache Situation. Danke an unseren Partner LOTTO Hamburg mit der Sportwette ODDSET.“

FC Eintracht Norderstedt: Höcker – Brown, Karikari (20. Bojadgian), Mandic, Rose – Koch, Karg Lara (75. Choi) – Kunath, Drinkuth, Lindener (55. Meyer) – Lüneburg. Trainer: Dirk Heyne
SV Halstenbek-Rellingen: Oest – D. Ghadimi, Krabbes (89. Hermanowicz), Schöttke, Sottorf – Richert (75. Batista Monteiro), Brameier, Karakaya, Siebert – Okafor, Behrami (70. Jeske). Trainer: Heiko Barthel

Schiedsrichter: Bliesch (Niendorfer TSV) mit Bauer (Rahlstedter SC), Wunder (Niendorfer TSV) und 4. Offizieller Ralph Vollmers (FSV Geesthacht)

Tore: 0:1 Krabbes (51.), 1:1 Meyer (90.+2), 2:1 Rose (120.)

Zuschauer: 3193

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