VSA Winterlehrgang: Die extreme Auslegung beim Abseits wurde gelockert

Viel besprochen wurde auf dem Winterlehrgang der Hamburger Spitzen-Schiedsrichter im Clubheim des SC Concordia am 4. Februar 2012.
Beobachtungssachbearbeiter Werner Schenck war in seiner Zwischenbilanz mit den Beobachtungen seiner Schützlinge zufrieden. Die Analyse durch Coaches und Beobachter nach den Spielen haben sich dabei als sehr hilfreich erwiesen.
„Immer schön auf dem Teppich bleiben“, mahnte der VSA-Vorsitzende Wilfred Diekert die Schiedsrichter die ganz oben stehen und stellte allgemein ein Problem bei den Assistenten in der Oberliga und Landesliga fest. „Hier konnten uns des Öfteren die gezeigten Leistungen nicht zufrieden stellen – das muss besser werden!“

Besondere Hinweise gab Diekert zu den Bereichen Rassismus und Feuerwerkskörper.
An dieser Stelle verweisen wir auf die von der UEFA gebrauchte Definition: „Rassistisches Verhalten oder Diskriminierung bedeutet die Verletzung der Grundsätze des Fairplay – die auf der Achtung des Gegners, von Mitspielern, Offiziellen und Zuschauern durch sämtliche an einer Fußballveranstaltung Beteiligten, einschließlich der Zuschauer, beruhen – durch jegliche Form von Diskriminierung auf Grund von Rasse, Hautfarbe, Sprache, Abstammung, nationaler oder ethnischer Herkunft, Zugehörigkeit zu einer Gruppe, Religion, sexueller Orientierung oder Geschlecht bzw. durch die Begünstigung einer solchen Diskriminierung.“

"Immer schön auf dem Teppich bleiben", riet der VSA-Vorsitzende Wilfred Diekert seinen Schützlingen - Fotos: C. Byernetzki

Mehr Fotos vom Lehrgang gibt es in der Bildergalerie auf hfv.de. Klicken Sie HIER

Nicht nur rassistische Äußerungen in Form einer Volksverhetzung, sondern auch das Benutzen von Feuerwerkskörpern bei Fußballspielen, wenn sie nicht gerade am Silvesterabend bzw. in der Neujahrsnacht stattfinden, stellen einen Gesetzesverstoß dar. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Feuerwerkskörper von außerhalb auf das Spielfeld geworfen werden und dort explodieren, oder auf den Zuschauerrängen lediglich ein Bengalisches Feuer abgebrannt wird. Die Schiedsrichter haben die Pflicht, die Spiele zu unterbrechen und den Heimverein unter Fristsetzung aufzufordern, für Ordnung zu sorgen. Gelingt es  dem Heimverein nicht, unter Ausübung seines Hausrechts den weiteren Einsatz von Pyrotechnik zu verhindern, ist das Spiel abzubrechen. In jedem Fall ist der Vorfall im Spielbericht zu vermerken.

Vom Verbandsgericht zur Abseitsauslegung
Eine interessante Diskussion gab es mit dem Vorsitzenden des Verbandsgerichts, Thomas Zeißing. Er erläuterte den VSA-Schiedsrichtern die Problematiken der Urteilsfindung für die obersten Sportrichter des HFV und die wichtige Position der Schiedsrichter als Zeugen bei den Verhandlungen. „Der Spielbericht ist eine wichtige Grundlage für die Sportgerichtsurteile. Dafür ist es wichtig, dass Vorkommnisse genau und richtig beschrieben werden“, sagte Zeißing.
An Hand von Videoaufzeichnungen wurde den Referees die neue Abseitsauslegung des DFB vermittelt. Hier geht es vor allem darum, dass nicht nur Spieler die den Ball berühren, aktiv ins Spiel eingreifen. Auch Spieler, die sich Richtung Ball, in der Schussbahn oder in unmittelbarer Nähe des Balles bewegen können dadurch aktiv ins Spiel eingreifen. Damit wurde die extreme Auslegung, die vorher galt, etwas gelockert.
Freuen konnte sich Lehrwart Sven Callies: „Alle Teilnehmer haben auf Anhieb die Regelarbeit bestanden!“
Eine Personalie wurde auch bekannt gegeben. Bisher ist Andreas Bandt (ETV, 49 Jahre) der einzige VSA-Schiedsrichter, der am Saisonende freiwillig oder wie in diesem Fall, weil er die Altersgrenze erreicht hat, aufhört. Einen Termin sollte man sich jetzt schon vormerken. Am Donnerstag, 31. Mai 2012, wird der nächste Fiete Retzmann-Tag auf der Anlage des SV Polizei, Sternschanzenpark ausgetragen.

