22.12.2017

„!Nie wieder - 14. Erinnerungstag im deutschen Fußball“ an den Spiel- und Turniertagen um den 27. Januar 2018

Sehr geehrte Vorstände, Präsidenten, Abteilungs- und Übungsleiter, Trainer und Betreuer der Amateurvereine, der Regionalligen, der Bundesligen der Frauen und der 3. Ligen,

der „Erinnerungstag im deutschen Fußball“ geht in seine 14. Kampagne. Gefördert und gestützt durch die Präsidenten des DFB, Reinhard Grindel und der DFL, Reinhard Rauball, sowie der Landesverbände und der Liga, setzt der „Erinnerungstag“ seit 14 Jahren zum Jahresanfang und mit dem Start der Rückrunde ein machtvolles Zeichen gegen den allgegenwärtigen Rassismus, dem wachsenden Antisemitismus und der ebenfalls zunehmenden Homophobie im Fußball und in der Zivilgesellschaft.

KZ-Auschwitz-Birkenau - die Rampe

Das Engagement der Fußballfamilie ist begründet in Paragraf 2 der DFB-SATZUNG.
„Der DFB tritt rassistischen, verfassungs- und fremdenfeindlichen Bestrebungen und anderen diskriminierenden oder menschenverachtenden Verhaltensweisen entschieden entgegen.“

Diese grundlegende Positionierung des Fußballs, sich einzumischen, wenn die Würde des Menschen missachtet wird, nimmt die Werte der Gründungsväter des deutschen und europäischen Fußballs auf. Es war der große Walther Bensemann, der von der Jahrhundertwende bis zu seinem Tod im Schweizer Asyl 1934 dem „Englischen Spiel“ eine friedensfördernde Kraft zuschrieb. Wortmächtig schrieb er in seinem „Kicker“ gegen die Übel des Nationalismus, des Militarismus und gegen die Feinde der Demokratie an. Er und seine Mitstreiter, nicht selten Deutsche mit jüdischer Herkunft, so wie er selbst, setzten der Kraft der Destruktion die friedensfördernde Kraft des Fußballs entgegen.

Rot-Weiss Essen und Köln II mit Julius Hirsch-Shirt zum Erinnerungstag

Wir kennen den Lauf der Geschichte. Der menschenverachtenden Wahnsinn des Nationalsozialismus kontrollierte und beherrschte zwölf Jahre das „Spielfeld“, mit schrecklichen Folgen für die Menschen in Deutschland und Europa. Die Fußballfamilie distanzierte sich nicht, sie spielte mit. Die beiliegenden Texte zum „14. Erinnerungstag“ gehen darauf ein.
Diese Texte dokumentieren jedoch auch, dass die Fußballfamilie aus der Geschichte gelernt hat. Sie nimmt heute die Bitte und die Aufforderung der Überlebenden von Dachau ernst, und setzt das „Nie wieder“ in vielfältigen Projekten und Aktionen um.
Wie zwingend notwendig diese Einmischungen sind, zeigen u. a. die schockierenden Geschehnisse rechtsradikaler deutscher Hooligans beim Spiel Tschechien gegen Deutschland in Prag, der Missbrauch des Porträtfotos von Anna Frank durch deutsche und italienische neonazistische Fangruppen, sowie die zunehmenden Attacken, denen die Freunde von Makkabi ausgesetzt sind.

Damit das „nie wieder“ geschehe, laden wir Euch dazu ein, den „14. Erinnerungstag im deutschen Fußball“ an den Spiel- und Turniertagen um den 27. Januar 2018 zu gestalten!

Birkenau

- Tragt mit Euren Aktionen dazu bei, dass die Verbrechen an den jüdischen, kommunistischen und allen anderen Verfolgten in Nazideutschland nicht vergessen werden.

- Setzt bei den Spielen Eures Vereins um den 27. Januar 2018 ein unübersehbares Zeichen gegen den latenten und aktuellen Rassismus, den gefährlich wachsenden Antisemitismus und der Flüchtlingsfeindlichkeit.

Wie in den letzten Jahren, kommen zusammen mit diesem Schreiben drei Texte. Einen, den Eure Stadionsprecher oder eine andere Person vor dem Spiel verlesen kann, der auch auf dem Stadionbildschirm oder als Banner gezeigt wird. Ein Zweiter, der im Stadionmagazin abgedruckt und auf die Homepage gestellt wird und die Biografie über den Mannschaftsarzt von Hertha BSC, Herrmann Horwitz. Dieser Text versteht sich als Anregung, an ein Mitglied aus der eigenen Vereinsfamilie zu erinnern.

Text für eine Stadiondurchsage

Text für das Stadionmagazin

Biografie über den Mannschaftsarzt von Hertha BSC, Herrmann Horwitz

Aktion Mainz-Dortmund mit Serge Salomon

Darüber hinaus sind Eurer Kreativität und Eurem Engagement keine Grenzen gesetzt. Gestaltet Choreographien. Ladet zu Lesungen ein. Veröffentlicht in Euren Publikationsorganen ein Interview mit Präsident und Spielern. Lasst Vereinsmitglieder mit Migrationswurzeln zu Wort kommen. Ladet zu Gedenkspaziergängen ein. Zeigt Filme. Lasst alte Vereinsmitglieder erzählen. Nehmt zu der Jüdischen Gemeinde oder zum Makkabi Vereine Kontakt auf, etc. etc. …. Weitere Anregungen für Aktionen findet Ihr auf der Homepage: www.niewieder.info.

Wir bitten Euch, diesen Brief und die nachfolgenden Texte an Eure Freunde im In- und Ausland weiterzureichen. Die Impulsidee für den Erinnerungstag kommt aus Italien. „!Nie wieder“ versteht sich als europäische Bewegung.

Glückauf, Schalom und Servus,
Eberhard Schulz
Sprecher der Initiative „!Nie wieder – Erinnerungstag im deutschen Fußball“ und der
Mitstreiterinnen und Mitstreiter

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