VSA-Mannschaft Dritter beim 6. Andreas Krey Gedenkturnier in Parchim

14.01.2012 - Auf Hallenturnieren verbringen wir Schiedsrichter meistens die Zeit im Winter, um dort als Unparteiische die Hallenspiele zu leiten - so aber nicht in Parchim. Dort fuhren wir als eine Schiedsrichterauswahl des VSA hin, um selber Fußball zu spielen. Zum 6. Andreas Krey Gedenkturnier lädt der KFV Westmecklenburg Schiedsrichterauswahlmannschaften aus Deutschlands Norden ein. So waren unter anderem Mannschaften aus Kiel, Schwerin, Rostock und Bremen vertreten. Vor dieser Reise hatten wir eine schlagkräftige Truppe zusammengestellt, mit dem Ziel, unser Ergebnis vom letzten Jahr, Platz 6, zu verbessern. Wir trafen uns am Samstag um 11:00h am Hamburger Hauptbahnhof, um mit einem Reisebus aufzubrechen. Unterstützt wurden wir zudem von unserem Verbandsschiedsrichter-Vorsitzenden Wilfred Diekert, seinem Vize und unserem Ansetzer Helmut Timmann und unserem Aktivensprecher Andreas Bandt, die sich mit uns auf die Reise machten. Angekommen in Parchim wurden wir von Trainer Eugen Igel noch einmal richtig heiß auf die kommenden Spiele gemacht. Dies war bei den meisten zwar nicht mehr notwendig, gab uns aber noch einen Moralschub mehr. Wir wurden auch gleich, nach kurzem Empfang durch die Gastgeber,  zum Eröffnungsspiel gegen eine zweite Mannschaft der Gastgeber gebeten. Dieses gewannen wir hochverdient mit 4:0. Ein erfolgreicher Start war geglückt. Das zweite Spiel unserer Gruppe schlossen wir genauso erfolgreich mit 4:0 ab. In unserem dritten Spiel ging es darum mit einem Sieg, wie der Trainer sagte: „Den Sack zuzumachen.“ Dies gelang uns bravourös mit einem 3:0 Erfolg gegen den FK Prignitz.

Die Mannschaft des VSA Hamburg mit Trainer Eugen Igel (hinten rechts) - Foto: privat

Wir waren also für das Halbfinale qualifiziert und schienen unschlagbar.  Dies wurde uns in unserem vierten Spiel zum Verhängnis, das wir ohne Gegenwehr 0:5 gegen die erste Mannschaft des KFV Westmecklenburg und den späteren Turniersieger verloren. Diese zog dadurch in der Tabelle an uns vorbei und wir mussten als Zweitplatzierter unserer Gruppe gegen den Gewinner der Parallelgruppe den KFV aus Kiel ran. Dieses Spiel war an Spannung kaum zu übertreffen, jedoch schafften wir es mehrmals in Überzahl nicht, dem KFV das entscheidende Tor einzuschenken, wodurch es bei einem 1:1 blieb. Im 9-Meterschiessen unterlagen wir dann unglücklich und mussten uns mit dem „ kleinen Finale“, dem Spiel um Platz 3, welches wir zu einem erfolgreichen Abschluss mit 8:3 gegen den FK Havelland Mitte gewinnen konnten, zufrieden geben.
Zum Ende standen somit ein verdienter dritter Platz, ein großer Pokal und eine ordentliche Feier an. Es war für alle Beteiligten ein tolles Erlebnis, denn es ist immer wieder spannend, mal nicht den Unparteiischen zu machen, sondern emotional in ein Fußballspiel involviert zu sein.
Jorrit Eckstein-Staben

Schiedsrichterbeobachter des VSA bereiten sich auf die Saison vor

Wie die Schiedsrichter der Landes- und Oberliga auch, haben sich die Beobachter dieser Klassen in zwei Tageslehrgängen auf die anstehende Saison vorbereitet. Am 23.07.11 im Clubheim des SV Eidelstedt und acht Tage später in der HFV-Sportschule mussten sich die Beobachter unter der Führung des Verantwortlichen für das Beobachtungswesen innerhalb des VSA, Werner Schenck, einer Regelprüfung unterziehen.
Nachdem an beiden Veranstaltungstagen alle Teilnehmer bestanden haben, wurde die abgelaufene Saison ausgewertet und mit Hilfe von Videosequenzen die einheitliche Regelauslegung geschärft. Einen  großen Schwerpunkt bildete die Schulung von qualifizierten Kurzanalysen nach dem Spiel, um für die Schiedsrichter noch besser das geleitete Spiel zusammenzufassen, positive sowie negative Aspekte der Spielleitung herauszuarbeiten und Verbesserungsmöglichkeiten abzuleiten.
In diesem Zusammenhang sei einmal erwähnt, dass die Aufgabe des Schiedsrichterbeobachters nicht nur die Bewertung der Schiedsrichterleistung ist, sondern es ist auch notwendig, Hilfestellung bei der Entwicklung des Schiedsrichters zu geben sowie ihn im Rahmen des Spielauftrages zu begleiten.

Coaches und Beobachter beim konzentrierten Arbeiten - v. links nach rechts: Werner Schenck (verantwortlich für das Beobachtungswesen), Niels Jürgens, Uwe Ennuschat, Helmut Timmann, Jörg Jäger, Uwe Albert, Kirstin Warns-Becker, Sven Callies (VSA-Lehrwart) verdeckt, André Neumann, Lutz Kalb, Michael Malbranc, Mike Gielow, Miguel Fabrega, Rüdiger Frank – Foto: Soltow

Da für die Schiedsrichter der LK2 (VSA-Coachingkader) ab dieser Saison das Benotungssystem des NFV und DFB neu eingeführt wird, war der Lehrgang in der Sportschule für die 13 Coaches und Beobachter dieser Klasse vorgesehen. Werner Schenck machte deutlich, worauf es bei dem neuen System ankommt und wie, neben der identischen Auslegung von Situationen, eine möglichst einheitliche Benotung erreicht werden kann. Der Beobachter bzw. Coach muss hier zwischen unbedeutenden Kleinigkeiten, leichten, mittelschweren und schwerwiegenden Fehlern trennen.Hierfür erhielten alle Teilnehmer im Vorwege des Lehrgangs eine DVD mit einem kompletten Spiel, das angesehen und im Anschluss bewertet werden musste. Der Beobachtungsbogen inkl. Notenvorschlag wurde eingesammelt und beim Lehrgang besprochen. Insgesamt über 50 Einzelszenen wurden nochmals begutachtet und dahingehend analysiert, ob die Entscheidungen korrekt oder falsch waren, um welchen Art von Fehlern es sich handelte, inwiefern diese jeweils für die Analyse verwendet werden sollten und ob dieses Einfluss auf die Benotung hatten. Im Anschluss wurde in Form eines Rollenspiels eine Spielanalyse simuliert.
Alle Teilnehmer waren am Abend vom anstrengenden Tag zwar geschafft, aber für die Saison gut vorbereit und von der professionellen Arbeit begeistert.
C. Soltow


VSA-Schiris fit für 2011/12

Aufsteiger: Schult (Regionalliga); von Glischinski (A-Junioren-BL), Hass (B-Junioren-BL) und Hermann (2. Frauen-BL)
Es war mal wieder soweit: Um ihre Regelsicherheit und körperliche Fitness unter Beweis zu stellen, mussten die Verbandsschiedsrichter des HFV zur jährlichen Leistungsprüfung antreten. Am Sonnabend, den 28. Mai 2011, trafen sich die Unparteiischen der Landes- und Oberliga auf der Sportanlage der Helmut-Schmidt-Universität in Wandsbek. Zunächst galt es, den FIFA-Fitness-Test erfolgreich zu absolvieren. Hierbei handelt es sich um ein speziell entwickeltes Verfahren zur Überprüfung der körperlichen Leistungsfähigkeit von Fußballschiedsrichtern. Der Test besteht aus einem Sprint- und einem Intervall-Test, die nacheinander in vorgeschriebenen Zeiten absolviert werden müssen. Zunächst waren sechs Sprints von jeweils 40 Metern zu absolvieren mit einer Erholungszeit von jeweils 90 Sekunden. Die Sprints mit so genanntem fliegendem Start mussten in 6,2 Sekunden (Frauen 6,6 Sekunden) absolviert werden. Im Anschluss waren 10 Intervallrunden auf einer 400-m-Laufbahn zu absolvieren. Dabei waren je Stadionrunde 2 x 150 Meter in 30 Sekunden zu laufen. Über 50 Meter Gehen konnte sich der Schiedsrichter 35 Sekunden nach jedem 150-Meter-Lauf erholen.

Die VSA-Schiris in neuem Outfit - Foto Gettschat

Nach dieser schweißtreibenden Prüfung stand die theoretische Überprüfung der Regelkenntnisse auf dem Programm. Insgesamt 15 Regelfragen wie z.B. "Wie ist zu entscheiden, wenn der Schiedsrichter in der Halbzeitpause über eine Auswechselung nicht informiert wird und der neue Spieler in der zweiten Halbzeit ein Tor erzielt?" waren zu beantworten. Nachdem die obligatorischen Prüfungen absolviert waren, informierte der Vorsitzende des Verbandsschiedsrichterausschusses, Wilfred Diekert (SuS Waldenau) über Auf- und Abstiege bei den Schiedsrichtern. Unter anderem konnte er den Aufsteigern Patrick Schult (SC Osterbek) in die Regionalliga, Markus von Glischinski (SC Eilbek) in die A-Junioren-Bundesliga, Marcel Hass (Germania Schnelsen) in die B-Junioren-Bundesliga und Jacqueline Herrmann (TuS Osdorf) in die 2. Frauen-Bundesliga gratulieren.
Insgesamt zeigte sich Verbandsschiedsrichterlehrwart Sven Callies (SV Bergstedt) mit den gezeigten Leistungen der Schiedsrichter und Schiedsrichterinnen zufrieden. Körperlich fit und regelsicher gehen die Hamburger Verbandsschiedsrichter in die neue Saison 2011/2012.

Fachversammlung der Schiedsrichter - 18.04.2011


EINLADUNG
zur Fachversammlung der Schiedsrichter
 
Termin :                    Montag, 18. April 2011 um 18:30 Uhr
Ort :                            Polizeisportheim Sternschanze
                                    Sternschanze 4, 20357 Hamburg
 
Tagesordnung :       Begrüßung
                                    Feststellung der Anwesenden
                                    Jahresbericht
                                    Entlastung
                                    Neuwahl des Vorsitzenden
                                    Neuwahlen aller VSA – Beisitzer
                                    Verschiedenes
 
Wilfred Diekert
- Vorsitzender -


U16 Länderspiele gegen Rumänien: Schiedsrichter Christopher Haase (VfL Pinneberg) steht vor Länderspieleinsatz

Vom 12.03. – 17.03.2011 findet ein Lehrgang der U16-Auswahl Deutschlands mit zwei Länderspielen gegen Rumänien statt. Am Dienstag, 15.3. geht es um 18.00 Uhr in Drochtersen los und am Donnerstag, 17.3., spielen die beiden Auswahlteams um 14.00 Uhr in Rotenburg (Wümme). Im Aufgebot von Trainer Böger steht Matti Steinmann vom HSV.
Ein Schiedsrichter-Gespann des Hamburger Fußball-Verbandes wird das Spiel am Donnerstag leiten. Schiedsrichter Christopher Haase (VfL Pinneberg) wird assistiert von Marcel Hass  (Germania Schnelsen) und Mehmet Fatiras (TuS Berne)
 
Foto:
Schiri Christopher Haase (21 Jahre) steht vor seinem Länderspieldebut – Foto: Gettschat


SR-Lehrgang beim NFV-Turnier in Schnelsen

Das Norddeutsche B-Junioren-Länderturnier findet vom 18. bis 20. März 2011 in Hamburg statt.  Kilian Ertl (Lemsahler SV), Paul Jakob Jennerjahn (TSC Wellingsbüttel), Marco Kulawiak (Teutonia 10), Tim Milinovic (SV Altengamme), Ramazan Özen (SC Concordia) und Henry Wagner (Grün Weiß Eimsbüttel) sind beim B-Junioren-Länderturnier in Schnelsen als Schiedsrichter tätig sein. Als SR-Teams sind geplant: Ertl/Kulawiak/Özen und Milinovic/Jennerjahn/Wagner. Das Wochenende wird als Lehrgang durchgeführt. Die VSA-Leitung haben Christian Soltow und Helmut Timmann.



Winterlehrgang der Hamburger Spitzenschiedsrichter in Glückstadt

Bundeslehrwart Lutz Wagner refererierte
Am 05.02.2011 reisten 64 Hamburger Oberliga- und Landesligaschiedsrichter auf Einladung des Verbandsschiedsrichterausschusses in das schleswig-holsteinische Glückstadt, um an der turnusmäßigen Halbzeittagung des HFV teilzunehmen. In der schönen, direkt am Hafen gelegenen Jugendherberge wurden die Teilnehmer durch den stellvertretenden Verbandsschiedsrichterlehrwart Frank Behrmann (Teutonia 10) begrüßt.

Aufmerksam bei der Sache: Die Hamburger Spitzenschiris - Fotos: Byernetzki

Neben der obligatorischen Überprüfung des Regelwissens - es waren 30 Regelfragen in 45 Minuten zu beantworten - blickte der Vorsitzende des  Verbandsschiedsrichterausschusses Wilfred Diekert (SuS Waldenau) auf die abgelaufene Hinserie in der Ober- und Landesliga zurück. Er zeigte sich mit den bisher gezeigten Leistungen in den höchsten Hamburger Spielklassen zufrieden. Auch wenn die Gesamtleistungen keinen Anlass zur Klage geben, gibt es immer wieder einzelne Szenen, die von den Beteiligten unterschiedlich bewertet  und im Rahmen derartiger Tagungen aufgearbeitet werden, mit dem Ziel, eine einheitliche Regelauslegung zu erreichen.

Lutz Wagner zog in seiner unnachahmlichen Art die Zuhörer in den Bann  

Lutz Wagner, langjähriger Bundesligaschiedsrichter und der für die Auslegung und Anwendung der Fußballregeln verantwortliche Fachkoordinator in der Schiedsrichterkommission des DFB, präsentierte den Teilnehmern ausgewählte Videoszenen und filterte Regelschwerpunkte wie die korrekte Anwendung der Abseitsregel, die richtige Beurteilung der "Notbremse" und das Erkennen des unfairen Ellenbogeneinsatzes heraus. Er traf klare Aussagen, definierte Grauzonen und gab den Teilnehmern praxisorientierte Handlungsempfehlungen an die Hand.
Trotz gelegentlich berechtigter und oftmals unberechtigter Kritik, die an den deutschen Schiedsrichtern geübt wird, resümierte Lutz Wagner: " Der Aus- und Fortbildungsstand der deutschen Schiedsrichter sucht seines Gleichen in der Welt. Die anderen Nationalverbände schauen neidvoll auf das deutsche Schiedsrichterwesen. Wenn in anderen Ländern brisante Partien bevorstehen, werden von dort gerne deutsche Schiedsrichter für diese schwierigen Aufgaben angefordert."
Rüdiger Frank (VSG Stapelfeld) nahm eine Analyse der bisherigen Beobachtungsergebnisse der Verbandsschiedsrichter vor und konnte das hohe Leistungsniveau der Hamburger Schiedsrichter bestätigen. Zu guter Letzt zog Thomas Bauer (Rahlstedter SC), der viele Jahre für den Südbadischen Fußballverband Spiele in der Oberliga Baden-Württemberg geleitet hat, einen interessanten Vergleich zwischen dem Fußball in einen Flächenland wie Baden-Württemberg und in einem Stadtstaat wie Hamburg. Sein Fazit lautete: "Im ländlichen Bereich geht es nicht so sehr zur Sache. In der Stadt geht es kämpferischer zu, ob mit erlaubten oder unerlaubten Mitteln."
Gut gerüstet für die gerade wieder anlaufenden Spiele in der Ober- und Landesliga traten die Hamburger Spitzenschiedsrichter am 06.02.2011 die Heimreise nach Hamburg an.
Sven Callies (Verbandsschiedsrichterlehrwart im HFV)  

SR – Talentlehrgang des NFV in der DFB Sportschule Hannover – Barsinghausen

Marcel Hass (21 Jahre), Oberliga-Schiedsrichter von Germania Schnelsen, nahm in Niedersachsen an einem Lehrgang für Schiedsrichter teil. Hier ist sein Bericht:

Vom 27.08.2010 bis zum 29.08.2010 fand in der Sportschule Barsinghausen ein Lehrgang des Niedersächsischen Fußballverbandes statt, der explizit für junge Talentschiedsrichter aus dem Herren /Jugendbereich angesetzt wurde. Ich durfte als Vertreter für den Hamburger Fußballverband an dem wirklich professionellen, informativen und unterhaltsamen Lehrgang teilnehmen.                   
Nach der netten Begrüßung vom Vorsitzenden des Verbands-Schiedsrichterausschusses Wolfgang Mierswa, stand dann eine ausführliche Begrüßungsrunde auf dem Lehrgangsplan.

 Das obligatorische Gruppenfoto der Lehrgangsteilnehmer mit Marcel Hass (hintere Reihe Erster von links)
Foto: NFV

Jeder Teilnehmer musste sich vorstellen und erläutern in welcher Spielklasse er sich in fünf Jahren sieht. Erstaunlich hierbei war, dass viele der Teilnehmer kein wirkliches Ziel vor Augen hatten. Beim anschließenden Abendessen und TV Abend ( Kaiserslautern – Bayern ) ergab sich dann ein reger Erfahrungsaustausch in der Gruppe. Hier hatte man genügend Zeit die anderen Kollegen kennenzulernen. Beim Frühstück am Morgen sah man in manchen Gesichtern eine gewisse Anspannung, denn anschließend stand die Regelarbeit an. Bevor wir jedoch die Ergebnisse bekamen, standen noch interessante Vorträge von Thorsten Rischbode über das Thema „Junioren Regionalligen und darüber hinaus“ und von Bibiana Steinhaus „FIFA U-20 Frauen WM und DFB Schiedsrichter“ an.
Wir haben dann anschließend vier Gruppen gebildet und mussten in diesen Gruppen jeweils ein zugeteiltes Thema erarbeiten und danach präsentieren. Ich war in der Gruppe die sich mit dem Thema „Die SR Leistungen bei der WM 2010“ beschäftigt hat. In der Gruppe sind wir zu dem Ergebnis gekommen, dass die SR-Leistungen eher durchwachsen waren. Dennoch konnten eher nicht bekannte SR wie z.B. Ravshan Irmatov aus Usbekistan überzeugen und bekannte Persönlichkeiten hingegen wie z.B. Roberto Rosetti und Massimo Bussaca enttäuschten. Der deutsche Vertreter, Wolfgang Stark konnte in seinen drei Spielen ohne größere Fehler unser Land gut präsentieren.
Nachmittags teilte uns der Verbandssachbearbeiter für die Beobachter Jens Goldmann in Gruppen ein.Denn wir hatten den Auftrag ein Nachwuchsschiedsrichter aus Hannover in der Bezirksliga zu beobachten. Der junge „Talentschiedsrichter“ machte seine Sache wirklich gut. Bernd Domurat, Verbandslehrwart des NFV besprach anschließend mit uns verschiedene Videoszenen von der WM 2010. Danach wurden uns dann die Ergebnisse der Regelarbeiten mitgeteilt. Hierbei ist kein Schiedsrichter durchgefallen. Der Lehrstab war sehr zufrieden mit den vorhandenen Regelkenntnissen.
Nachdem die „Anspannung“ von uns gefallen war haben wir noch das Stadtfest von Barsinghausen besucht. Auch dies war eine sehr gelungene Veranstaltung. Am Sonntagmorgen stand noch die Besprechung in der Gruppe des vortägigen Beobachtungsauftrags an. Alle Gruppen hatten viele identische Punkte präsentiert und konnten dem anwesenden SR-Gespann eine gute Gesamtleistung bestätigen.
Nach der Abschlussbesprechung mussten wir dann alle, nach dem sehr gelungenen Wochenende, den Heimweg antreten. Die Lehrgangsverantwortlichen waren sehr zufrieden mit den Teilnehmern des Talente-Lehrgangs und bescheinigten uns eine gute Lehrgangsteilnahme.
Mein Fazit des Lehrgangs fällt sehr positiv aus. Besonders erwähnenswert ist die Gruppenharmonie und
-dynamik die auf diesen Lehrgang vorhanden war. Aus den präsentierten Vorträgen konnte ich wirklich viele Tipps aber auch neue Dinge für meine persönliche Spielleitung mitnehmen.
Ein wirklich hochinteressanter und lehrreicher Lehrgang der mir persönlich sehr viel Spaß gemacht hat!
Marcel Hass